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Radwandern mit Kindern

Eine Familie mit einem kleinen Sohn ist mit dem Rad unterwegs.

© iStock / monkeybusinessimages

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 10.08.2021

Egal ob Urlaubsreise oder Wochenendtrip – Radwandern ist die ideale Urlaubsform für Naturliebhaber und Sportbegeisterte. Zudem schonen Radreisen die Umwelt und sind gut für die Gesundheit. In Deutschland gibt es über 200 Radwanderwege, die auch für Kinder geeignet sind. Wer ein paar praktische Tipps für die Reiseplanung beherzigt, kann sich schon jetzt auf eine gelungene Tour freuen.

Inhalte im Überblick

    Die perfekte Reiseplanung für eine Radtour mit Kindern

    Auf den Sattel, fertig, los! Wer sich mit der Familie aufs Rad schwingt, lässt den hektischen Alltag schnell hinter sich. Das Beste daran: Eine Radwanderung kann direkt vor der Haustür beginnen, egal ob für eine Woche oder für einen kurzen Ausflug ins Grüne.

    Wie lange hält der Jüngste auf dem Kinderfahrrad durch? Haben die älteren Kids noch Lust auf eine längere Radreise? Es gibt vor einer solchen Tour zwar eine Menge zu planen und bedenken, aber die Mühe lohnt sich, denn: Für Kinder ist eine Radreise ein großes Abenteuer – auf dem es viel zu entdecken gibt! Selbst weidende Kühe oder ein Kätzchen am Wegesrand können so zu einem Highlight werden.

    Damit allerdings böse Überraschungen ausbleiben, helfen folgende Tipps den Urlaub mit Kindern per Rad vorzubereiten:

    Sind die Räder verkehrstauglich?

    Bevor es mit der ganzen Familie auf Reisen geht, sollte der Zustand aller Räder gründlich geprüft werden:

    • Sind Bremsen und Lichter funktionstüchtig?
    • Sind Lenker und Sattel so eingestellt, dass alle Fahrer bequem sitzen und kräftig in die Pedale treten können? (Tipp: Fahren Kinder häufig im Stehen, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Sattel zu niedrig eingestellt ist.)

    Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat eine Checkliste zur Überprüfung der Verkehrstauglichkeit zusammengestellt.

    Fahrradanhänger oder eigenes Rad? Was zu beachten ist

    Eltern können am besten einschätzen, wann das Kind in der Lage ist, selbständig zu radeln. Einige Kinder fahren bereits mit vier Jahren sicher auf dem Rad, andere mit sechs. Wichtig für eine sichere Radtour ist neben der Verkehrstauglichkeit, dass das Kinderrad einen möglichst tiefen Einstieg hat, damit die Kleinen in kritischen Situationen schnell absteigen können.

    Wer sein Kind während der Tour lieber auf dem eigenen Fahrrad mitnimmt, hat vier Möglichkeiten:

    • einen Kinderfahrradsitz (ab etwa neun Monaten)
    • einen Fahrradanhänger (gut geeignet für sehr kleine Kinder, Säuglinge benötigen eine Babyschale)
    • ein spezielles Kindertransportrad
    • ein Tandem, Trailerbike oder eine Tandemstange mit der sich jedes Kinderfahrrad (12 bis 20 Zoll) mit dem Erwachsenenrad verbinden lässt.

    Grundsätzlich gilt: Kinderköpfe reagieren bei einem Aufprall noch empfindlicher als Köpfe von Erwachsenen. Ein Helm schützt das Kind, auch wenn es selbst nicht fährt.

    Der richtige Helm

    Weder für Kinder noch für Erwachsene besteht in Deutschland eine Helmpflicht, trotzdem ist das Tragen eines Fahrradhelms, vor allem bei längeren Touren, unbedingt zu empfehlen. Ob die einzelnen Familienmitglieder sich für einen sportlichen Helm oder die geschlossene Skate-Variante entscheiden, ist sicherlich eine modische Frage. Entscheidend ist, dass der Helm:

    • das CE-Zeichen trägt
    • fest auf dem Kopf sitzt
    • nicht wackelt oder rutscht
    • mit der Vorderkannte an den Augenbrauen abschließt
    • Hinterkopf, Stirn und Schläfen bedeckt
    • so eng sitzt, dass nur ein Finger zwischen Riemen und Kinn passt.

    Transport von Gepäck

    Für kleinere Touren sind Fahrradkörbe oder ein großer Gepäckträger sinnvoll. Bei längeren Routen, zum Beispiel mit einer Übernachtung, sind Fahrradtaschen praktisch. Sie lassen sich einfach ans Rad klemmen, bieten viel Platz und sind wasserdicht.

    Familienfreundliche Strecken

    Wer eine Fahrradtour plant, sollte bei der Streckenauswahl auf verkehrsarme Strecken und Wege achten, damit sich Kinder auch während der Fahrt sicher und frei bewegen können. Anstrengende Steigungen, Strecken mit Gefälle und Abschnitte mit schlecht fahrbarem Untergrund können den Spaß an der Tour schnell verderben. Familienfreundlich sind vor allem spezielle Radwanderrouten, aber auch stillgelegte Bahnstrecken, die zu Radwegen umfunktioniert wurden.

    Eine Familie mit zwei Kindern macht eine Picknick-Pause bei ihrer Radtour.
    Proviant und Pausen sind wichtig für das Radwandern mit Kindern – ein Picknick in der Natur bringt wieder neue Energie.

    © iStock / Halfpoint

    Vorausplanen, aber spontan bleiben

    Bei der Planung der Tour daran denken: Sie sollte nur so lang sein, dass auch die jüngsten Fahrer durchhalten. Geübte Kinder können am Tag ungefähr 20 bis 30 Kilometer radeln. Häufige Pausen und jede Stunde ein kurzer Stopp sind trotzdem empfehlenswert. Auch auf spontane Änderungen, wie plötzliche Müdigkeit der Kinder oder schlechtes Wetter, muss man eingestellt sein.

    Bei mehrtägigen Radwanderungen über weite Entfernungen ist es ratsam, zwischendrin einen Tag Fahrpause zu machen oder nur eine kurze Strecke zu fahren.

    Tipp: Es ist immer günstig, wenn die Radwanderung entlang einer Bahnstrecke verläuft, damit die Radler spontan auch auf den Zug umsteigen können. Wer eine Fahrradreise mit Übernachtung plant, kann sich auf der „Bett-und-Bike“-Seite über geeignete Unterkünfte und Hotels mit Fahrrad-Unterständen informieren. Große Freude bereiten Touren mit attraktiven Zielen oder Zwischenstationen, wie einem Spielpark, einem Zoo oder einer Eisdiele.

    Auf welchen Wegen dürfen Kinder fahren?

    Für eine Familienradtour sollten Eltern folgendes wissen:

    • Kinder bis zum achten Lebensjahr sollten auf dem Gehweg fahren.
    • Bis zum zehnten Geburtstag dürfen sie den Gehweg benutzen.
    • Eine Aufsichtsperson (mindestens 16 Jahre alt) darf Kinder auf dem Gehweg begleiten.
    • Ist kein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden, dürfen Radfahrer – gemäß dem Rechtsfahrgebotam rechten Straßenrand auf der Straße fahren.
    • Spezielle Radschnellwege ermöglichen schnelles und sicheres Fahren.
    • Separate Fahrradstraßen sind dem Radverkehr vorbehalten, hier ist sogar das Nebeneinanderfahren erlaubt.

    Ausflug ins Grüne: 5 praktische Tipps für Familien

    Damit der gemeinsame Familienausflug für alle zu einem schönen Erlebnis wird, sollten Radler diese Tipps beim Radwandern beherzigen:

    • Daran denken, Proviant mitzunehmen. Wer sportlich aktiv ist, braucht in der Pause nicht nur kühle Getränke, sondern auch einen kleinen, leckeren Snack leckeren Snack.
    • Außerdem geeigneten Sonnen- und Mückenschutz nicht vergessen, eine kleine Reiseapotheke sowie wetterfeste Kleidung.
    • Für Abwechslung sorgt eine sportliche Spielpause, eventuell eine Frisbee-Scheibe oder ähnliches einpacken.
    • Anfang und Schlusslicht der Gruppe bilden immer die Erwachsenen, nur auf ungefährlichem Terrain sollten die Kinder vorausfahren dürfen. Das Tempo bestimmt der schwächste Teilnehmer.
    • Unbedingt eine Fahrradpumpe und -werkzeug mitnehmen!

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