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AOK – Die Gesundheitskasse

Ständige Erreichbarkeit – Tipps für den Umgang

Vielen Menschen fällt es schwer, nicht immer ständig erreichbar zu sein.
Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 19.08.2020

Ich bin dann mal offline!“ Diesen Satz wünschen wir uns doch alle öfter zu sagen! Wir erklären, warum es gesund ist, auch mal nicht erreichbar zu sein und wie es mit der Umsetzung klappt. 

Inhalte im Überblick

    Einfach mal abzuschalten fällt nicht nur Jugendlichen schwer, die das Gefühl haben, sonst „etwas zu verpassen“, auch immer mehr Erwachsene leiden unter ständiger Erreichbarkeit – beruflich wie  privat. Das hat auf Dauer sogar gesundheitliche Folgen. 

    Ständig erreichbar: Das Problem unserer digitalen Gesellschaft

    E-Mail, WhatsApp, Instagram, Telefonate – in unserem Alltag sind wir ständig erreichbar. Selbst wenn der Feierabend schon längst eingeläutet ist, finden wir ständige Ablenkung in den Tiefen der Bildschirme. Obwohl die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien viele Vorteile mit sich bringen, stellen sie unsere heutige Gesellschaft auch vor einige Herausforderungen: Die Reizüberflutung durch ständig neue Informationen lässt uns nie wirklich zur Ruhe kommen.

    Das Thema der ständigen Erreichbarkeit gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung – auch, weil es sich auf unsere Gesundheit auszuwirken scheint. So legen mehrere Studien nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und dem ständigen "Online-sein" gibt. Umso alarmierender, dass besonders die moderne Arbeitswelt diese Problematik noch zu verstärken scheint. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov geben drei von vier Berufstätigen in Deutschland an, nach Feierabend und am Wochenende Dienstmails und Anrufe zu beantworten. Es stellte sich aber auch heraus, dass sich 60 Prozent der Befragten wünschen, in ihrer Freizeit am liebsten ungestört zu sein. Bloß an der Umsetzung hapert es noch ein wenig.

    So wirkt sich ständige Erreichbarkeit auf die Gesundheit aus

    Ständige Erreichbarkeit schadet unserer Gesundheit, so das Ergebnis einer Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA). Der Alarmzustand, in dem wir uns befinden, solange wir auf eingehende Nachrichten, Anrufe etc. warten, komme einer andauernden körperlichen sowie psychischen Dauerbelastung gleich und manifestiere sich in langfristigen Krankheitsbildern wie Bluthochdruck, Diabetes und Infektionskrankheiten. Außerdem könne der ständige Erreichbarkeitsdruck und das Warten auf Nachrichten zu Schlafstörungen und einem Verlust der Erholungsfähigkeit führen. Laut Experten sind dann im schlimmsten Fall nervöse Unruhezustände und ein Burnout die Folge. Gefährlich ist dabei vor allem Dauerbelastung über einen längeren Zeitraum. Ob es sich dabei um eine beruflich bedingte Erreichbarkeit oder die private Dauernutzung elektronischer Mediengeräte handelt, ist für die Krankheitssymptome unerheblich.

    Digital Detox kann erlernt werden

    Einfach mal abschalten und entspannen – das ist gar nicht so einfach! Wer Unterstützung bei der "Ent-Digitalisierung" sucht, findet in sogenannten "Digital Detox Camps" Hilfe. Hier soll das Erreichbarkeits-Entgiften erlernt werden. Der Blick auf das Smartphone geschieht meistens unbewusst. Deswegen ist es enorm wichtig, zunächst ein Bewusstsein zu schaffen, wie und wann der digitale Konsum stattfindet. Erst wenn ein Bewusstsein für den problematischen Konsum geschaffen wurde, kann ein Wandel erreicht werden. 

    Das Thema Digital Detox beschäftigt nicht nur Privatpersonen, sondern auch große Konzerne, die ihre Mitarbeiter vor ständiger Erreichbarkeit schützen wollen. Deshalb experimentieren viele Unternehmen mit Schutzmechanismen, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber das "Offline-sein" schrittweise beibringen sollen. So werden beispielsweise die E-Mail-Konten der Mitarbeiter zwischen 18 Uhr und 6 Uhr sowie am Wochenende gesperrt, damit keine Dienstmails mehr empfangen werden können. Diese landen erst am Morgen des nächsten Arbeitstages im Postfach.

    Nützliche Tipps für den Umgang mit ständiger Erreichbarkeit

    Mit diesen nützlichen Tipps ist das "Offline-sein" gleich ein Stückchen näher gerückt. Dabei gilt: Ausprobieren! Wie lassen sich verschiedene Digital Detox-Techniken schrittweise in den Alltag integrieren? 

    • Apps, die messen, wie oft zum Smartphone gegriffen wird, können beim Reduzieren des digitalen Konsums helfen: Wie oft wurde das Telefon schon entsperrt? Wie viel Zeit wird mit Mails, Instagram und WhatsApp verbracht? Das Programm führt über die unterschiedlichen Interaktionen Protokoll und fasst sie in einer Statistik zusammen – ein erster Schritt, sich seiner eigenen Smartphone-Nutzung bewusst zu werden.
    • Es geht aber auch ohne Apps! Das Schlafzimmer sollte beispielsweise zur technikfreien Zone erklärt werden. Das bedeutet: Smartphone, Laptop und Co müssen draußen bleiben. Die Umstellung kann am Anfang schwerfallen. Doch wer den Bogen erst einmal raus hat, kann sich häufig über ein besseres Wohlbefinden und einen besseren Schlaf freuen.
    • Im Urlaub ist das Handy immer dabei? Wie wäre es stattdessen mit festgelegten Erreichbarkeitsfenstern, zwischen denen das Smartphone ausgeschaltet ist? Diese Fenster können dann schrittweise verkleinert werden, bis auch mal ein ganzer Tag komplett offline verbracht werden kann.
    • Abwesenheitsbenachrichtigungen im E-Mail-Postfach können wahre Wunder wirken! Das spart viel Zeit und Planung, da nicht jeder einzelne Kontakt über den Urlaub informiert werden muss. Durch die automatische Nachricht über Ihre Abwesenheit sind alle auf dem neuesten Stand, und Nachfragen können guten Gewissens erst nach dem Urlaub beantwortet werden.

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