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Stress und seine Folgen

Stress entsteht durch zu große Anforderungen in Beruf und Familie, durch Doppelbelastungen oder zu hohe Ansprüche der Betroffenen an sich selbst. Gelegentlicher Stress ist normal. Eine dauerhafte Überbelastung mindert aber die Lebensqualität und kann sogar krank machen.

Frau telefoniert mit ihrem Smartphone und wirkt dabei gestresst.

Positiver Stress

Hinter dem Phänomen Stress steht zunächst ein harmloser, aber lebensnotwendiger Prozess, den das Gehirn auslöst und der den Körper für eine Bedrohung wappnet. So lassen Stressreize innerhalb kürzester Zeit im Blut Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ansteigen. Registriert das Gehirn den hohen Cortisolwert und ist die stressige Situation vorbei, stoppt es die Freisetzung. Es folgt eine Phase der Erholung und des Ausgleichs.

Zwar belastet eine gelegentliche Stressreaktion den Körper kurzfristig. Gleichzeitig aber erhöht sie die Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Deshalb ist in diesem Fall auch von positivem Stress die Rede.

So reagiert der Körper auf Stress

Herz-Kreislauf-System

Das Herz wird stärker durchblutet, es schlägt schneller und kräftiger. Der Blutdruck steigt. Im Gehirn und in den großen Muskeln weiten sich die Blutgefäße. Dagegen nimmt die Durchblutung der Haut, der Hände und Füße sowie der Verdauungsorgane ab.


Gehirn

Das Gehirn arbeitet unter Stress auf Hochtouren. Die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Hirns verstärken sich, die Sinne sind geschärft. Der Körper ist für kurze Zeit weniger empfindlich gegen Schmerz.


Lunge

Die feinen Verästelungen der Lunge (Bronchien) weiten sich, die Atmung wird schneller und flacher. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff in den Körper.


Muskulatur

Die Durchblutung der Skelettmuskulatur steigt. Diese wird stärker mit Sauerstoff und Energie versorgt. Die Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur spannen sich an. Reflexe werden schneller ausgelöst.


Stoffwechsel

Bei Stress stellt der Stoffwechsel mehr Energie in Form von Zucker (Glukose) und Fettsäuren bereit. Die Verdauungstätigkeit sinkt, um Energie für die Arbeit der Muskulatur zu sparen. Der Speichelfluss geht zurück, dadurch fühlt sich der Mund trocken an.


Wärmehaushalt

Durch die vermehrte Energieproduktion entsteht Wärme, die über die Haut abgegeben wird. Verstärktes Schwitzen schützt den Körper vor Überhitzung.


Sexualorgane

Bei Stress sinkt die Durchblutung der Geschlechtsorgane. Der Körper schüttet weniger Sexualhormone aus. Das sexuelle Verlangen geht dadurch zurück.


Immunsystem

Für kurze Zeit bilden sich unter Stress mehr Abwehrzellen im Blut. So kann das Immunsystem schneller auf Krankheitserreger reagieren.

Chronischer Stress

Anders als bei positivem Stress fehlt bei lang anhaltendem oder chronischem Stress die Erholungsphase. Steht der Körper im Alltag andauernd unter Stress, bleibt er in Alarmbereitschaft. Die Stresshormone im Blut und der Blutdruck sinken nicht mehr auf Normalniveau.

Stressbedingte Krankheiten

Stress hat also zwei Gesichter: Kurzfristig macht er hellwach und leistungsfähig. Stress als Dauerzustand belastet hingegen die Gesundheit. Verschiedene Krankheiten können die Folge sein.

Die erhöhte Konzentration an Stresshormonen beschleunigt den Herzschlag und lässt den Blutdruck steigen. Ist die Konzentration von Stresshormonen im Körper häufig und längere Zeit erhöht, kann dies zum Beispiel zu Bluthochdruck führen. Herzinfarkt und Schlaganfall sind mögliche Folgen.

Dem Körper steht bei Stress viel Energie in Form von Zucker zur Verfügung. Er kann dadurch schnell reagieren. Das körpereigene Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt und der Blutzuckerspiegel sinkt. Das Stresshormon Cortisol beeinträchtigt jedoch die Wirkung von Insulin – der Zuckertransport in den Körper ist gehemmt. Die Bauchspeicheldrüse reagiert auf die verringerte Wirkung des Insulins mit einer vermehrten Insulin-Ausschüttung. Das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, steigt.

Akute Stresssituationen aktivieren das Immunsystem kurzfristig. Ist der Stress chronisch, ist das Gegenteil der Fall: Der hohe Cortisolspiegel schwächt die Abwehrkräfte. Der Körper wird anfälliger für Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder Herpes. 

Bei Stress spannen viele Menschen unbewusst Nacken-, Schulter- und Rückenmuskeln an. Mit der Zeit entstehen womöglich schmerzhafte Verspannungen und Verhärtungen. Häufig sind chronische Gelenk- und Rückenschmerzen die Folge.

Durch Stress verändert sich das Gehirn. Ist der Cortisolspiegel dauerhaft erhöht, nimmt die Gedächtnisleistung ab: Gestresste Menschen können sich schlechter konzentrieren und sind vergesslicher.

Magen und Darm reagieren empfindlich auf Dauerstress. Durch das erhöhte Cortisol kann es mit der Zeit zu Sodbrennen, Magengeschwüren, Bauchkrämpfen, Durchfall und Verstopfung kommen.

Anhaltender Stress kann zu chronischer Erschöpfung, dem sogenannten Burn-out-Syndrom, führen. Die Erkrankung steht oft am Ende einer Spirale aus jahrelanger Überforderung und Stress. Mögliche Alarmsignale sind ständige Müdigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Ängste und Rückzug.

Chronischer Stress ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von verschiedenen psychischen Erkrankungen wie depressive Episoden, Angststörungen oder Essstörungen. Dabei treten Depressionen und Angststörungen besonders häufig auf. Anzeichen können Niedergeschlagenheit, innere Unruhe, Erschöpfung und Schlafstörungen sein.

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