Ergonomische Arbeitsplätze im Homeoffice gestalten

Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze fördern nicht nur das Wohlbefinden, sondern reduzieren auch Fehlzeiten und steigern die Leistungsfähigkeit Ihrer Beschäftigten.

Ergonomische Arbeitsumgebung im Homeoffice unterstützen

Eine durchdachte Ausstattung bildet die Basis gesunden Arbeitens im Homeoffice. Arbeitgeber haben nicht immer direkten Einfluss darauf, wie die Arbeitssituation bei ihren Beschäftigten im Homeoffice genau aussieht. Bei fest vereinbarten Telearbeitsplätzen übernimmt der Arbeitgeber auch die Ausstattung des Arbeitsplatzes.

Ob und was im Homeoffice vom Arbeitgeber bereitgestellt wird, unterliegt keinen gesetzlichen Vorgaben. Hier ist es ratsam über Betriebsvereinbarungen zum Homeoffice Klarheit für beide Seiten herzustellen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) einen Leitfaden für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen herausgegeben.

Wenn Arbeitgeber ihre Teams mit gezielten Tipps oder Informationsangeboten unterstützen, sind folgende Aspekte wichtig:

Trennung von Home und Office

Ideal ist ein Arbeitsplatz zu Hause, an dem Beschäftigte möglichst ungestört arbeiten können. Deshalb ist die Trennung von Privatleben und der Arbeitszeit essenziell, auch räumlich. Optimal ist ein kleines Arbeitszimmer. Ist das nicht vorhanden oder nutzbar, kann vielleicht ein dicker Vorhang oder ein Raumtrenner Abhilfe schaffen. Der Arbeitsplatz muss ausreichend Tageslicht haben und ist gut ausgeleuchtet.

Kriterien für den Schreibtisch

Die empfohlene Höhe des Arbeitstisches für sitzende Tätigkeit liegt bei 74 cm (plus oder minus 2 cm) und sollte auf die Einstellung des Bürostuhls abgestimmt sein. Im Optimalfall hat der Tisch die Maße 160 x 80 cm. Das Minimum liegt bei einer Tischgröße von 80 x 60 cm. Genügend Beinfreiheit sollte ebenfalls gegeben sein – auf einer Breite von mindestens 85 cm.

Höhenverstellbare Tische fördern den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen und entlasten die Wirbelsäule.

Ergonomische Bürostühle

Arbeitgeber sollten ihre Beschäftigten darauf hinweisen, dass dauerhaftes Arbeiten im Homeoffice ohne passenden Stuhl der Gesundheit schadet. Der unter Sicherheitsaspekten optimale Bürostuhl hat fünf Rollen. Aus ergonomischer Sicht sollten Sitzhöhe, Sitztiefe und Rückenlehne verstellbar sein. Im Idealfall hat die Rückenlehne des Bürostuhls eine Lordosenstütze. Die Lordosenstütze ist die stärkste Wölbung in der Rückenlehne in Richtung Sitzfläche und bietet eine Unterstützung für den Lendenwirbelsäulenbereich. 

Praxistipp fürs Einstellen des Bürostuhls

Vor dem Einstellen des Bürostuhls wird eine aufrechte mittlere Sitzposition eingenommen. Dafür  auf dem Bürostuhl ganz nach hinten rutschen, den Oberkörper ausbalancieren und in einem Winkel von 90 Grad zu den Oberschenkeln positionieren.

Die Ober- und Unterschenkel bilden einen Winkel von 90 Grad bis etwa 95 Grad. Eventuell kann eine Fußstütze diese Haltung sicherstellen. Wichtig ist auch, dass die Oberschenkel nicht zwischen Sitzfläche und Tisch eingeklemmt werden.

Die Ober- und Unterarme bilden beim Arbeiten ebenfalls einen Winkel von 90 Grad (oder einen leicht größeren). Dazu werden sie auf den Armlehnen oder im vorderen Bereich der Tischplatte aufgelegt. Die Hände befinden sich in einer Waagerechten zu den Ellenbogen.

Gesund zu sitzen ist das eine. Wichtig ist aber auch, die Körperposition möglichst häufig zu verändern und zwischendurch auch einmal im Stehen zu arbeiten oder ein Paar Schritte zu gehen. Einer Studie der Deutschen Unfallversicherung zufolge sitzen Beschäftigte im Homeoffice länger und bewegen sich weniger als im Büro oder auf Dienstreisen.

Monitor richtig platzieren

Um die ergonomischen Bedingungen zu verbessern, sollte ein Notebook möglichst mit externer Maus, Tastatur und Bildschirm verwendet werden, die individuell eingestellt werden können.

Wer einen Bildschirmarbeitsplatz hat, kann folgender Anordnung folgen: Die obere Bildschirmkante befindet sich im Abstand von 50 bis 70 cm, leicht unterhalb der Augenhöhe. Das Kinn wird etwas in Richtung Brustbein bewegt und der entspannte Blick fällt dadurch leicht nach unten. Dazu sind die meisten Bildschirme höhenverstellbar und können individuell angepasst werden. 

Um dauerhaft zu hohe Kontraste zu vermeiden, ist darauf zu achten, dass Tisch und Bildschirm möglichst frei von störenden Reflexionen und Blendungen sind. Wenn der Tisch parallel zum Fenster steht, ist die Blickrichtung störungsfrei. Durch diese Ausrichtung des Schreibtischs kann das Tageslicht von der Seite einfallen. Das schont die Augen und beugt Kopfschmerzen vor.

Um Ihren Beschäftigten all diese Ergonomietipps zu vermitteln, bieten sich Ergonomieschulungen als Teil des BGF-Angebotes für Ihre Teams im Büro und im Homeoffice an. 

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Weitere Infos finden Sie in der Broschüre „Gesund im Homeoffice“.

Stand

Erstellt am: 30.01.2026

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