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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Mehrfachbeschäftigung
    Folgender Fall:
    Unser Mitarbeiter ist in 2020 (noch) gesetzlich versichert.
    Bei einem weiteren Arbeitgeber hat er ein weiteres, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.
    Es geht um die Aufteilung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zwischen den Arbeitgebern.

    Bisher hatte unser Mitarbeiter bei uns einen Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) von 4.687,50 €,
    bei dem anderen Arbeitgeber ebenfalls.
    Beispielhafte Aufteilung war:
    Arbeitgeber 1 4.500 €
    Arbeitgeber 2 1.500 €

    Ab 01.08.2020 ändert sich diese Aufteilung dahingehend, dass er bei uns (AG1) über die BBG kommt.
    Beispielhafte Aufteilung nun:
    Arbeitgeber 1 5.000 €
    Arbeitgeber 2 1.500 €

    Ist es korrekt, dass in diesen beiden Fällen eine unterschiedliche Formel für die Aufteilung der Krankenversicherungsbeiträge anzuwenden ist?
    Wie sind hier konkret die jeweiligen BBG-Teile zu berechnen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe?

  • 02
    RE: Mehrfachbeschäftigung
    Guten Tag,
     
    bestehen mehrere Beschäftigungen innerhalb eines Kalendermonats und übersteigt der Verdienst insgesamt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze, sind die einzelnen Arbeitsentgelte anteilig zu berücksichtigen (§ 232 Abs. 2 SGB V, § 57 Abs. 1 SGB XI). Dies ist insbesondere von praktischer Bedeutung, wenn der Mitarbeiter innerhalb des Kalendermonats für verschiedene Arbeitgeber tätig war.
     
    Damit die Arbeitgeber die Beiträge zutreffend verteilen können, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, alle notwendigen Angaben zu machen, insbesondere also die Höhe des Entgelts beim jeweils anderen Arbeitgeber bekannt zu geben.
    In der Praxis kann es bei unregelmäßigen Entgelten erforderlich sein, monatlich eine vorläufige Berechnung vorzunehmen und diese im nächsten Monat – nach Bekanntwerden des Entgelts beim anderen Arbeitgeber – zu korrigieren.
     
    Die Krankenkassen sind verpflichtet, anhand der (Jahres-)Entgeltmeldungen zu überprüfen, ob die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird. In diesen Fällen fordert die Kasse von den Arbeitgebern GKV-Monatsmeldungen an. Die Krankenkasse meldet dann an die betroffenen Arbeitgeber für die Monate, in denen die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wurde, das Gesamtentgelt zurück. So können die Arbeitgeber dann die Beitragsberechnung korrigieren. Bei dieser Regelung würde der Arbeitnehmer zunächst doppelt belastet werden und würde die zu viel gezahlten Beiträge erst im darauffolgenden Jahr zurückerhalten.
     
    Die für die anteilmäßige Aufteilung des Arbeitsentgelts aus dem einzelnen Beschäftigungsverhältnis maßgebende Berechnungsformel lautet: Arbeitsentgelt x Beitragsbemessungsgrenze ./. Gesamtentgelt aller Beschäftigungen.
     
    Weitere Einzelheiten zur Beitragsberechnung bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen mit Beispielen können Sie den „gemeinsamen Grundsätzen zur Beitragsberechnung nach § 22 Abs. 2 SGB IV bei Arbeitnehmern mit mehreren versicherungspflichtigen Beschäftigungen“ vom 12.11.2014 entnehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
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