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Merinowolle: angenehm zu tragen und gut für die Umwelt
Merinowolle ist wegen ihrer feinen, gekräuselten Fasern besonders weich und angenehm zu tragen. Gerade Menschen mit sensibler Haut können von positiven Eigenschaften der Wolle profitieren. Wie nachhaltig sie ist und worauf beim Kauf zu achten ist.

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Was ist Merinowolle und warum ist sie so besonders?
Merinowolle ist eine sehr feine Wolle, die von den sogenannten Merinoschafen stammt. Mit einem Durchmesser von 10 bis 20 Mikrometer sind die Fasern der Merinowolle im Vergleich zu anderen Wollarten besonders dünn und weich.
Zusätzlich zeichnet sich Merinowolle durch eine feine und regelmäßige Kräuselung der Wollfasern, die sogenannte Crimp-Frequenz, aus. Eine hohe Crimp-Frequenz macht die Fasern gleichmäßig und Garne sowie Stoffe besonders hochwertig. Aufgrund der weicheren Fasern empfinden viele Menschen Kleidung aus Merinowolle als weniger kratzig und angenehmer zu tragen als Kleidung aus anderen Wollarten.
Merinowolle ist ein natürlicher Rohstoff mit weiteren positiven Eigenschaften wie einer hohen Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit und guter Atmungsaktivität. Darüber hinaus ist Wolle allgemein geruchshemmend und verfügt über einen natürlichen UV-Schutz. Merinowolle wird vor allem in Ländern wie Australien, Neuseeland, Südamerika und Südafrika gewonnen.
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Ist Kleidung aus Merinowolle gut für Menschen mit Neurodermitis?
Wollkleidung kann Feuchtigkeit wie Schweiß von der Haut besonders gut aufnehmen und fühlt sich dennoch trocken und warm an. Im Sommer kann sie zudem kühlen. So entsteht ein angenehmes Mikroklima zwischen Haut und Stoff.
Während Menschen mit Neurodermitis oft von Wolle abgeraten wird, zeigen Studien, dass Merinowolle eine Alternative zu Baumwolle oder Seide sein kann. Eine Studie mit 39 Säuglingen und Kleinkindern mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) ergab, dass sich beim Tragen von Kleidung aus superweicher Merinowolle über sechs Wochen die Schwere ihrer Erkrankung verringerte.
Eine Studie mit 50 an Neurodermitis erkrankten Erwachsenen zeigt: Kleidung aus superfeiner Merinowolle verbessert die Lebensqualität im Vergleich zu Baumwolle. In zwei Fällen musste der Versuch jedoch abgebrochen werden. Die Betroffenen reagierten mit Asthma bronchiale beziehungsweise Aufflammen der Neurodermitis.
Wie nachhaltig ist Merinowolle?
Derzeit bestehen fast zwei Drittel der Kleidung weltweit aus synthetischen, erdölbasierten Fasern. Synthetische Kleidung ist für etwa 35 Prozent der globalen Mikroplastikverschmutzung in den Ozeanen verantwortlich. Beim Waschen der Kleidungsstücke werden Mikrofasern freigesetzt, die durch Kläranlagen hindurch in Flüsse und Meere gelangen können.
Studien zeigen, dass sich Merinowolle im Meerwasser vergleichsweise schnell biologisch abbaut: Innerhalb von drei Monaten zerfällt sie zu bis zu 23 Prozent, während sich synthetische Fasern wie Polyester oder Polypropylen entweder gar nicht oder nur zu maximal 1 Prozent abbauen.
Forschende gehen sogar davon aus, dass sich Wollfasern innerhalb weniger Monate komplett abbauen, während Fasern aus synthetischen Materialien über Jahre oder Jahrzehnte bestehen bleiben. Ein höherer Anteil an Wollkleidung könnte die Verschmutzung der Gewässer mit Mikroplastik reduzieren und somit die ökologischen Folgen der Textilindustrie verringern.
Siegel und Tierschutz: Worauf sollte man beim Kauf von Merinowolle achten?
Bei der Gewinnung von Merinowolle steht eine Methode in der Kritik: das sogenannte Mulesing. Dabei werden jungen Lämmern, häufig ohne Betäubung, Hautfalten im Afterbereich entfernt. So soll verhindert werden, dass sich dort Feuchtigkeit und Schmutz ansammeln, was Fliegen anzieht. Ein Befall mit Fliegenmaden kann schwere Infektionen verursachen und bis zum Tod des Tieres führen.
Diese schmerzhafte Praxis hinterlässt große Wunden und ist zum Schutz des Tierwohls in Deutschland, der gesamten EU, Neuseeland und Südafrika verboten. In Australien ist sie jedoch weit verbreitet.
Um sicherzugehen, dass Sie ein Kleidungsstück aus Merinowolle kaufen, bei dem das Schaf ohne Mulesing aufgezogen wurde, achten Sie auf den Hinweis „Mulesing frei“ und das Herkunftsland. Auch verschiedene Zertifikate weisen auf artgerechte Tierhaltung sowie ethische und umweltfreundliche Wollproduktion hin, beispielsweise:
- der Responsible Wool Standard (RWS)
- das ZQ Siegel
- das Siegel IVN BEST

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Pflege: Wie bleibt Kleidung aus Merinowolle lange schön?
Kleidung aus Merinowolle ist nachhaltiger als Kleidungsstücke aus anderen Stoffen, sie ist langlebig, atmungsaktiv und geruchsresistent. Zudem hat die Lebensdauer von Wollkleidung einen großen Einfluss auf die Umweltbilanz: Je länger die Kleidung aktiv genutzt wird, desto geringer sind die Umweltauswirkungen.
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Wie pflege ich Kleidung aus Merinowolle richtig?
Wie bei anderer Wollkleidung auch reicht es, Kleidung aus Merinowolle zwischendurch auszulüften, anstatt sie nach jedem Tragen zu waschen. Um die Fasern zu schonen, sollten Sie Merino- und andere Wollarten im Wollprogramm der Waschmaschine oder von Hand waschen – kalt oder bei maximal 30 Grad Celsius. Spezielle Wollwaschmittel mit natürlichem Lanolin sind besonders sanft und schützen die empfindlichen Eiweiße der Fasern. Feinwaschmittel sind dagegen nicht immer geeignet.
Warum riecht nasse Wolle nach dem Waschen?
Für viele riecht ein frisch gewaschener Wollpullover wie ein nasser Hund – da macht auch die feine Merinowolle keine Ausnahme. Das liegt am natürlichen Schutzfilm, der die Wollfasern umgibt, dem sogenannten Lanolin. Dieser Fettstoff schützt die Wolle und verleiht ihr einen charakteristischen Geruch. Dieser wird bei Feuchtigkeit intensiver, verschwindet aber wieder, wenn die Wolle vollständig getrocknet ist.
Wie lässt sich Merinowolle vor Motten schützen?
Anders als oft angenommen, sind es nicht die Motten selbst, sondern ihre Maden, die Kleidung aus Merino- und anderer Wolle anfressen und für unschöne Löcher sorgen. Das passiert besonders häufig, wenn warme Wollsachen nach dem Winter im dunklen Schrank eingelagert werden.
Zum Schutz Ihrer Gesundheit und der Umwelt sollten Sie auf chemische Mottenmittel verzichten. Was Sie stattdessen tun können:
- Wollkleidung vor dem Einlagern waschen:: Frischeduft ist nicht so attraktiv für Motten wie der Geruch getragener Kleidung.
- Kleidung in luftdichte Vakuumbeutel aus Kunststoff verpacken:
- Ganzjährig getragene Kleidung mit Zedernholzplättchen, Lavendelsäckchen oder pflanzlichen Ölen (Nelke, Pfefferminze, Lorbeer) schützen.
- Schlupfwespen bei Mottenbefall: Karten mit Schlupfwespen sind im Handel erhältlich. Die winzigen Nützlinge legen ihre Eier in den Mottenlarven ab, wodurch diese absterben.
- Bei Verdacht auf Befall: Klebefallen aus der Drogerie dienen der Kontrolle.
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Textile Exchange: The Responsible Wool Standard aims to improve the welfare of sheep and the land they graze on.
Zentera: Above All. Wool.
Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V.: Warum Unternehmen auf den BEST setzen?
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