Sicher Reisen
Krank fliegen: Wann ist eine Reise gefährlich?
Veröffentlicht am:01.04.2026
8 Minuten Lesedauer
Für die meisten Menschen ist eine Flugreise unbedenklich, doch für bestimmte Personen birgt Fliegen Risiken. Was Reisende beachten und wann sie besser nicht ins Flugzeug steigen sollten.

© iStock / izusek
Welche Auswirkungen hat das Fliegen auf unseren Körper?
Das Flugzeug gilt als eines der sichersten Verkehrsmittel. Dennoch stellen die besonderen Bedingungen in der Kabine eine Belastung für den menschlichen Körper dar. Denn in einem Flugzeug wird der Luftdruck zwar künstlich aufrechterhalten, er ist aber niedriger als der Luftdruck auf Meereshöhe. Das Druckniveau entspricht etwa den Verhältnissen auf einem Berg in 2.400 Metern Höhe. Dadurch steht allen Fluggästen weniger Sauerstoff zum Atmen zur Verfügung.
Für die meisten Menschen ist das unbedenklich, für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Herz- oder Lungenerkrankungen kann es jedoch kritisch werden. Im schlimmsten Fall drohen Atemversagen oder eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels (kardiale Ischämie).
Hinzu kommen die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Flugzeug. Die niedrige Luftfeuchtigkeit kann den Körper unbemerkt austrocknen. Die eingeschränkte Mobilität und das lange Sitzen erhöhen das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE).
Flugtauglichkeit: Wann sollte man eine Reise überdenken?
Als allgemeine Regel gilt: Wer gesundheitlich instabil ist, sollte nicht fliegen. Dies betrifft insbesondere Menschen mit Erkrankungen, die unvorhersehbar sind, sich schnell verschlechtern oder sich gerade erst entwickeln.
Auch für weitere Risikogruppen, meist chronisch Kranke, stellen die Bedingungen im Flugzeug eine größere Herausforderung dar. Es ist ratsam, sich gut vorzubereiten und vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, um die Risiken zu minimieren.
Erkrankungen der Atemwege und Lunge
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Neurologische Erkrankungen
Risiko für eine venöse Thromboembolie
HNO-Erkrankungen
Infektionen wie Magen-Darm-Infekte, Coronavirus oder Grippe
Schwangerschaft
Diabetes
Nach einer Operation

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Medizinische Beratung: Wie bereitet man sich auf eine Flugreise vor?
Keine Sorge: Eine Flugreise ist auch mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Vorerkrankungen möglich. Entscheidend für eine sichere Reise sind eine gute Vorbereitung und eine frühzeitige Beratung.
Was passiert bei einem Arztbesuch?
Es empfiehlt sich, frühzeitig vor der Abreise eine Ärztin, einen Arzt oder eine reisemedizinische Beratungsstelle aufzusuchen. Diese beurteilen Ihre Flugtauglichkeit, Stabilität und eine mögliche Ansteckungsgefahr. Dabei berücksichtigen sie die Flugdauer, die Bedingungen am Zielort sowie mögliche Verschlechterungen der chronischen Erkrankung.
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Fit to fly: Wann braucht man eine Flugtauglichkeitsbescheinigung?
Fluggesellschaften können in einigen Fällen eine Flugtauglichkeitsbescheinigung verlangen, zum Beispiel:
- Wenn die Erkrankung während des Fluges einen medizinischen Notfall oder eine Verletzung auslösen könnte,
- eine Gefahr für andere Fluggäste besteht
- oder während des Fluges zusätzlicher Sauerstoff benötigt wird.
Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt füllt das Formular aus. Wenn die Person als „fit to fly“ gilt, sind aus ärztlicher Sicht keine Komplikationen zu erwarten. Letztendlich kann jedoch die Airline entscheiden, ob sie die betroffene Person transportiert. Da jede Fluggesellschaft leicht unterschiedliche Anforderungen an solche Atteste stellt, sollte man sich rechtzeitig vor der Reise bei ihr informieren.
Wie führt man Medikamente mit?
Es ist ratsam, Medikamente im Handgepäck und idealerweise in Originalverpackung mitzuführen. Lassen Sie sich die verordneten Medikamente am besten von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in den Internationalen Notfallausweis eintragen.
Je nach Erkrankung sollten Fluggäste folgende Unterlagen und Medikamente griffbereit im Handgepäck haben:
- Eine detaillierte Liste aller Erkrankungen,
- alle Medikamente, möglichst in Originalverpackungen,
- eine Liste aller Medikamente samt Dosierung und Allergien,
- den Internationalen Notfallausweis
- und die elektronische Gesundheitskarte.
Passen Sie die Einnahmezeiten entsprechend an, wenn Sie Zeitzonen überqueren. Bei nicht zeitkritischen Medikamenten können Sie die Zeitzone der Heimat beibehalten oder schrittweise anpassen.
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