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Nachhaltig reisen: So gelingt sanfter Tourismus

Eine Mutter und Kind sind am Strand an der Nordsee und spazieren.

© iStock / vitapix

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 15.09.2021

Kein Ort der Welt ist mehr unerreichbar. Das hat viele Vorteile für Urlauber, doch Umwelt und Klima leiden darunter. Deshalb legen immer mehr Menschen Wert auf einen sanften Tourismus. Wie auch Sie Ihre nächste Reise nachhaltiger gestalten können und warum Sie es versuchen sollten, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Welche Folgen hat der bisherige Tourismus für die Umwelt?

    Grundsätzlich sollten sich Urlauber darüber im Klaren sein, dass Tourismus beinahe alle Bereiche der Umwelt beeinflusst: Während der An- und Abreise wird Energie verbraucht, während des Aufenthalts verbrauchen Urlauber Fläche, ob in einem Hotel oder einer Ferienwohnung, und auch jegliche Freizeitaktivitäten haben Einfluss auf die Natur.

    Laut Umweltbundesamt sind diese Bereiche am stärksten vom Tourismus betroffen:

    • Luft und Verkehr: Luftverschmutzung wird durch den Tourismus an Land, zu Wasser und in der Luft erzeugt. Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) entsteht durch touristisch bedingten Verkehr und trägt maßgeblich zum Klimawandel bei, verantwortlich dafür sind Reisen mit dem Pkw, Reisebus, Schiff oder Flugzeug.
    • Wasser: Fast 50 Prozent aller Urlauber buchen Reisen ans Meer oder an die See, dadurch werden  Gewässer verschmutzt und der Wasserverbrauch steigt.
    • Boden: Flächen müssen für Hotels, Ferienwohnungen und Parkplätze verändert werden – all das hat Auswirkungen auf den Boden und den Wasserhaushalt und erhöht das Risiko für Überflutungen.
    • Landschaft: Neue Infrastrukturen wie der Bau einer Bergbahn, eines Hotelkomplexes oder die Errichtung spezieller Wander- und Radwege haben direkten Einfluss auf das Stadt- oder Landschaftsbild.
    • Biodiversität: Kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist so auf eine intakte Natur angewiesen wie der Tourismus. Für einen nachhaltigen Tourismus ist es daher wichtig, die biologische Vielfalt zu schützen. Triebkräfte für den Verlust an biologischer Vielfalt sind zum Beispiel der Landnutzungswandel durch Flächenverbrauch für den Verkehr oder die Ausgasung klimarelevanter Gase (durch Entwaldung, Umwandlung von Mooren in Wiesen und Äcker).

    Praktische Tipps für die Urlaubsplanung: So reisen Sie nachhaltig

    Um Umwelt, Klima und Ressourcen zu schonen, ist es für jeden Einzelnen wichtig, auf Nachhaltigkeit zu setzen. Diese Tipps des Umweltbundesamtes und des Bundesverkehrsministeriums können Sie vielleicht schon bei der nächsten Reiseplanung beherzigen:

    • Bevorzugen Sie Reiseziele in der Nähe.Fast jeder findet im Umkreis von 1.000 Kilometern schöne Urlaubsziele, die genau das bieten, was die meisten im Urlaub suchen: Erholung, Wälder, Berge, Strand und Sehenswürdigkeiten.
    • Vermeiden Sie Flugreisen und Kreuzfahrten, denn die stärksten Umweltbelastungen resultieren aus An- und Abreise. Nach einer Berechnung des NABU werden von einem Kreuzfahrtschiff genauso viele Schadstoffe ausgestoßen wie von fünf Millionen Autos auf gleicher Strecke. Die Wahl des Verkehrsmittels spielt also eine große Rolle. Am umweltschonendsten ist eine Reise mit dem Bus, der Bahn oder dem Fahrrad, auch vor Ort gibt es meistens ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem. Viele Hotels bieten eigene Transportmöglichkeiten an. Wer mit einem elektrischen Auto in den Urlaub fahren möchte, sollte sich vorab über Ladestationen informieren.
    • CO2-Ausgleich: Wer mit dem Flugzeug von Deutschland auf die Kanarischen Inseln und zurück fliegt, verursacht pro Person einen Ausstoß von ca. 1.800 Kilogramm klimaschädlichem CO2. Für solche Fernreisen gibt es allerdings kaum umweltfreundliche Alternativen. Eine sinnvolle Möglichkeit ist daher der Ausgleich von Treibhausgasemissionen (durch Flugreisen oder Kreuzfahrten) durch eine freiwillige Kompensationszahlung. Sie finanzieren mit diesem Geld Klimaschutzprojekte, bei denen die entsprechende Menge an Treibhausgasen eingespart wird.
    • Bevorzugen Sie Reiseanbieter mit verbindlichen Umwelt- und Sozialstandards. Zur Orientierung dienen Umweltzertifikate und Labels, die genau kennzeichnen, welche Anbieter diese Standards (schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen, klimafreundliche Transporte, die Reduzierung des Abfallaufkommens, Engagement in Artenschutzprojekten) einhalten.
    • Verhalten Sie sich im Urlaub so umweltfreundlich wie zu Hause. Achten Sie auch an Ihrem Urlaubsort auf Mülltrennung und den sparsamen Umgang mit Energie und Wasser, vor allem in südlichen Ländern ist Wasser oft knapp.
    • Nehmen Sie Rücksicht auf sensible Lebensräume von Tieren und Pflanzen und respektieren Sie dort vorkommende Arten. Füttern Sie keine Wildtiere, versuchen Sie nicht, die Tiere zu streicheln, beschädigen Sie keine Pflanzen und nehmen Sie anfallenden Müll wieder mit nach Hause.
    • Reduzieren Sie Ihr Reisegepäck, denn häufig können Babybetten, Räder oder Sportausrüstung vor Ort ausgeliehen werden.
    • Setzen Sie auf Mehrweg- und Secondhandprodukte wie gebrauchte Wanderstöcke, gebrauchte Skistiefel, recycelte Reiserucksäcke oder nachhaltiges Campinggeschirr.
    • Beachten Sie den Artenschutz und kaufen Sie keine Souvenirs aus Korallen, Elfenbein und Reptilienleder.
    • Besuchen Sie keine Einrichtungen, die Wildtiere in Gefangenschaft halten, wie zum Beispiel Delfinarien oder Elefantenreiten. Stattdessen können Sie lokale Artenschutzprojekte oder Naturschutzgebiete unterstützen.
    • Statt viel Geld für teure Hotelzimmer zu bezahlen, ermöglichen Ihnen verschiedene Internetplattformen, das eigene Zuhause mit anderen Menschen zu teilen oder zu tauschen.

    Ein Mann und eine Frau sitzen auf einem Baumstamm in einer Berglandschaft und umarmen sich. Sie schauen auf ein Tal und einen See.
    Nachhaltig reisen heißt auch, Rücksicht auf die Natur und Artenvielfalt zu nehmen.

    © iStock / Anastasiia Shavshyna

    Nachhaltig reisen: klimafreundliche Reiseveranstalter

    Wer umweltschonend verreisen möchte, kann sich mittlerweile an speziellen Umweltzertifikaten und entsprechenden Labels orientieren. Diese Standards betreffen unter anderem den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Wasser, klimafreundliche Transporte, die Reduzierung des Abfallaufkommens oder das Engagement in Artenschutzprojekten. Zu den klimafreundlichen Reiseveranstaltern gehören „Fair unterwegs“ und das „Forum anders Reisen“.

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