Positive Psychologie

Führungskräfte haben einen großen Einfluss auf die Mitarbeitermotivation: Gesund führen heißt unter anderem, das eigene Team zu stärken, sich die Erkenntnisse der positiven Psychologie dabei zunutze zu machen und so das Wohlbefinden des gesamten Teams nachhaltig zu steigern.

Auf positive Ressourcen fokussieren

Der Begriff Positive Psychologie wurde 1954 von dem US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow eingeführt und in den 1990er Jahren von dem US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman wieder aufgegriffen. Im Gegensatz zur traditionellen defizitorientierten Psychologie befasst sich die Positive Psychologie mit den positiven Aspekten des Menschseins.

Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie zeigen: Führungskräfte, denen es gelingt, den Blick stärker auf Ressourcen wie engagierte Mitarbeiter oder Erfolge zu richten und diese wertzuschätzen, empfinden bei der Mitarbeiterführung mehr Freude, erhöhen ihre Produktivität und psychische Widerstandsfähigkeit.

Es hängt also viel vom Blickwinkel und der inneren Einstellung ab – und an der kann man arbeiten. Die Positive Psychologie fragt dabei, was bleibende Zufriedenheit im Leben schafft und wie man positive Emotionen bewusst wahrnehmen und stärken kann.

Positive Psychologie im Betrieb etablieren

Was zunächst nach abstrakter Theorie klingt, lässt sich in der Praxis einfach umsetzen – etwa indem man einen positiven Wochenrückblick einführt. Dieser könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Für den Perspektivwechsel Teammeetings mit der Frage eröffnen: Was ist uns in der letzten Woche gut gelungen? Was haben wir als Team dazu beigetragen?
  • Um als Führungskraft selbst die Einstellung zu verändern, sich am Ende eines jeden Tages fünf Minuten Zeit nehmen, um drei positive Erlebnisse und den eigenen Anteil daran aufzuschreiben. Wenn man diese Übung täglich umsetzt, ändert sich schnell der Fokus hin zu dem, was Führungskraft und Beschäftigte stärker und letztlich auch resilienter macht.

Mitarbeiter als Führungskraft unterstützen

Der US-amerikanische Psychologe Martin E. P. Seligman beschreibt in seiner Theorie des Wohlbefindens fünf Faktoren – die „Glücksformel“ PERMA – für ein gutes Leben.

Positive Emotions: das regelmäßige Erleben und Herstellen von Glücksmomenten. 

Engagement: das Nutzen der eigenen Stärken im beruflichen wie privaten Alltag und das Erleben von „Flow“, wenn einem die Arbeit gut von der Hand geht. 

Relationship: das Pflegen guter, vertrauensvoller und belastbarer Beziehungen.

Meaning: den eigenen Lebenssinn zu kennen und zu realisieren.

Accomplishment: die eigenen gesteckten Ziele erreichen zu können und das Erleben von persönlichem Erfolg.

„Für Personalverantwortliche ist es hilfreich, sich die Frage zu stellen: Wie unterstütze ich meine Mitarbeiter dabei, ihre individuellen PERMA-Faktoren im Arbeitsleben zu steigern?“, so AOK-Experte Wolfgang Lück. „Nehmen wir das Beispiel E wie Engagement. Hier gilt es, Mitarbeitern die Möglichkeit zu bieten, dass sie ihre Charakterstärken wie Kreativität oder Genauigkeit bei der Arbeit entfalten.“ 

Langfristige Perspektiven aufzeigen

Um Mitarbeiter mit den Erkenntnissen und Instrumenten der Positiven Psychologie zu stärken, hat sich nach Lücks Erfahrungen zunehmend eine lebensphasenorientierte Vorgehensweise durchgesetzt. Dadurch begleiten Unternehmen ihre Mitarbeiter entsprechend ihrer jeweiligen individuellen Lebenssituation so, dass sie sich selbst verwirklichen können. „Perspektivisch gesehen ist es darüber hinaus sinnvoll zu fragen: Wo willst du in den nächsten zehn Jahren hin? Wie können wir daran mitwirken? Und wie lässt sich das mit unseren unternehmerischen Zielen vereinbaren?“

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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