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Welches Studium passt zu mir?

Veröffentlicht am:14.08.2023

5 Minuten Lesedauer

Jura, Maschinenbau oder doch lieber Medienwissenschaften? Die Auswahl an Studiengängen ist groß. Folgende Tipps können bei der Entscheidung für das passende Studium helfen.

Studentin sitzt in einer Stuhlreihe eines Hörsaals und blättert durch ein Buch auf dem Pult.

© iStock / BalanceFormcreative

Ist ein Studium überhaupt das Richtige für mich?

Es ist endlich so weit: Die Schule ist erfolgreich abgeschlossen und die Welt scheint einem offenzustehen. Doch wie geht es jetzt weiter? Immer mehr junge Menschen zieht es nach dem Schulabschluss an die Hochschulen. So haben im Studienjahr 2020/2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamts über 488.000 Menschen erstmals ein Studium an einer deutschen Hochschule aufgenommen – neuer Höchststand. Dennoch gilt: Ein Studium ist nicht für alle das Richtige. Zwar gibt es eine große Auswahl an Studiengängen, allerdings sind diese vor allem forschungs- und wissenschaftsorientiert. Im Studium ist zudem Selbstorganisation erforderlich: Sie müssen Stundenpläne zusammenstellen, Vorlesungen vor- und nachbereiten, sich frühzeitig für Prüfungen anmelden und dafür eigenverantwortlich lernen.

Wenn Sie sich ungern selbst organisieren und lieber praktisch arbeiten, sollten Sie womöglich eine Ausbildung in Betracht ziehen. Der Arbeitsalltag ist hier fest geregelt und beinhaltet eine Kombination aus Theorie (in der Berufsschule) und Praxis (in der Ausbildungsstätte).

Auch den finanziellen Aspekt sollten Sie abwägen: Ein Studium kann mit hohen Kosten verbunden sein – angefangen bei regelmäßigen Semesterbeiträgen über einen möglichen Umzug in die eigene Wohnung und den Lebensunterhalt bis zur Anschaffung von Studienbüchern. Nicht jeder hat einen Anspruch auf BAföG (Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetz), welches die staatliche Förderung für Studierende und Schüler und Schülerinnen (Schüler-BAföG) regelt. Die meisten Auszubildenden erhalten dagegen von Beginn an ein monatliches Ausbildungsgehalt. Auch hier gibt es Ausnahmen, da einige Ausbildungen selbst finanziert werden müssen. Eine gute Zwischenlösung kann ein duales Studium sein. Dabei werden Sie in einem Unternehmen angestellt, wo Sie den praktischen Teil absolvieren und in festen Theorieblöcken an einer Berufsakademie, Universität oder Fachhochschule studieren. Das ist allerdings nur in bestimmten Fachbereichen möglich.

Mit Ihrer AOK durch das Studium

Die Zeit des Studiums ist lehrreich, aufregend und bietet Platz, um sich auszuprobieren – Sicherheit sollte dabei trotzdem nicht zu kurz kommen. Die AOK unterstützt Sie im Studium und berät Sie zu Gesundheitsfragen.

Entscheidungshilfen: Was soll ich studieren?

Die Frage nach dem passenden Studiengang fällt vielen Schülerinnen und Schülern nicht leicht. Das mag an der großen Auswahl an Studiengängen liegen, aber sicherlich auch an der Bedeutung dieser Entscheidung. Schließlich stellt das Studium eine wesentliche Weiche für die spätere Berufswahl. Daher sollten Sie sich am besten schon frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen. Wer sich schon in der Schulzeit Gedanken macht, nimmt sich selbst den Druck hinter der Entscheidung. Dabei helfen die folgenden Tipps:

Was kann ich gut, was möchte ich erreichen?

Um das passende Studium zu finden, sollten Sie sich erst einmal der eigenen Stärken, Interessen und beruflichen Wünsche bewusstwerden:

  • Was interessiert Sie?
  • Worin liegen Ihre Stärken, was können Sie weniger gut?
  • Was ist Ihr Traumberuf und welche Alternativen können Sie sich dazu vorstellen?
  • Wie stellen Sie sich Ihren Arbeitsalltag vor?
  • Auf welchem Weg können Sie Ihr Ziel erreichen?

Tipp: Die Bundesagentur für Arbeit bietet online einen beruflichen Orientierungstest an (kostenlos). Verschiedene Fragen zur Persönlichkeit sowie fundierte Tests helfen dabei, die sozialen Kompetenzen sowie fachlichen Interessen besser einschätzen zu können.

In einer alten Bibliothek ist eine Gruppe Studierender an einem Tisch mit Laptop, Büchern und Notizen in ein Gespräch vertieft.

© iStock / skynesher

Im Rahmen eines Studium generale oder Orientierungsstudiums kann man in den Universitätsalltag und verschiedene Fächer reinschnuppern.

Welche Studiengänge gibt es? Welche Hochschule spricht mich an?

Informieren Sie sich zunächst darüber, welche Studiengänge an der jeweiligen Universität in dem für Sie interessanten Bereich angeboten und welche Inhalte behandelt werden. Einige Studiengänge mögen Ihnen vielleicht auf den ersten Blick spannend vorkommen, umfassen aber bei genauerem Hinsehen andere Themen als erwartet. Damit Sie wissen, was in dem jeweiligen Studiengang auf Sie zukommt, können Sie sich zum Beispiel Vorlesungsverzeichnisse aus den letzten Semestern sowie Studienführer ansehen. Diese sind in der Regel auf der Webseite der entsprechenden Fakultät zu finden. Hier finden Sie oftmals auch weiterführende Informationen zum Studiengang, zu den nötigen Voraussetzungen sowie Ratgeber zur Studienplanung.

Weitere Informationen zu Hochschulen, Studienfeldern und Studienplanung finden Sie auf der Website studienwahl.de, die gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung betrieben wird. Der Deutsche Bildungsserver gibt zudem eine Übersicht zu deutschen Hochschul-Rankings.

Machen Sie den Praxistext

Besuchen Sie am besten schon während Ihrer Schulzeit eine Hochschule und schnuppern Sie in den laufenden Betrieb hinein. Einige Vorlesungen können Sie auch als Gast besuchen und so einen Eindruck vom Alltag an Universitäten und Fachhochschulen erhalten. Viele Hochschulen bieten außerdem einen Tag der offenen Tür oder spezielle Informationstage an, an denen Sie sich über Studiengänge vor Ort informieren und mit Studierenden austauschen können.

Wenn Sie es jetzt kaum noch erwarten können, selbst zu studieren, bleibt nur noch eine Sache zu tun: die Einschreibung für Ihren Wunsch-Studiengang. Achten Sie darauf, dass Sie die Frist einhalten und alle nötigen Dokumente besitzen.

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Studium generale zur Orientierung bei der Studienwahl

Was macht man, wenn man keine Ahnung hat, was man studieren soll? Sie könnten ein sogenanntes Studium generale beginnen. Vereinfacht gesagt, besuchen Sie als Gasthörer bzw. Gasthörerin dabei Veranstaltungen verschiedener Fachbereiche. Diese Studien-Form wird von sehr vielen Hochschulen angeboten. Als Teilnehmer oder Teilnehmerin müssen Sie keine Studienleistung erbringen und sammeln deshalb anders als in einem klassischen Studium keine Leistungspunkte (Creditpoints). Aber Sie haben die Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken und Ihre Optionen besser kennenzulernen.

Es gibt noch eine weitere Option: ein einjähriges Einführungs- bzw. Orientierungsstudium. Das ist zum Beispiel etwas für Menschen, die sich zwischen unterschiedlichen Studienfächern nicht entscheiden können oder Angst haben, dass das Wunschfach nicht passt. Der genaue Aufbau und Ablauf unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. In einem solchen Schnupperstudium werden auch Studienleistungen erbracht und Creditpoints gesammelt. Diese können Sie meistens im Bachelorstudium anrechnen lassen.

Das falsche Studium: Und nun?

Sie haben ein Studium aufgenommen, doch nach einiger Zeit stellen Sie fest, dass Sie womöglich die falsche Wahl getroffen haben? Auch wenn jeder Neuanfang zunächst Zeit zur Eingewöhnung braucht, kann es passieren, dass Sie feststellen, dass ein Studium oder der Studiengang nicht das Richtige für Sie ist. Vielleicht sind Sie fachlich überfordert, das Studium stellt sich doch anders dar, als Sie es sich vorgestellt haben, oder die Inhalte interessieren Sie weniger, als Sie ursprünglich dachten. In diesem Fall sollten Sie ehrlich zu sich sein. Was bringt am Ende ein abgeschlossenes Studium, wenn Sie in diesem Feld später nicht arbeiten möchten? Vielmehr sollten Sie Ihre Optionen erneut durchdenken.

Falls Sie feststellen, dass Ihnen ein ähnlicher Studiengang besser liegt (zum Beispiel Germanistik eher infrage kommt als Linguistik oder Mathematik eher als Physik), können Sie sich eventuell bereits besuchte Kurse oder erfolgreich abgeschlossene Prüfungen für den neuen Studiengang anrechnen lassen. Und falls nicht, wissen Sie zumindest, was Sie nicht studieren möchten. Betrachten Sie einen Studienabbruch oder -wechsel nicht als Niederlage, sondern als neue Chance. Schließlich ist ein Studium die Grundlage für Ihren Berufsweg.

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