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AOK – Die Gesundheitskasse

So kriegen Sie Ihr Studium in den Griff

Eine junge Studentin geht zu ihrer ersten Vorlesung im ersten Semester des Studiums.

© iStock / jacoblund

Lesezeit: 6 Minuten14.03.2022

Wie kann ich mein Studium schaffen? Studierende fühlen sich mit etlichen Stressfaktoren konfrontiert. Viele Aufgaben wollen in kurzer Zeit erledigt werden, der Druck steigt – und was, wenn ich beim nächsten Vortrag ein Blackout habe? Die AOK hilft.

Inhalte im Überblick

    Studienstart: Aller Anfang ist schwer

    Der Start ins Studienleben kann holprig sein. Die Umgebung ist ungewohnt und fremd. Dazu kommen Aufgaben im Alltag, die für die meisten Studienanfänger neu sind. Sie müssen plötzlich ihren eigenen Haushalt führen, auf ihre Finanzen achten, vielleicht noch Geld dazuverdienen und „ganz nebenbei“ studieren. Das heißt vor allem eins: Selbstorganisation. Da kann schon mal Stress aufkommen, vor allem, wenn sich viele Faktoren gleichzeitig ändern – Umzug in eine fremde Stadt und neue Wohnung, unbekannte Menschen und dazu die vielen Aufgaben. Und das Studieren selbst will natürlich auch gelernt sein.

    Wichtig ist, dass Sie sich Zeit geben, sich an Ihr neues Leben zu gewöhnen. Mit etwas Mut und Geduld werden Sie lernen, die neuen Herausforderungen zu meistern, und können die Zeit des Studierens genießen. Mit diesen Tipps zu Zeitmanagement, Prüfungsangst & Co. gelingt es noch besser.

    Erfolgreich studieren: So finden Sie Unterstützung an der Uni

    Es ist ganz normal, dass Sie am Anfang mehr Fragen als Antworten im Kopf haben. Mal ganz ehrlich, wer findet sich schon in den ersten Wochen auf dem Campus oder den verschiedenen Onlineportalen der Universität zurecht? Da ist es nicht so einfach, auf Anhieb den richtigen Hörsaal zu finden oder sich für das eine empfohlene Seminar anzumelden. Das Gute ist aber: Es gibt sehr viele hilfsbereite Ansprechpartner an der Uni:

    • Da wären zum einen die Fachschaftsräte (kurz: FSR) oder die einzelnen Studierendenbüros für jeden Studiengang, die immer ein offenes Ohr für die Belange ihrer Kommilitonen und Studierenden haben.
    • An höhere Semester können Sie sich auch immer wenden – die wissen schon, wie alles abläuft, und haben meist noch gute Insidertipps oder die ein oder andere hilfreiche Altklausur zum Lernen.
    • Gemeinsam ist man weniger allein: Es wird den anderen Erstsemestern vermutlich ähnlich ergehen wie Ihnen. Erkunden Sie doch zusammen mit Ihren neuen Kommilitonen den Campus, probieren Sie die Mensa aus und besuchen Sie die Bibliothek. Solche Erlebnisse schweißen zusammen und Freundschaften helfen in schweren Zeiten.

    Viele Universitäten bieten Orientierungseinheiten in den ersten Wochen des ersten Semesters an. Diese Zeit können Sie nutzen, um Ihr Studium, Ihre neuen Kommilitonen und die hiesigen Studentenkneipen kennenzulernen – und nebenbei noch Ihre Fragen klären.

    Eine junge Studentin dehnt und streckt sich am Schreibtisch in ihrem WG-Zimmer.
    Achten Sie auch in einem kleinem WG-Zimmer darauf, den Arbeitsplatz räumlich abzugrenzen – so fällt der Wechsel zwischen Freizeit und Studium leichter.

    © iStock / StefaNikolic

    Studium organisieren: Tipps zum Zeitmanagement

    Vorlesungen, Seminare, Hausarbeiten, dazu Nebenjob, Haushalt und Freizeit – und bald stehen auch noch Prüfungen an. Studieren verlangt Studierenden viel ab, vor allem in der Prüfungszeit. Sie wissen dann manchmal nicht, wie sie alles unter einen Hut bringen sollen. Doch mit ein paar Tipps und Tricks zum Thema Zeitmanagement können Sie lernen, Ihre Lernumgebung optimal zu gestalten und so effizient wie möglich zu arbeiten, sodass noch genug Zeit für Entspannung, Freunde und Job bleibt.

    So können Sie sich zum Beispiel jeden Sonntagabend anhand dieser fünf Schritte einen Zeitplan für die kommende Woche erstellen:

    1. Bestandsaufnahme: Welche Aufgaben stehen an? Wann muss welche Arbeit fertig sein? Welche Univeranstaltung hat Pflichtanwesenheit? Schreiben Sie alles auf, was Sie zu tun haben. Sobald es auf dem Papier oder in einer App festgehalten ist, ist das Gehirn etwas entlastet.
    2. Prioritäten setzen: Überlegen Sie sich als Nächstes, welche Aufgaben keinen Aufschub erlauben und in dieser Woche besonders wichtig sind.
    3. To-do-Liste schreiben und die Woche planen: Sie wissen nun, wann was erledigt sein muss – das ist gut. Jetzt können Sie sich überlegen, wie Sie die Aufgaben auf die Tage verteilen wollen, ohne in Stress zu geraten. Dabei ist es sinnvoll, einen kleinen Zeitpuffer zu haben (zum Beispiel zwei Tage vor der eigentlichen Deadline fertig sein), falls doch mal etwas dazwischenkommt. Außerdem können Sie Aufgaben ähnlicher Art für den gleichen Tag einplanen, zum Beispiel die Anmeldung bei der Krankenkasse oder den BAföG-Antrag abgeben.
    4. Freiräume einplanen: Freizeit und Freiräume sind während des Studiums wichtig und gesund. Schaffen Sie sich feste Zeiten in Ihrem Kalender für private Treffen, Sport, Konzerte & Co. – für alles, was Ihnen guttut. Das ist ein wichtiger Ausgleich und Zeit zum Krafttanken für Ihren Körper und Ihre Psyche.
    5. Routine finden: Planen Sie jeden Sonntag erneut die kommende Woche und überlegen Sie dabei, was in der letzten Woche gut oder nicht so gut geklappt hat. Fiel Ihnen das Lernen zum Beispiel morgens leichter als abends? Dann sind Sie vielleicht ein Lerchen-Chronotyp. Mit dieser neuen Information können Sie die nächste Woche noch effizienter und individueller für sich planen und die Lernzeiten eher auf den Vormittag verlegen.

    Belastungen im Studium meistern

    Studierende stehen oft vor einer großen Mauer an Stressfaktoren. Eine repräsentative Befragung von 2016 hat gezeigt: Deutschlands Studierende sind überdurchschnittlich gestresst. 53 Prozent der Studierenden geben an, ein hohes Stresslevel zu haben. Dabei liegen die Ursachen wohl vor allem an hochschulbezogenen Faktoren, etwa an Leistungs- und Zeitdruck, sowie der Angst, den Anforderungen im Studium nicht gerecht zu werden. 

    Dass Stress nicht gesund ist, ist allgemein bekannt. Die Studierenden litten am häufigsten unter Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und Lustlosigkeit – Belastungen, die noch dazu nicht hilfreich sind, um mit Erfolg zu studieren.

    Setzen Sie dem Stress etwas entgegen

    Mit den kostenlosen AOK-liveonline-Kursen und -Coachings unterstützt die AOK Studierende dabei, die Herausforderungen des Studierens zu meistern. Behandelt werden Themen wie körperliche und psychische Gesundheit, Study-Life-Balance, Stressreduktion und Zeitmanagement.

    Studieren während der Coronapandemie

    Sie wechseln ständig zwischen Präsenz- und Onlineveranstaltungen und sehen Ihre Kommilitonen seltener, als Ihnen lieb ist? Das kann eine große Belastung sein und zu Stress, Einsamkeit und Überforderung führen. 90 Prozent von 1.806 befragten Studierenden empfanden das Studieren unter Coronabedingungen als schwieriger bis deutlich schwieriger, circa drei Viertel bewerteten ihre seelisch-emotionale Lage sogar schlechter als zuvor. Da ist es umso wichtiger, für sich selbst zu sorgen.

    Wer es noch nicht ausprobiert hat – mit diesen Tipps gelingt Studieren auch in Corona-Zeiten:

    • Gestalten Sie sich ein festen Lernplatz im Homeoffice, der möglichst abgegrenzt zu Ihrem Wohnraum ist. Das kann auch in einem kleinen WG-Zimmer gelingen: Stellen Sie sich einen kleinen Schreibtisch ins Zimmer und gestalten Sie Ihn nach Ihren Wünschen, sodass Sie ihn auch gern benutzen. Vermeiden Sie es, auf der Couch oder dem Bett zu arbeiten. Achten Sie bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes auch auf Ergonomie, um Rücken- und Nackenschmerzen vorzubeugen.
    • Organisieren Sie digitale Lerntreffen, um auch weiterhin gemeinsam mit Ihren Freunden zu studieren. Verabreden Sie sich mit Ihren Lieblingskommilitonen, um den Lernstoff zu erarbeiten und direkt offene Fragen nach Vorlesungen zu diskutieren.
    • Wenn wieder eine Home-Learning-Phase ansteht, können Sie sich tagsüber auch mal zu einem Campus-Spaziergang verabreden – bevor Ihnen noch die Decke auf den Kopf fällt. Dabei können Sie das letzte Seminar nachbesprechen oder das nächste Projekt planen. Die Bewegung an der frischen Luft wird Ihnen guttun. Informieren Sie sich auch bei Ihrer Hochschule, ob die Lernbereiche in den Bibliotheken offen sind.
    • Sportlicher Ausgleich ist ein bewährtes Mittel gegen Stress. Viele Universitäten bieten über den Hochschulsport Onlinesportkurse während der Coronapandemie an.
    • Wenn für Sie das Studium zu viel wird oder Sie mit psychischen Problemen allein nicht weiterkommen, finden Sie Unterstützung beim Studierendenwerk, das häufig psychotherapeutische und psychosoziale Beratungen anbietet. Bei finanziellen Nöten während des Studiums finden Sie hier nützliche Informationen.

    Prüfungsangst überwinden

    Die Prüfungszeit steht vor der Tür und Sie können jetzt schon nicht mehr so gut schlafen? Dann einmal tief durchatmen, bitte. So können die Prüfungsangst loswerden:

    • Vorbereitung ist das A und O: Mit gut geplantem Lernen und zeitlichem Vorlauf können Sie die Lerninhalte sicher verinnerlichen und auch unter Aufregung, wie bei einer Prüfung, abrufen.
    • Machen Sie sich Ihre eigenen Kompetenzen bewusst und schauen Sie auf das zurück, was Sie schon gemeistert haben – zum Beispiel die Abiturprüfungen.
    • Laufen oder fahren Sie mit dem Rad zur Prüfung. So können Sie noch mal Sauerstoff tanken und durch die Bewegung den Kopf freibekommen.
    • Fangen Sie in der Prüfung mit den Aufgaben an, bei denen Sie sich sicher fühlen, um Ihre Selbstsicherheit zu stärken. Kompliziertere Aufgaben heben Sie sich für später auf.
    • Wenn in der Prüfung dann doch Stress aufkommt: Lehnen Sie sich einmal kurz zurück und atmen Sie mehrmals tief durch. Das hilft, versprochen.

    Wer Angst vor einem Blackout hat und unter starker Prüfungsangst leidet, kann bei den psychosozialen Beratungsstellen der Universitäten Hilfe finden.

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    Frau steht an ihrem ergonomischen Stehschreibtisch im Büro. Sie arbeitet an ihrem Computer im Stehen.
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