Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Plötzlich Chef – so klappt gesundes Führen

Selbstbewusste Frau ist plötzlich Chef

© iStock / MangoStar_Studio

Lesezeit: 4 Minuten25.02.2022

Viele Menschen streben nach einer Beförderung: mehr Gehalt, mehr Macht, mehr Ansehen. Heutzutage gehen die Anforderungen jedoch immer stärker in Richtung Soft Skills. Es geht um Themen wie Motivation, Wohlbefinden und Mitarbeiterzufriedenheit.

Inhalte im Überblick

    Vom Kollegen zum Chef

    Führungskraft zu werden bringt eine Menge neuer Aufgaben mit sich. Auch die Anforderungen haben sich im Laufe der letzten Jahre verändert. Früher ging es vor allem um Fachwissen. Heute sollen – und wollen – Mitarbeiter begeistert und motiviert werden. Viele frische Teamleiter sind von der Vielzahl ihrer neuen Aufgaben und der Verantwortung erschlagen.

    Gerade wenn man innerhalb eines Unternehmens Karriere macht, kann die Übergangsphase holprig sein: Über Jahre hinweg haben Sie eine Beziehung zu den Kollegen aufgebaut und plötzlich sind Sie verantwortlich für deren Leistung, Motivation und ein Stück weit auch für deren Gesundheit.

    Interne oder externe Weiterbildungen und Coachings, sowie die folgenden Tipps, können Ihnen weiterhelfen – ob zum Start oder nach den ersten Erfahrungen in der neuen Führungsposition.

    6 Tipps zum gesunden Führen

    Eher ein autoritärer oder doch lieber ein kollegialer Führungsstil? Die Entscheidung, wie man führen möchte, ist abhängig von der Branche, der Abteilung und vom zu führenden Team.

    Als Führungskraft sind Sie vor allem dafür verantwortlich, Ihr Team zu motivieren und so gut es geht zu unterstützen, sodass dieses gesund und produktiv bleibt. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen.

    1. Führung beginnt bei Selbstführung

    Wer andere führt, sollte erst in der Lage sein, sich selbst zu motivieren. Sie sind jetzt in einer Vorbildfunktion und Ihr Team orientiert sich an Ihnen. Besonders im Bereich des gesunden Führens ist Achtsamkeit wichtig. Leben Sie Ihren Mitarbeitern gesundes Arbeiten vor – sei es bei bestimmten Aufgaben oder der eigenen Pausenkultur.

    2. Ständige Weiterbildung

    Als Teamleiter haben Sie die Aufgabe, den Anforderungen des Teams und denen des Unternehmens gerecht zu werden. In Seminaren und Workshops können Sie sich fortbilden. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Vorgesetzten über die Möglichkeiten und Ihre Wünsche.

    Auch hier nehmen Sie wieder die Vorbildfunktion sein: Wenn Sie Ihre Motivation zeigen und die Extrameile durch Fortbildungen gehen, wird dies auf Ihr Team abfärben.

    3. Klare Position im Team

    Eine lange Zeit waren Sie ein Kollege, nun sind Sie Ihrem Team vorgesetzt. Es kann eine große Herausforderung sein, den beiden Rollen – Führungskraft und Kollege – gleichermaßen gerecht zu werden. Kennen Sie Ihre Grenzen, vor allem um sich nicht selbst mit Aufgaben zu überladen. Schauen Sie sich genau an:

    • Was muss ich von Anfang bis Ende selbst verantworten?
    • Wo können mich meine Mitarbeiter unterstützen?
    • Welche Aufgaben kann mein Team selbstständig erfüllen?

    Seien Sie zentrale Ansprechperson im Team, nehmen Sie aber auf keinen Fall andere Positionen ein, wie Arzt oder Therapeut. Das bedeutet: Wenn sich ein Teammitglied Ihnen von privaten Problemen erzählt, gehört das Lösen dieser Probleme nicht zu Ihren Aufgaben. Bei schwerwiegenden Problemen können Sie dem Mitarbeiter empfehlen, sich professionelle Hilfe zu suchen.

    Junger Mann ist vom Kollegen zum Chef befördert wurden.
    Eine gute Kommunikation und das Bestärken der Angestellten gehört zu einer gesunden Führung.

    © iStock / fizkes

    4. Handlungsspielräume klar definieren

    Stecken Sie Handlungsspielräume für Ihre Mitarbeiter klar ab. Welche Entscheidungen können sie allein treffen und was muss mit Ihnen als Führungskraft abgestimmt werden? Gleichzeitig sollten Sie Mitarbeiter gezielt fördern. Es gilt, die Mitarbeiter ständig und langfristig weiterzubilden. Der Teamleiter sollte Unterstützung anbieten, um nah dranzubleiben am Mitarbeiter und seinen Bedürfnissen. So bekommen Sie mit, ob gestellte Aufgaben herausfordernd oder überfordernd sind.

    5. Das Betriebsklima

    Menschen wollen und brauchen ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen. Aus diesem Grund ist ein gutes Betriebsklima wichtig. Ein entspanntes Verhältnis zu den Kollegen sorgt für Spaß im Büro und ist maßgeblich für ein motiviertes Team. Als Führungskraft haben Sie eine Vorbildfunktion und sind verantwortlich für das Arbeitsklima. Mit gemeinsamen Mittagessen und einer offenen Feedbackkultur schaffen Sie eine gute Basis. Wichtig ist auch, für Ihre Mitarbeiter erreichbar zu sein.

    6. Sog oder Sorge

    Hoher Druck kann motivieren, aber in vielen Fällen lähmt Druck und löst Stress aus. Die Folgen können auf Dauer psychische und körperliche Erkrankungen sein. Ein gesunder Führungsstil treibt an, erzeugt einen Sog und reizt die eigenen, inneren Motivatoren.

    So lässt sich eine gesunde Motivation fördern:

    • Was ist mein Mitarbeiter für ein Typ und was kann diesen Typ motivieren?
    • Reizen Sie diese Ziele, damit sie verfolgt und erreicht werden.
    • Verknüpfen Sie persönliche Werte des Mitarbeiters mit den Werten des Unternehmens.

    Die AOK unterstützt Sie in Ihrer neuen beruflichen Situation

    Die AOK hilft Ihnen in allen Lebenslagen dabei, ein gesundes Leben zu führen. Mit dem AOK-Programm „Gesund führen“ erhalten Sie beispielsweise wertvolle Tipps auf Ihrem Weg zu einer gesunden Führung. Informieren Sie sich bei Ihrer AOK zu weiteren passenden Leistungen.

    Klare Kommunikation für gesundes Führen

    Auch in einem Arbeitsverhältnis gilt: Kommunikation verbindet, kann aber auch trennen. Wörter und Sätze können anders interpretiert werden, als sie gemeint sind. Drei hilfreiche Fragen sind „Wer ist mein Gegenüber?“, „In welcher Situation erwische ich ihn?“ und „Was möchte ich sagen?“.

    • Erwischen Sie einen Mitarbeiter bei der Kaffeepause, warten Sie lieber, bis er sich gesetzt hat und bereit für eine neue Aufgabe.
    • Je nach Mitarbeiter ergibt es Sinn, die Aufgaben nicht strickt zu delegieren. Probieren Sie es stattdessen mit „Könntest du mir bei dieser Aufgabe helfen?“ oder „Ich habe folgende Herausforderung, meinst du, dass du das bis morgen schaffst?“.

    Wertschätzung in der modernen Führung

    Wertschätzende Kommunikation und Anerkennung sind das zweite Gehalt des Arbeiternehmers und fördern Zufriedenheit und Motivation. Die Motivation nach einer Gehaltserhöhung verpufft allzu oft schon nach kurzer Zeit, während ein wertschätzender Führungsstil eine langanhaltende Wirkung hat.  

    So zeigen Sie Wertschätzung:

    • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter, zum Beispiel durch Mitarbeitergespräche.
    • Geben Sie regelmäßig Feedback.
    • Machen Sie Komplimente für gut gelungene Arbeit.

    Tipps zum aktiven Austausch

    Um die Gemeinschaft zu stärken, hilft es, die Kommunikation im Team zu erhöhen. Diese Maßnahmen schaffen eine höhere Transparenz und sorgen für einen besseren Austausch zwischen Führungskräften und Mitarbeiter:

    • Kurze tägliche Meetings am Morgen, bevor das Team in den Arbeitstag startet.
    • Regelmäßige Wochen- und Monatsmeetings, um größere Projekte zu besprechen.
    • Erwartungen an die Mitarbeiter und an die Zusammenarbeit jederzeit klar kommunizieren.
    • Teamziele und Themen aus den Führungskräfte-Meetings möglichst transparent halten.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Frau steht an ihrem ergonomischen Stehschreibtisch im Büro. Sie arbeitet an ihrem Computer im Stehen.
    Gesund im Job