Immunsystem
Ringelröteln: Wer besonders gefährdet ist – und wie man sich schützt
Veröffentlicht am:06.09.2022
aktualisiert am 11.09.2026
5 Minuten Lesedauer
Ringelröteln sind eine Kinderkrankheit, die meist harmlos und oft sogar unbemerkt verläuft. Für Schwangere und andere Risikogruppen können Ringelröteln jedoch gefährlich werden. Wichtige Infos zu Symptomen, Behandlung und Schutzmaßnahmen auf einen Blick.

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Inhalte im Überblick
- Was sind Ringelröteln?
- Welche Symptome treten bei Ringelröteln auf?
- Wie werden Ringelröteln übertragen?
- Risikofaktoren für Ringelröteln: Wer ist besonders gefährdet?
- Was bedeuten Ringelröteln in der Schwangerschaft?
- Wie werden Ringelröteln behandelt und was ist dabei zu beachten?
- Wie kann man sich vor Ringelröteln schützen?
Was sind Ringelröteln?
Ringelröteln sind eine Virusinfektion, von der hauptsächlich Kinder zwischen vier und zehn Jahren betroffen sind. Aber auch Erwachsene können daran erkranken. Typisch ist ein ringelförmiger Hautausschlag im Gesicht und am Körper.
Ringelröteln verlaufen meist mild und bleiben teilweise unbemerkt. Häufig treten nur leichte Beschwerden auf, die einem leichten grippalen Infekt ähneln. In der Regel heilt die Erkrankung von selbst aus. Für Schwangere können Ringelröteln jedoch gefährlich werden, weil sie das ungeborene Kind schädigen können.
Ringelröteln treten besonders häufig vom Spätwinter bis zum Frühsommer auf. Vor allem in Kindergärten, Schulen oder unter Eltern breiten sie sich schnell aus. Eine Ansteckungsgefahr besteht jedoch nur für Menschen, die noch nicht erkrankt waren. Wer sich einmal infiziert hat, ist für den Rest seines Lebens vor einer erneuten Ansteckung geschützt.
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Welche Symptome treten bei Ringelröteln auf?
Ringelröteln verlaufen oft ohne Symptome oder sehr mild mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen. Typisch für die Erkrankung ist ein Hautausschlag. Dieser bildet sich circa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung zunächst in Form einer schmetterlingsförmigen, großflächigen Rötung auf den Wangen.
Nach etwa ein bis zwei Tagen weitet sich der Ausschlag auf Arme, Beine und das Gesäß aus. Er kann seine Form ändern und sich auch girlanden- oder ringelförmig zeigen. Normalerweise klingt der Ausschlag nach sieben bis zehn Tagen ab. Er kann jedoch bei Sonnenbelastung, Stress oder Hitze erneut auftreten. Selten kann es zu Juckreiz oder einem Spannungsgefühl kommen.
Gelegentlich führen Ringelröteln zu schmerzenden oder entzündeten Gelenken, insbesondere bei Frauen und Mädchen. Meist sind die Hände und Handgelenke, die Knie und die Füße betroffen.
Wie werden Ringelröteln übertragen?
Ringelröteln werden durch eine Infektion mit dem Parvovirus B19 verursacht. Eine Übertragung ist auf verschiedene Weise möglich:
- Tröpfcheninfektion: Die Ringelröteln-Viren werden beim Sprechen, Niesen oder Husten über Speicheltropfen weitergegeben.
- Schmierinfektion: Da die Erreger sehr widerstandsfähig sind, ist eine Ansteckung auch über verunreinigte Körperteile wie Hände oder Gegenstände wie Geschirr möglich.
- Blut: In seltenen Fällen ist eine Ansteckung über virenhaltiges Blut möglich, etwa beim Tätowieren oder über Blutspenden. Um Letzteres zu vermeiden, werden Blutkonserven auf das Virus getestet.
- Schwangerschaft: Schwangere können die Erreger über die Plazenta an ihr ungeborenes Kind weitergeben.
Wie lange sind Ringelröteln ansteckend?
Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten des Hautausschlags beträgt etwa ein bis zwei Wochen. Menschen mit Ringelröteln sind jedoch bereits mehrere Tage zuvor ansteckend. Sobald der Ausschlag sichtbar wird, sinkt die Ansteckungsgefahr deutlich. Auch wenn die Erkrankung ganz ohne erkennbare Symptome verläuft, ist man für einige Tage ansteckend.
Risikofaktoren für Ringelröteln: Wer ist besonders gefährdet?
Vor allem Kinder im Vorschulalter infizieren sich mit Ringelröteln. Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen oder Schulen sowie medizinisches Personal sind deshalb einem höheren Risiko ausgesetzt, an Ringelröteln zu erkranken. Die meist milde Erkrankung verläuft bei Erwachsenen teilweise schwerer.
Schwangere, die keinen Schutz gegen Ringelröteln haben, können die Parvovirus-B19-Infektion an ihr ungeborenes Kind weitergeben und es schädigen – unabhängig davon, ob die Mutter Symptome zeigt.
Darüber hinaus kann es bei bestimmten Vorerkrankungen vorkommen, dass eine Infektion mit den Ringelröteln schwerer verläuft. Dazu zählen:
- Blutarmut (Anämie), zum Beispiel durch Eisenmangel
- Immunschwäche, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder schwere chronische Erkrankungen
- Erkrankungen der roten Blutkörperchen wie Sichelzellanämie oder Thalassämie
Was bedeuten Ringelröteln in der Schwangerschaft?
Eine Ansteckung mit Ringelröteln während der Schwangerschaft kann dazu führen, dass sich die Viren auf das Ungeborene übertragen. Dies kann schwere, lebensbedrohliche Schädigungen bis hin zu Fehl- oder Totgeburten auslösen. Besonders große Gefahr besteht bis einschließlich der 20. Schwangerschaftswoche.
Bei einer Infektion mit Ringelröteln in der Schwangerschaft gibt es zusätzlich regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um die Erkrankung und mögliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind zu überwachen.
Etwa 30 bis 40 Prozent aller Schwangeren sind nicht gegen Ringelröteln immun. Mithilfe einer Blutuntersuchung auf Antikörper kann man schnell feststellen, ob ein Immunschutz besteht.
Nicht immunisierte Schwangere sowie Frauen mit Kinderwunsch sollten besonders vorsichtig sein. Besteht eine Schwangerschaft, sollten Sie sich von Einrichtungen fernhalten, in denen Ringelröteln aufgetaucht sind (beispielsweise Kindergärten, Tagesstätten oder Schulen).

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Wie werden Ringelröteln behandelt und was ist dabei zu beachten?
Ringelröteln bedürfen meist keiner Behandlung. Betroffene sollten wie bei anderen Infektionen Bettruhe halten. Bei Fieber oder Appetitlosigkeit ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Bei Bedarf kann man auf Juckreiz lindernde Medikamente zurückgreifen.
Es kann auch vorkommen, dass die Haut nach einer Infektion rau ist und Schuppen bildet. Dann können Ölbäder und Körperlotionen Abhilfe schaffen. Im Allgemeinen gilt jedoch: Ein Medikament gegen Ringelröteln gibt es nicht – der Körper muss das Virus selbst bekämpfen.
Darüber hinaus sollten Erkrankte nicht in die Hände niesen oder husten. Taschentücher sollte man direkt entsorgen und sich regelmäßig die Hände waschen, um eine Weitergabe des Virus zu vermeiden.
Wie kann man sich vor Ringelröteln schützen?
Gegen Ringelröteln gibt es keine Impfung. Die Ansteckungsgefahr ist am größten, bevor die ersten Symptome auftreten – also auch, wenn noch kein Hautausschlag zu sehen ist. Sobald dieser vorhanden ist, nimmt die Ansteckungsgefahr ab.
Um eine Ansteckung mit Ringelröteln insbesondere in Gruppeneinrichtungen zu vermeiden, sind Hygienemaßnahmen wichtig. Dazu gehört:
- regelmäßig und gründlich die Hände waschen
- den engen Kontakt zu (möglicherweise) infizierten Menschen vermeiden
- kein Essen und Getränke, Geschirr oder persönliche Gegenstände teilen
- Augen, Nase und Mund nicht mit ungewaschenen Händen berühren
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Bundesministerium für Gesundheit / gesund.bund.de: Ringelröteln.
Kinder- und Jugendärzte im Netz: Ringelröteln (Erythema infectiosum).
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit / Infektionsschutz.de: Ringelröteln.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit / Familienplanung.de: Krankheiten und Infektionen in der Schwangerschaft: Ringelröteln.








