Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Gesundheitsmagazin

Müll vermeiden

Mülltrennung: Gut für die Umwelt und unsere Gesundheit

Veröffentlicht am:19.10.2021

6 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 08.01.2024

Wer seinen Müll richtig trennt, fördert das Recycling, schont die Umwelt und schützt die eigene Gesundheit. Welcher Müll gehört in welche Tonne? Und was sollten Sie noch beachten? Die wichtigsten Fakten zur Mülltrennung.

Eine Person überlegt, in welchen Müll die Bananenschale gehört.

© iStock / Sasha_Suzi

Mülltrennung: Darum ist sie so wichtig

Jeder und jede Deutsche produziert pro Jahr 600 Kilogramm Haushaltsmüll. Ein großer Teil des Mülls wird verbrannt, dabei entstehen giftige Gase, Staub und Asche. Wichtig ist daher, Abfälle so gut es geht zu vermeiden oder sinnvoll zu recyceln. Mit einer sorgsamen Mülltrennung können Sie dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Mülltrennung fördert die Verwertung von Abfällen. Durch Recycling werden jährlich Millionen Tonnen an Rohstoffen eingespart, weil weniger natürliche Ressourcen verbraucht werden und der Energieverbrauch sinkt. Eine Faustformel besagt: Jede Tonne Recyclingplastik spart im Vergleich zu einer Tonne herkömmlichem Plastik aus Erdöl eine Tonne Kohlenstoffdioxid (CO₂). Das Öko-Institut hat ermittelt, dass durch Mülltrennung und Recycling von Glas-, Papier- und Leichtverpackungen in Deutschland im Jahr 2020 rund 2,88 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart wurden. Wird Müll hingegen falsch sortiert oder gar nicht getrennt, kann er nur schlecht oder in manchen Fällen gar nicht recycelt werden.

Passende Artikel zum Thema

Was ist Recycling?

Recycling bedeutet, dass Müll durch ein Verwertungsverfahren wiederverwendbar gemacht wird. Entweder entstehen aus den Abfällen wieder die ursprünglichen Materialien oder andere sekundäre Rohstoffe. Dadurch gelangen sie zurück in den Wirtschaftskreislauf und können erneut benutzt werden. So entstehen aus Recyclingplastik zum Beispiel farbige Putzeimer.

Entscheidend für ein erfolgreiches Recycling ist die korrekte Mülltrennung. Die lokalen Entsorgungsunternehmen stellen dafür verschiedene Tonnen zur Verfügung. In der Regel sind das:

  • eine graue Tonne für den Restmüll
  • eine Wertstofftonne für Plastikverpackungen
  • eine blaue Tonne für Papier
  • eine grüne Biotonne für Gartenabfälle und Küchenreste.

Darüber hinaus stehen in den meisten Städten und Gemeinden an vielen Straßen große Glas- und Papiercontainer. Auch an Wertstoffhöfen gibt es die Möglichkeit, Müll richtig zu trennen und so zu entsorgen, dass er wiederverwertet werden kann.

Bruder und Schwester werfen Glasflaschen in einen Glascontainer.

© iStock / Imgorthand

Binden Sie Ihre Kinder in die Mülltrennung zu Hause mit ein – so lernen sie schon früh, worauf es ankommt.

Mülltrennung: Was gehört in welche Tonne?

Da die Entsorgung des Mülls in Deutschland über die Städte und Gemeinden geregelt ist, gibt es regionale Unterschiede, was in welche Tonne darf. Deshalb ist es sinnvoll, sich vorab bei seinem lokalen Entsorgungsunternehmen über die Mülltrennung zu informieren und sich zu erkundigen, welche Tonnen zur Verfügung stehen und welche Abfälle jeweils hineindürfen.

Was gehört in die Wertstofftonne oder den Gelben Sack?

In der Wertstofftonne, der gelben Tonne oder dem Gelben Sack werden Reststoffe gesammelt, die, bei richtiger Mülltrennung, gut recycelt werden können. Ob Gelbe Säcke, gelbe Tonnen oder Wertstofftonnen im Einsatz sind, hängt von regionalen Regelungen ab. Es gibt aber Unterschiede, was in welches Behältnis darf und was nicht:

In die gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören ausschließlich sogenannte Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundmaterialien. Gut zu wissen:

  • Verpackungen wie Joghurtbecher müssen lediglich löffelrein sein. Auswaschen ist nicht notwendig. Dafür sollten Sie bei Joghurtbechern den Aludeckel vollständig ablösen, bevor Sie sowohl den Becher als auch den Deckel in der gelben Tonne entsorgen.
  • Flaschen- oder Glasdeckel gehören ebenfalls in die gelbe Tonne und nicht in den Glasmüll.
  • Auch Kaffeekapseln, die am dualen System teilnehmen, werden in der gelben Tonne oder in der Wertstofftonne entsorgt.

In den Wertstofftonnen werden neben den Materialien, die in die gelbe Tonne dürfen, auch Abfälle gesammelt, die aus Kunststoff oder Metall bestehen. Das sind zum Beispiel:

  • alte Zahnbürsten
  • Pfannen
  • Kochtöpfe
  • Plastikeimer

Passende Artikel zum Thema

Welcher Müll darf in die Papiertonne?

In einigen Städten und Gemeinden gibt es als Unterstützung zur richtigen Mülltrennung Papiertonnen. Das spart den Weg zum nächstgelegenen Papiercontainer. Wer Papier richtig trennt, trägt etwas zum Umweltschutz bei. Denn der Einsatz von Altpapier bedeutet, dass in der Papierproduktion weniger Holz, Wasser und Energie benötigt werden. Neben Zeitungen, Zeitschriften und Schreibpapier dürfen auch Verpackungen aus Pappe und Geschenkpapier in der Papiertonne entsorgt werden.

Nicht in die Papiertonne gehören:

  • Fax- und Thermodruckpapier, aus dem zum Beispiel Kassenbons oder Fahrkarten bestehen. Sie gehören in die Restmülltonne.
  • Imprägnierte und beschichtete Papiere, zum Beispiel Käsepapier, Tapetenreste, Styropor, gebrauchte Taschentücher oder mit Essensresten verschmiertes Papier. Auch gebrauchte Servietten, Küchen-, Back- und Butterbrotpapier sowie fettige Pizzakartons und beschmutzte Pappteller gehören nicht in den Papiermüll, sondern werden in der Restmülltonne entsorgt.

Was gehört in die Biotonne oder auf den Kompost?

Damit Mülltrennung richtig gut funktioniert, sollten auch organische Abfälle separat entsorgt werden. Dafür gibt es die Biotonne oder alternativ den Kompost im eigenen Garten. In die Biotonne oder auf den Kompost gehören:

  • Gartenabfälle
  • Pflanzenreste
  • Obst- und Gemüseabfälle
  • Kaffee- und Teefilter

Feuchte Bioabfälle am besten vorher in Papier einwickeln. In manchen Kommunen dürfen zudem Fleisch- oder Fischreste über die Biotonne entsorgt werden. Plastiktüten, auch sogenannte Biokunststofftüten, sollten nicht im Biomüll entsorgt werden. Sie zersetzen sich zu langsam und meistens auch nicht zu 100 Prozent. So landen sie am Ende mit dem Kompost entweder auf Ackerflächen oder im eigenen Garten. Das ist schlecht für die Umwelt und für die Gesundheit, weil der menschliche Organismus diese Stoffe im Zweifel über Nahrungsmittel aufnimmt.

Die Biotonne als indirekter Energielieferant

Biogasgewinnung aus Küchenabfällen:

Knapp 40 Prozent des Mülls, den man in die Restmülltonne wirft, müsste streng genommen in sogenannten Biomülltonnen entsorgt werden. Denn Küchenabfall, etwa Bananen- oder Eierschalen, können als Rohstoff für die Biogasgewinnung genutzt werden. Eine Bananenschale liefert beispielsweise Energie, um eine 11-Watt-Lampe 34 Minuten zu betreiben. Wegen ihres Nährstoffgehalts liefern allerlei Essenreste sogar noch mehr Energie. Demnach ist es gut für die Energiegewinnung, Küchenabfälle in der Biotonne zu entsorgen und eine solche Tonne zu beantragen, wenn man keine hat.

Was gehört in die graue Restmülltonne?

In die graue Tonne darf der Restmüll, der sich nicht weiter trennen lässt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Hygieneartikel
  • Windeln
  • Medikamente: Sie sollten niemals in der Toilette oder im Waschbecken herunterspült werden. Viele Apotheken nehmen Altmedikamente zurück und einige Entsorgungsunternehmen haben eigene Schadstoffsammelstellen. Ansonsten dürfen Medikamente in den Restmüll und die Verpackung in die entsprechende Tonne.
  • Staubsaugerbeutel
  • verschmutztes Papier
  • Tierstreu
  • Zigarettenkippen
  • Tapeten
  • Frittenfett
  • Fotos
  • Glühbirnen
  • Trinkgläser
  • Glas von zerbrochenen Spiegeln oder Fenstern (da es aus anderem Glas besteht als Verpackungsglas)

Dieser Restmüll wird in der Regel in großen Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Zahlreiche Kommunen nutzen diese Anlagen, beziehungsweise die Wärme, die bei der Müllverbrennung entsteht, zum Beispiel für die Stromerzeugung oder auch für Wärmenetze wie die Fernwärme.

Richtige Mülltrennung: Was gehört in keine der Tonnen?

Die verschiedenen Tonnen erleichtern die Mülltrennung. Allerdings gibt es Gegenstände, die in keine der Tonnen gehören und separat entsorgt werden sollten. Dazu gehören:

  • Sondermüll: Produkte mit Schadstoffen, die keinesfalls in die Umwelt gelangen sollten, wie Farbe oder Lacke. Der Wertstoffhof vor Ort nimmt diesen Sondermüll entgegen.
  • Elektronikgeräte: Auch wenn sie kaputt sind, enthalten sie noch wertvolle Rohstoffe, die recycelt werden können. Solche Geräte können Sie entweder beim Kauf eines neuen Geräts bei dem Händler oder auf einem Wertstoffhof abgeben.
  • Batterien, LED-, Leuchtstoff- und Energiesparlampen: Sie werden überall dort zurückgenommen, wo sie auch verkauft werden, zum Beispiel in Supermärkten, Elektronikfachgeschäften und Baumärkten.

Weiterführende Links zum Thema

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?