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Mit dem Fahrrad sicher ans Ziel kommen

Mann mit Helm prüft vor dem Fahrradfahren, ob sein Rad verkehrstauglich ist.

© iStock / Halfpoint

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 08.04.2021

Die Fahrradsaison startet wieder: Zeit, um Ihr Fahrrad einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, bevor Sie sich wieder regelmäßig in den Sattel schwingen. Haben Sie die richtige Ausstattung, um beim Fahrradfahren verkehrssicher unterwegs zu sein und sich vor Unfällen zu schützen? Was ist gesetzlich vorgeschrieben, was nicht? Wie viele Katzenaugen benötigt Ihr Fahrrad und welche anderen Beleuchtungselemente sind Pflicht? Überprüfen Sie, ob Ihr Fahrrad alle Vorschriften erfüllt.

Inhalte im Überblick

    Weiterhin viele Fahrradunfälle im Straßenverkehr

    Laut dem Statistischen Bundesamt sind im Jahr 2019 mehr als 87.000 Rad- und Pedelecfahrer in Deutschland verunglückt. Die Corona-Pandemie hat die Fahrradnutzung noch einmal deutlich verstärkt: Nach einer Umfrage des Bundesverkehrsministeriums im Juni 2020 fuhren 25 Prozent der Deutschen mehr Rad als im Vorjahreszeitraum.

    Etwa, um ihre Fitness zu erhalten oder um eine Virusansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden. Im Zeitraum von März bis Juni 2020 ist die Anzahl der Verkehrstoten und -verletzten stark gesunken, die der verletzten und getöteten Fahrradfahrer blieb jedoch fast auf dem Vorjahresniveau. 

    Mit einem verkehrssicher ausgestatteten Fahrrad lassen sich Unfälle leider nicht ausschließen, das Unfallrisiko lässt sich aber deutlich reduzieren. Deswegen lohnt sich ein Sicherheitscheck, bevor Sie im Frühling und Sommer wieder regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sind. 

    Wie muss ein verkehrssicheres Fahrrad aussehen?

    Um sicher im Verkehr unterwegs zu sein, ist das Motto „Sehen und gesehen werden“ entscheidend. Dafür benötigt Ihr Fahrrad Reflektoren, eine funktionierende Fahrradbeleuchtung und einiges mehr. Nach der Fahrradverordnung des Bundesministeriums für Verkehr ist folgende Fahrradausrüstung vorgeschrieben: 

    • Eine helltönende Klingel
    • Zwei voneinander unabhängige Bremsen
    • Zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale, die mit je zwei nach vorne und hinten wirkenden, gelben Rückstrahlern ausgestattet sind
    • Fahrradbeleuchtung vorne: Weißer Frontscheinwerfer und Frontreflektor (oft kombiniert)
    • Fahrradbeleuchtung hinten: rotes Rücklicht und roter Rückstrahler (oft kombiniert)
    • Wahlweise durchgehender Reflektorstreifen auf der Radflanke, reflektierende Speichenclips oder zwei gelbe Streifenreflektoren pro Laufrad (Katzenaugen)

    Die Lampen und Reflektoren Ihres Fahrrads müssen das Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) tragen. Das Prüfzeichen besteht aus einer Wellenlinie, gefolgt von dem Großbuchstaben K und einer Nummer. Das gewährleistet: Sie blenden den Gegenverkehr nicht zu stark und haben ein gleichmäßiges Lichtfeld.

    Voraussetzung dafür ist aber, dass die Beleuchtung nicht zu hoch eingestellt ist. Da die korrekte Einstellung je nach Hersteller des Lichts variieren kann, sollte man sich beim Anbringen an die Anleitung halten.

    Auch batteriebetriebene Leuchten sind erlaubt, sie müssen aber ebenfalls das Prüfkennzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts tragen und während des Fahrens fest am Fahrrad angebracht sein. Bei guten Lichtverhältnissen müssen sie nicht genutzt werden, sollten aber vorsichtshalber im Gepäck sein. Denn auch Regen kann beispielsweise die Sicht beeinträchtigen.

    Welche Ausstattung ist beim Fahrradfahren zusätzlich sinnvoll?

    Vorgeschrieben ist diese Ausrüstung nicht, sie sorgt aber für zusätzliche Sicherheit:

    Wann ein Fahrsicherheitstraining sinnvoll ist

    Wer denkt, Fahrsicherheitstrainings oder Präventionskurse sind nur für Kinder vorgesehen, liegt falsch. Es gibt verschiedenste Gründe, als Erwachsener einen Kurs im Fahrradfahren zu absolvieren. Der Besuch einer Radfahrschule für Erwachsene ist für Sie in folgenden Fällen geeignet: 

    • Sie haben das Fahrradfahren nie erlernt
    • Sie sind lange nicht Fahrrad gefahren
    • Sie fühlen sich unsicher auf dem Fahrrad
    • Sie sind gestürzt und Sie trauen sich seitdem nicht mehr zu fahren
    • Sie haben sich ein Pedelec neu gekauft oder Sie fühlen sich darauf immer noch unsicher

    Wo kann man als Erwachsener Fahrradfahren lernen?

    Es gibt diverse Möglichkeiten für Erwachsene, an einem Fahrtraining teilzunehmen. Informieren Sie sich bei einer Fahrradschule in Ihre Nähe oder werfen Sie einen Blick auf die Übersichtskarte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Dort werden alle Fahrradschulen der ADFC angezeigt. Diese bieten Kurse für Erwachsene in ganz Deutschland an. 

    Für Neulinge auf dem Pedelec gibt es ebenfalls Kurse, mit denen Sie Ihre Fahrsicherheit auf dem E-Rad trainieren können. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) stellt eine Übersichtskarte zur Verfügung. Wenn kein Kurs an Ihrem Wohnort angezeigt wird, fragen Sie bei Fahrradschulen in Ihrer Nähe nach. 

    Was lernt man in der Radfahrschule?

    Abhängig von Ihrem Kenntnisstand und Ihrer Sicherheit auf dem Rad werden Sie in Erwachsenenkursen individuell trainiert. Sie lernen etwa Schritt für Schritt, wie Sie richtig auf- und absteigen, wie Sie sicher anfahren und anhalten, Kurven fahren und Hindernissen ausweichen. Das Ziel des Fahrtrainings ist erreicht, wenn Sie sich beim Fahrradfahren im Straßenverkehr so verhalten, dass Sie sich selbst und andere nicht gefährden.

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