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Mehr Achtsamkeit auf Reisen dank neuer Slow-Travel-Bewegung

Slow Travel bedeutet für diese junge Frau, mit der Bahn anstelle eines Flugzeugs zu verreisen.

© iStock / jaochainoi

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 02.11.2021

Das neue Reisen soll langsamer, achtsamer und umweltfreundlicher sein. Slow Traveller sind mit der Absicht unterwegs, die Umgebung bewusst wahrzunehmen. Anstatt möglichst viele Ziele abzuklappern, bleiben sie länger an einem Ort und reisen dafür seltener. Sie haben Lust, achtsam zu reisen? Hier kommen die wichtigsten Tipps für Ihren Slow Trip.

Inhalte im Überblick

    Klimasünde Verkehr: Flüge besonders schädlich

    Ein Wochenendtrip nach Dublin oder eine einwöchige Pauschalreise nach Ägypten – mit dem Flugzeug sind ferne Ziele so schnell erreichbar, dass es sich auch für einen kurzen Zeitraum lohnt, lange Wege zurückzulegen. Diese schnelllebige Form des Reisens steht jedoch immer deutlicher in der Kritik. Gerade der Flugverkehr gilt als eine der Hauptquellen für klimaschädliche CO2-Emissionen in der Tourismusbranche.

    Für kein anderes Fortbewegungsmittel wird so viel Energie benötigt wie für das Fliegen. Dabei werden nicht nur CO2, sondern auch Stickoxide und Wasserdampf in hohen Luftschichten ausgestoßen – Faktoren, die laut des Weltklimarats IPCC sogar eine zwei- bis fünfmal höhere Auswirkung auf das Klima haben als das CO2.

    Insgesamt fallen etwa fünf Prozent aller vom Menschen verursachten Emissionen auf die verkehrsbedingten Emissionen des Tourismus.

    Slow Travel: für das Klima, mehr Achtsamkeit und Wohlbefinden

    Es soll auch anders gehen: Das neue Konzept „Slow Travel“ („langsames Reisen“) stellt Achtsamkeit und Nachhaltigkeit beim Reisen in den Vordergrund. Für Urlauber heißt das unter anderem: Bahn statt Flugzeug, weniger Ziele statt Hopping von Sightseeing- zu Sightseeing-Point und Mietwohnung statt Hotel.

    Slow Travelling ist aber nicht nur klimafreundlicher und achtsamer: Die Art des Reisens ist außerdem eine Wohltat für die Gesundheit. Den stressigen, schnellen Alltag hinter sich lassen – das wünschen sich die meisten Menschen, wenn sie in den Urlaub aufbrechen. Doch wer von einer Sightseeing-Attraktion zur nächsten hetzt oder gar in einer Woche ganze Länder bereist, kann schnell in Stress geraten.

    Slow Travel bietet einen Ausgleich: Wer langsam unterwegs ist, empfindet auch eher weniger Hektik. Es bleibt mehr Zeit zum Durchatmen, Pausieren und Reflektieren. Vor allem Urlaube mit Naturerfahrung, kombiniert mit körperlicher Betätigung, stärken nachgewiesen das Wohlbefinden.

    Beim Slow Travel setzt diese Gruppe Mountainbiker aufs Fahrrad und verreist so klimafreundlich.
    Urlaub in der eigenen Region bietet sich wunderbar an, um achtsam zu verreisen. Wer zudem mit dem Rad unterwegs ist, tut seiner Gesundheit etwas Gutes und schont das Klima.

    © iStock / U. J. Alexander

    Wie funktioniert Slow Travel?

    Damit der Slow-Trip keine Enttäuschung wird, sollte die achtsame Reise gut geplant werden. An folgenden Tipps können Sie sich orientieren:

    • Bahn statt Flugzeug:
      Wer ohne Flieger verreist, reduziert seinen ökologischen Fußabdruck. Gerade wenn man den Kontinent aus ökologischen Gründen nicht verlässt, lassen sich Reisen ganz wunderbar mit der Bahn, Reisebussen oder auch mit dem Fahrrad unternehmen.
    • Nah statt fern:
      Waren Sie schon mal auf dem Rheinradweg unterwegs oder haben an der Mecklenburgischen Seenplatte entspannt? Viele wunderbare Reiseziele liegen ganz in der Nähe. Je kürzer die Anreise, desto geringer ist der CO2-Fußabdruck, den Urlauber hinterlassen.
    • Lang statt kurz:
      Je mehr Zeit Sie an einem Reiseziel verbringen, desto tiefer können Sie in das Leben am Reiseort eintauchen und desto geringer ist Ihr ökologischer Fußabdruck. Das setzt bei Fernzielen voraus, dass Sie seltener und dafür länger verreisen.
    • Achtsam statt actionreich:
      Beim Slow Travelling wird die Anreise bereits als intensive Reiseerfahrung wahrgenommen und geschätzt. Dass alles etwas länger dauert, gilt es als bewussten Teil der Reise zu akzeptieren – getreu dem Motto „der Weg ist das Ziel“. Ein Beispiel: Gerade ist man noch in der Heimatstadt ins Flugzeug gestiegen, wenige Stunden später befindet man sich in einem fremden Land. Wer jedoch mit dem Zug die Landschaft durchquert, lässt die Heimatstadt nur langsam hinter sich, bemerkt, wenn sich das Klima oder die Umgebung verändern, und stellt sich auch mental langsam auf das Reisen, Loslassen und Entspannen ein. 

      Auch am Aufenthaltsort gilt: Wer sich Zeit nimmt, die Umgebung bewusst zu entdecken, etwas über die Geschichte des Orts zu erfahren und lokale Essensspezialitäten auszuprobieren, erlebt eine ganz andere Qualität des Reisens. Anstatt nur kurze Eindrücke zu erhaschen und eine Bucket List mit Selfiepoints abzuhaken, können umfassende, eindringliche Erfahrungen gemacht und diese auch wirklich genossen werden.
    • Mietwohnung statt Hotel:
      Slow Travel bedeutet auch, mit den Einheimischen in Kontakt zu treten. Die besten Tipps haben immer die Menschen parat, die am Urlaubsziel wohnen. Ins Gespräch kommen Sie am einfachsten, wenn Sie in einer privat vermieteten Wohnung, einer kleinen Pension oder zum Beispiel auf einem Bauernhof unterkommen.
    • Flexibel statt durchgeplant:
      Slow Travel ist der Gegenentwurf zur durchgeplanten Pauschalreise. Ohne vorgegebene Stopps oder Tagesausflüge haben Sie die Gelegenheit, sich einfach mal treiben zu lassen. Bestimmen Sie selbst, wie lange Sie wo bleiben wollen, und entscheiden Sie spontan darüber, wann Sie zu einem weiteren Ziel aufbrechen.

    Slow-Travel-Ziele zur Inspiration

    Alle Ziele, die Sie mit der Bahn, dem Reisebus, dem Fahrrad oder Ihren Füßen erreichen können, eignen sich ideal für Ihren Slow Trip.

    Sie können beispielsweise auf einem Bauernhof entspannen, regionales Essen genießen und die Umgebung entdecken. Wie wäre es etwa mit einem traditionellen Bauernhof in den Bergen Sloweniens oder einem Aufenthalt auf einem Weingut in der Toskana? 

    Wer den achtsamen Urlaub mit Bewegung kombinieren will, kann sich aufs Rad schwingen. Kennen Sie schon den den Rheinradweg (Euro Velo15)? Er führt entlang des Flusses von der Schweiz durch Deutschland nach Holland. Oder wie wäre es mit dem Ostseeküsten-Radweg, der von Flensburg bis nach Travemünde reicht?

    Auch für Wanderfreunde wird in Deutschland viel geboten. Waren Sie schon mal auf einem der zahlreichen Fernwanderwege unterwegs? Ein besonders schöner ist zum Beispiel der Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide oder der Eifelsteig in Nordrhein-Westfalen.

    Auch mit Kindern lassen sich Wanderurlaube, Radwandern oder auch Kanuwandern, das zum Beispiel in Tschechien sehr beliebt ist, gut umsetzen.

    Wer zu einer Fernreise mit dem Flugzeug aufbricht, kann auch diese „slow“ – im Sinne von achtsam – planen. Ein beliebter Klassiker ist die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis nach Wladiwostok. Oder als Alternative: ein Bahn-Trip mit dem Costa Verde Express entlang der Nordküste Spaniens.

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