Bei Anruf Krankschreibung?
Die telefonische Krankschreibung wird derzeit stark diskutiert. Doch ist die die Zahl der Krankschreibungen tatsächlich gestiegen, seitdem dafür ein Telefongespräch ausreicht?
„Klare Antwort: Das lässt sich mit unseren Zahlen nicht belegen“, sagt Pascal Ziehm, Mediensprecher der AOK PLUS. Für den Anstieg der Krankschreibungen in den vergangenen Jahren ist die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verantwortlich. Dadurch erreicht die Kassen nun ausnahmslos jede Krankschreibung und damit ein genaueres Bild über den tatsächlichen Krankenstand.
Wie hoch ist der Anteil der telefonischen Krankschreibungen? „Das ist schwer zu sagen. Denn wie die Krankschreibung erfolgte, ist auf den AU-Scheinen nicht vermerkt. Eine Auswertung des Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung sieht den Anteil der Krankschreibungen per Telefon zwischen 0,8 und 1,2 Prozent“, so Ziehm. Ganz klar verneint Ziehm die Frage, ob diese Art der Krankschreibung ausgenutzt wird. Denn die Zahlen zeigen: Seitdem die telefonische Krankschreibung eingeführt wurde, ist der Krankenstand nicht signifikant gestiegen. Außerdem ist ihr Anteil bei den Krankschreibungen gering. Das spricht gegen eine Ausnutzung.
Wichtig zu wissen: Das telefonische Verfahren kann nur in einem engen Rahmen eingesetzt werden.
- Der Patient oder die Patientin ist in der Praxis bekannt.
- Es bestehen nur leichte Symptome.
- Die Krankschreibung ist medizinisch vertretbar.
- Die Krankschreibung ist auf fünf Tage begrenzt.
Stand
Erstellt am: 04.03.2026
