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Trekking: Naturabenteuer jenseits ausgetretener Routen

Veröffentlicht am:07.04.2026

16 Minuten Lesedauer

Trekking ist Wandern für Menschen, die Naturerlebnisse suchen und sich körperlich fordern möchten, dafür aber gerne auf Komfort verzichten. Eine Trekking-Tour will jedoch gut geplant sein. Was zu beachten ist, damit der Abenteuertrip ein Erfolg wird.

Eine Gruppe von sechs Menschen bewegt sich beim Trekking auf einem Pfad im Gebirge. Sie tragen alle vollgepackte große Rucksäcke und benutzen Trekkingstöcke. Die Gruppe ist von hinten zu sehen. Der Letzte in der Reihe, ein junger Mann, dreht sich um und lächelt in die Kamera.

© iStock / Todor Tsvetkov

Was ist der Unterschied zwischen Trekking und Wandern?

Sich jenseits von Alltag in der Natur zu bewegen und richtig durchzuatmen, ist für viele Training für den Körper und Balsam für die Psyche. Trekking und Wandern sind wunderbare Outdoor-Aktivitäten, um die Natur zu Fuß zu erkunden. Im Vordergrund steht die Verbindung von Sport und Naturerlebnis.

Man könnte meinen, „Trekking” (von englisch „trek” für „marschieren” ) sei lediglich eine andere Bezeichnung für Wandern, um dem Traditionellen einen modernen Anstrich zu geben. Wandern und Trekking sind grundsätzlich verwandt, variieren jedoch in Bezug auf Dauer, Distanz, Gelände und Schwierigkeit.

Kurzum: Wandern ist eine kurzzeitige sportliche Betätigung, während Trekking ein langfristiges Naturabenteuer ist, bei dem der urbane Mensch wieder lernt, mit und in der Natur zu leben.

Wie lang sind Touren beim Trekking und Wandern?

Wandern: Beim Wandern ist man in der Regel mehrere Stunden, einen halben Tag oder einen Tag lang unterwegs. Schon Touren über beispielsweise nur fünf Kilometer gelten als Wanderung. Seltener sind mehrtägige Wanderungen.

Trekking: Trekking ist immer eine mehrtägige Unternehmung, die gewöhnlich zwischen fünf Tagen und mehreren Wochen dauert. Dabei werden insgesamt längere Strecken zurückgelegt, aber auch die am jeweiligen Tag zurückgelegten Distanzen sind länger als beim Wandern. Die tatsächliche Etappenlänge hängt auch vom Gelände ab.

Welche Unterschiede gibt es bei Gelände und Schwierigkeit?

Wandern: Wandernde bewegen sich auf markierten Wegen oder ausgetretenen Pfaden. Wanderwege sind in der Regel leicht zugänglich und technisch wenig anspruchsvoll. Beim Bergwandern verlaufen Wanderwege in niedrigeren Höhenlagen als Trekking-Routen. Auch Ungeübte können wandern.

Trekking: Trekking ist körperlich intensiver und findet abseits von markierten Wegen statt. Das Gelände ist oft unwegsam und anspruchsvoll. Steinige Pfade, schmale Wege und steile Auf- und Abstiege sind keine Seltenheit. Daher erfordert Trekking mehr Ausrüstung, Training, und Vorbereitung.

Wie unterscheiden sich Trecking und Wandern in puncto Komfort und Gepäck?

Wandern: Nach einem Tagestrip schlafen Wandernde meist zu Hause oder im Hotel. Daher genügen bequeme Wanderschuhe und -kleidung sowie ein kleiner Rucksack mit Wasser und Verpflegung. Auch bei mehrtägigen Wanderungen wird meist nicht gezeltet, sondern eine Unterkunft mit sanitären Einrichtungen aufgesucht.

Trecking: Übernachtungen in Gasthäusern sind untypisch für die Trekking-Szene. Übernachtungen in Hütten kommen vor, typischerweise ist Trekking aber ein ganzheitliches Outdoor-Abenteuer, bei dem in Zelten übernachtet wird. Alles, was man für die Dauer des Trips benötigt, befindet sich im oder am Rucksack.

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Wie bereitet man sich auf eine Trekking-Tour vor?

Trekking ist körperlich anspruchsvoller als Wandern: Die Routen sind länger, man ist mehrere Tage unterwegs, bewegt sich eventuell in höheren Lagen, bewältigt viele Höhenunterschiede und trägt schwerere Rucksäcke. Daher muss vorab Ausdauer aufgebaut werden.

Da Trekking jenseits ausgetretener Pfade stattfindet, muss vorher außerdem ein Mindestmaß an Orientierungsfähigkeit erworben werden.

Wie bereitet man sich körperlich auf Trekking vor?

Bevor es losgeht, ist ein Ausdauertraining zu empfehlen, um die Herz-Kreislauf-Fitness und die Kondition zu verbessern. Eine konkrete Trainingsmaßnahme ist das Training mit beladenem Rucksack. Generell empfiehlt es sich, mit kurzen Touren zu starten und sich dann langsam zu steigern.

Unebenes Gelände beansprucht Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Neben dem Ausdauertraining ist deshalb auch Stabilisationstraining sinnvoll, um Verletzungen und Unfälle zu vermeiden. Wer unsicher ist oder unter gesundheitlichen Problemen leidet, sollte längere Touren mit seinem Hausarzt oder seiner Hausärztin abklären.

Im Video zeigt der ehemalige Europameister Jan Fitschen vier Stabilisationsübungen.

Wie wichtig sind Karten und Navigation?

Neben mangelnder Fitness ist schlechte Orientierungsfähigkeit die Hauptgefahr beim Trekking. Sie ist häufig die Folge unzureichender Kartenlesefähigkeiten. Vor allem in Verbindung mit Erschöpfung oder Überanstrengung kann dies gefährlich werden.

Neben körperlicher Fitness und Informationen über die Route oder die Wetterbedingungen sind daher Navigationskenntnisse für das Trekking unabdingbar. Um in diesem Bereich Ihre Fähigkeiten zu erweitern, können Sie das Kartenlesen und die Navigation in unbedenklichem Gelände üben.

Wie gesund ist Trekking?

Wandern und Trekking haben ähnliche gesundheitliche Effekte. Anders als beim Wandern setzt Trekking jedoch eine größere körperliche Fitness voraus. Im Zweifel besser erst wandern, dann trekken.

Wie bei jedem Sport stellen sich nachhaltige positive Effekte nur durch Regelmäßigkeit ein.

  • Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems: Regelmäßige Bewegung kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Körperliche Anstrengung verbessert unter anderem die Durchblutung, senkt den Blutdruck und stärkt das Herz.
  • Stärkung von Muskeln und Knochen: Trekking kann sich positiv auf die Knochengesundheit auswirken. Außerdem werden zahlreiche Muskeln beansprucht. Bergauf- und Bergabgehen trainiert besonders die Beinmuskulatur.
  • Abbau von Übergewicht: Trekking ist als Form des Ganzkörpertrainings eine gute Möglichkeit, Kalorien zu verbrennen. Darüber hinaus hilft körperliche Aktivität, den Blutzuckerspiegel zu regulieren, was sich positiv auf Diabetes auswirkt.
  • Stärkung des Gleichgewichtssinns: Steigungen, Gefälle, Steine und Baumwurzeln sorgen für ein unebenes Gelände. Beim Trekking lernt man, den eigenen Schwerpunkt wahrzunehmen, sich an Veränderungen anzupassen und das Gleichgewicht trotz solcher Umstände zu halten.
  • Booster für die psychische Gesundheit: Bewegung in der Natur steigert das Wohlbefinden, baut Stress ab und kann psychischen Problemen vorbeugen oder entgegenwirken. Trekking setzt zudem, wie jede intensive körperliche Aktivität, Endorphine frei: körpereigene Opioide, die (obwohl sie keine Hormone sind) auch Glückshormone genannt werden. Ausdauersportarten erhöhen den Endorphinspiegel und das Gefühl von Freude und Glück.

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Was braucht man für die Trekking-Tour?

Das komplette Material, das für die gesamte Tour benötigt wird, muss in der Regel selbst mitgeführt werden. Neben Material ist auch Ersatzkleidung erforderlich. Entsprechend lang ist die Packliste für das Trekking-Abenteuer – und entsprechend voll der Rucksack.

Wichtig: Packen Sie den Rucksack so, dass sich das Gewicht gleichmäßig verteilt und Rücken und Schultern entlastet werden. Eine optimale Gewichtsverteilung kann einen enormen Unterschied machen.

Welche Kleidung wird benötigt?

  • Trekkingschuhe mit tiefem Profil und Knöchelunterstützung
  • Funktionssocken
  • Wanderhose
  • Oberkleidung im Zwiebelprinzip:
    1. schnelltrocknendes Funktionsshirt (keine Baumwolle)
    2. Fleecejacke oder andere leichte Jacke
    3. wind- und wasserdichte Jacke
  • Mützen oder Kappen als Sonnenschutz; Sonnenbrille

Welche Ausrüstung ist unerlässlich?

  • Rucksack (50-70 Liter)
  • Trekkingstöcke
  • Karte oder GPS-Route
  • Zelt
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Proviant
  • ggf. Filter oder Reinigungstabletten (um Wasser aus Bächen nutzen zu können)
  • Outdoor-Kocher
  • Sonnenschutzmittel
  • Erste-Hilfe-Set und Reisemedikamente
  • Taschen- oder Stirnlampe
  • Mülltüten (um nichts zurückzulassen)
Ein Mann packt in seiner Wohnung seinen Rucksack für eine Trekking-Tour. Auf dem Bett vor ihm liegen wichtige Trekking-Utensilien ausgebreitet, darunter ein Zelt, ein Schlafsack, Funktionskleidung und eine Gasflasche.

© iStock / sankai

Der Rucksack will gut gepackt sein: Für eine gelungene Trekking-Tour sind Planung und die Ausrüstung das A und O.

Wie plant man eine Trekking-Tour?

Der Reiz des Trekkings liegt in der Ursprünglichkeit sowie der Herausforderung, sich selbstständig in der Natur zurechtzufinden. Für viele Menschen aus der Stadt ist das eine echte Bewährungsprobe. Das birgt natürlich die Gefahr, dass etwas schiefgeht.

Um das zu vermeiden, sollten Sie die Route sowie den Material- und Proviantbedarf genau planen. Informieren Sie sich über Distanzen, Höhenmeter und die natürlichen Verhältnisse. Am besten ermitteln Sie zunächst Übernachtungsmöglichkeiten und planen die Strecke dann etappenweise von Schlafplatz zu Schlafplatz.

Beginnen Sie immer mit leichten Routen und gehen Sie es in jedem Fall langsam an. Für Anfängerinnen und Anfänger kann es ratsam sein, zunächst in Gruppen zu laufen oder an geführten Touren teilzunehmen (besonders im Ausland).

Wo kann ich in Deutschland beim Trekking im Zelt übernachten?

In Deutschland ist wildes Campen verboten. Es gibt jedoch eine Ausnahme: offizielle Trekkingplätze.

Seit einigen Jahren werden vor allem in den Mittelgebirgen zunehmend solche naturnahen Übernachtungsplätze von Forstbehörden und anderen Institutionen eingerichtet – abseits von regulären Campingplätzen. Hier ist es möglich, legal im Wald zu zelten.

Die Übernachtungsplätze sind aus Naturschutzgründen begrenzt, deswegen sollten Sie vorher planen, wo Sie übernachten möchten. Trekkingplätze sind kostenpflichtig und meist buchungspflichtig. Außerdem ist nur eine einzelne Übernachtung möglich.

Fachlich geprüft
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