Expertenforum - Korrektur Gleitzone/Übergangsbereich

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Korrektur Gleitzone/Übergangsbereich
    Hallo,
    mir ist aufgefallen das ich bei einem AN versehentlich nicht die Gleitzonenberechnung geschlüsselt habe.
    In 2018 war der AN noch über der Grenze von 850,00 € (aber weit unter 1300,00€ - für die vorausschauende Planung-
    Ab Januar 2019 haben sich die Arbeitsstunden sowieso verringert da der AN sich um seine kranke Tochter kümmern musste. Mittlerweile verdient er regelmäßig zwischen 400,00 und 500,00€.
    Es handelt sich hier um einen Beamten in Nebenbeschäftigung (also nur RV und AV pflichtig).
    Kann oder muss ich hier die Gleitzonenregelung ab Januar 2019 korrigieren.
    Wäre natürlich gut wenn man dies nachträglich korrigieren könnte.
    Vielen Dank für Ihre Hilfe.
  • 02
    RE: Korrektur Gleitzone/Übergangsbereich
    Hallo Julia,
     
    für Beschäftigte mit einem regelmäßigen Arbeitsentgelt von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro monatlich ist seit dem 01.07.2019 die Beitragsberechnung im Übergangsbereich durchzuführen. Bei der Prüfung der Frage, ob das regelmäßige Arbeitsentgelt im Übergangsbereich liegt, hat der Arbeitgeber prinzipiell auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat.
     
    Nach dem gleichen Grundsatz war die Entgeltermittlung für den Gleitzonenbereich vorzunehmen. Bis 30.06.2019 lag die Arbeitsentgeltspanne für die Beitragsberechnung in der Gleitzone zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro.
     
    Ob die maßgebenden Entgeltgrenzen regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten werden, ist bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts) im
    Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen. Dabei dürfen Änderungen des Arbeitsentgelts erst von dem Zeitpunkt an berücksichtigt werden, von dem an der Anspruch auf das neue Entgelt besteht.
     
    Als Zeitraum, auf den die vorausschauende Betrachtung bei Beschäftigten zu erstrecken ist, wird grundsätzlich der Zeitraum eines Jahres (nicht Kalenderjahr) angesehen (z.B. 01.07.2019 bis 30.06.2020).
     
    Es bestehen keine Bedenken, wenn Arbeitgeber aus abrechnungstechnischen Gründen stets zu Beginn eines jeden Kalenderjahres eine erneute vorausschauende Jahresbetrachtung zur Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts anstellen (z.B. 01.01.2020 bis 31.12.2020).
     
    Sofern das regelmäßige Arbeitsentgelt in Ihrem Sachverhalt die 450 €-Grenze für geringfügig entlohnte Beschäftigung überschritten hat und das Entgelt innerhalb der oben angegebenen Grenzen lag bzw. liegt, sind, da die Regelungen des Übergangs-bzw. des Gleichzonenbereichs bisher nicht angewandt wurden, Korrekturen rückwirkend vorzunehmen.
     
    Dies gilt auch für das Beschäftigungsverhältnis Ihres Mitarbeiters, das aufgrund des Beamtenstatus lediglich der Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht unterliegt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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