Haut & Allergie
Wie Sie Zecken richtig entfernen und sich vor ihren Stichen schützen
Veröffentlicht am:20.04.2021
aktualisiert am 10.08.2026
11 Minuten Lesedauer
Steigen die Temperaturen, lauern Zecken überall in Wäldern und Gräsern. Finden sie einen Wirt, können sie verschiedene Krankheiten übertragen. Doch wie gefährlich ist ein Zeckenstich wirklich und wie kann man sich davor schützen?

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Inhalte im Überblick
- Was sind Zecken und wo lauern sie?
- Wie entfernt man eine Zecke richtig?
- Was ist beim Entfernen einer Zecke zu beachten?
- Was sollte man nach einem Zeckenstich beachten?
- Warum ist der Begriff Zeckenbiss falsch und wie sieht der Stich aus?
- Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
- Wie kann man sich vor Zecken schützen?
Was sind Zecken und wo lauern sie?
Zecken gehören, anders als oft angenommen, nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Sie kommen das ganze Jahr über vor, überwiegend in Wäldern und dichten Gräsern. Am aktivsten sind sie im Frühjahr und Herbst. Bei milder Witterung können Infektionen vereinzelt jedoch auch im Winter auftreten. In Deutschland ist die am weitesten verbreitete Zeckenart der gemeine Holzbock.
Zecken sitzen auf Pflanzen, an den Spitzen von Grashalmen oder im Gebüsch und warten darauf, dass Tiere oder Menschen sie im Vorbeigehen abstreifen. Dann suchen sie den Körper nach einer Stelle ab, an der sie gut geschützt an das Blut gelangen. Das kann mehrere Stunden dauern. Nachdem sie fündig geworden sind, saugen Zecken drei bis sieben Tage lang Blut.
Dabei schwellen die Tiere von etwa 3 Millimetern auf bis zu 12 Millimeter an. In ihrem Leben müssen Zecken mindestens dreimal Blut saugen. Darum kommt es vor, dass sie Krankheitserreger aus dem Blut von Tieren aufnehmen und auf den Menschen übertragen.
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Wie entfernt man eine Zecke richtig?
Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernen. Borrelien werden nicht sofort nach Beginn des Saugaktes auf den Menschen übertragen. Das kann bis zu ein bis zwei Tage dauern. FSME-Viren werden hingegen schon kurze Zeit nach dem Stich übertragen. Um die Zecke problemlos zu entfernen, sollte man eine spitze Pinzette, ein Zeckenhaken oder eine Zeckenkarte verwenden.
Pinzetten mit flachen Enden sind dagegen ungeeignet, weil sie den Körper der Zecke beim Entfernen zusammendrücken. Durch den Zangendruck könnten zusätzlich Erreger aus der Zecke in den menschlichen Körper gepresst werden.
Wenn keines dieser Spezialwerkzeuge zur Verfügung steht, sollte man die Zecke trotzdem entfernen, beispielsweise mit dem Fingernagel oder indem man einen Faden nah an der Haut um die Zecke bindet. Wichtig ist dabei, nicht am vollgesogenen Zeckenkörper zu ziehen.
Was ist beim Entfernen einer Zecke zu beachten?
Beim Entfernen einer Zecke sind weitere Punkte zu beachten:
- Die Zecke so nah wie möglich an der Einstichstelle am Kopf greifen. Dabei sollte das Hinterteil möglichst nicht gequetscht werden, da sonst Krankheitserreger in den menschlichen Organismus gelangen können.
- Die Zecke langsam herausziehen und anschließend die Einstichstelle desinfizieren. Durch vorsichtiges Hin- und Herdrehen der Zecke oder durch vorsichtige Rüttelbewegungen kann es manchmal leichter gehen.
- Die Zecke vor dem Entfernen nicht mit Öl, Nagellack oder Klebstoff beträufeln. Das stresst die Zecke und kann dazu führen, dass sie potenziell infektiöses Sekret abgibt.
Was sollte man nach einem Zeckenstich beachten?
Nach dem Entfernen der Zecke, sollte die Einstichstelle noch ein bis zwei Wochen lang beobachtet werden. Sie kann nach dem Zeckenstich rot sein und etwas jucken. Bildet sich die Entzündungsreaktion nicht zurück und es entsteht ein roter Hautfleck an der Einstichstelle, kann das auf Borreliose hinweisen.
Typisch ist eine ringförmige Rötung, die sich nach außen ausbreitet und deshalb auch als Wanderröte bezeichnet wird. In diesem Fall ist ein Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin unbedingt ratsam, selbst wenn keine weiteren Symptome auftreten.
Das gilt auch, wenn sich keine Wanderröte zeigt, aber grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen bis zu sechs Wochen nach einem Zeckenstich auftreten. Diese Symptome können Anzeichen für eine Borreliose oder FSME-Infektion sein.
Warum ist der Begriff Zeckenbiss falsch und wie sieht der Stich aus?
Man spricht bei Zecken von einem Stich, da sie einen Stechrüssel haben. Daher wird der Begriff Zeckenbiss in der Regel nicht verwendet. Dass sie so fest in der Haut sitzen, liegt nicht daran, dass sie sich festbeißen, sondern daran, dass sie eine Art Klebstoff produzieren, mit dem sie am Wirt haften bleiben.
Sticht eine Zecke zu, gibt sie ein Betäubungsmittel ab, wodurch der Wirt das Eindringen gar nicht spürt. Darum kommt es vor, dass sie sich vollsaugt und wieder abfällt, bevor sie bemerkt wurde. Das macht es oft schwer, einen Zeckenstich zu erkennen.
Die Einstichstelle erinnert an einen Mückenstich und es bildet sich eine kleine, juckende Röte. Sollte die Zecke noch auf der Haut sitzen, ist sie leicht zu finden. Während des Saugens nimmt sie schnell an Volumen zu, sodass man das Spinnentier mit kleinem Kopf und großem Körper erkennen kann.

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Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
In Deutschland übertragen Zecken vor allem die bakterielle Borreliose (Lyme-Krankheit) und die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Weitere durch Zecken übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel Rickettsiosen, die humane granulozytäre Anaplasmose oder die Babesiose kommen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland kaum vor.
Was ist eine Borreliose?
Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. In manchen Regionen besteht eine Meldepflicht, aus der sich eine Erkrankungshäufigkeit von etwa 3 bis 4 von 10.000 Menschen pro Jahr ergibt. Abrechnungsdaten der Krankenkassen lassen mit 25 von 10.000 Menschen eine höhere Rate vermuten. Schätzungsweise erkrankt etwa 1 von 100 Personen nach einem Zeckenstich an Borreliose.
Eine Borreliose kann verschiedene Beschwerden in unterschiedlichen Organen hervorrufen und hat keinen typischen Krankheitsverlauf.
- Am häufigsten tritt einige Tage nach dem Zeckenstich die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) auf. Nach einer symptomlosen Zeit von ein bis drei Tagen kommt es zu einer Rötung um die Einstichstelle mit betontem Rand, der dann ringförmig nach außen wandert.
- Zudem können unabhängig vom Auftreten einer Wanderröte in den Wochen nach dem Zeckenstich allgemeine Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Fieber auftreten.
Die Beschwerden werden mit Antibiotika behandelt. Sie können auch ohne Behandlung abklingen. Das erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass später schwerere Formen der Borreliose auftreten. Die Bakterien können dann das Gehirn und die Nerven (Neuroborreliose), die Gelenke (Lyme-Arthritis) oder die Haut befallen.
Mögliche Folgen sind Lähmungen, Nervenschmerzen und Taubheitsgefühle sowie Gelenkentzündungen und chronische Entzündungen der Haut. Auch das Herz kann sich entzünden. Die späten schweren Krankheitsstadien lassen sich weitaus schwerer behandeln.
Was ist FSME und wo tritt die Krankheit auf?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist deutlich seltener als Borreliose. Selbst in Risikogebieten tragen nur 0,5 bis 1 Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich. Viele Infektionen bleiben unerkannt, weil sie keine oder nur grippeähnliche Symptome verursachen.
FSME ist eine meldepflichtige Erkrankung. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 693 Erkrankungen gemeldet. In 83 Prozent der Fälle mussten die Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden, bei 59 Prozent war das Nervensystem betroffen.
Im Gegensatz zur Borreliose, die in ganz Deutschland verbreitet ist, tritt FSME überwiegend in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und einigen Regionen der angrenzenden Bundesländer auf. Durch den Klimawandel dehnen sich die Risikogebiete jedoch immer weiter nach Norden aus. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jedes Jahr eine Karte der FSME-Risikogebiete.
Die Erkrankung beginnt in der Regel ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich. Es treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Schwindel auf. In vielen Fällen endet die Erkrankung, nachdem diese Symptome abgeklungen sind.
Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach etwa einer weiteren Woche durch die Infektion der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns oder des Rückenmarks zu einem erneuten Auftreten von Symptomen. Dies kann zu neurologischen Störungen, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen führen.
In schweren Fällen kann es zu Koordinationsstörungen, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen und sehr selten auch zu tödlichen Verläufen kommen. Das Risiko einer schweren FSME-Erkrankung steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an und ist bei Männern höher als bei Frauen. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung.
FSME-Impfung: AOK übernimmt die Kosten
Das FSME-Virus wird von Zecken übertragen und kann zu einer Hirnhautentzündung führen. Die AOK übernimmt die Kosten der Immunisierung für alle, die in Deutschland in FSME-Risikogebieten leben oder in diese reisen.
Wie kann man sich vor Zecken schützen?
Zeckenstiche sollte man – nach Möglichkeit – vermeiden. Darum empfiehlt die Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG):
- Bei Aufenthalten in der Natur feste Wege nutzen und hohes Gras, Unterholz sowie Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen vermeiden. Wenn möglich, lange Hosen und langärmlige Oberbekleidung sowie festes Schuhwerk tragen und die Hosenbeine in die Socken stecken.
- Nach einem Aufenthalt in einem potenziellen Zeckengebiet Kleidung und Körper sorgfältig absuchen. Helle Wanderkleidung erleichtert es, Zecken auf der Kleidung zu erkennen. Am Körper bevorzugen Zecken Stellen, an denen sie sich während des Saugens gut verstecken können. Dazu zählen unter anderem Haaransatz, Ohren, Leistengegend, Kniekehlen, Genitalbereich, Bauchnabel und Achselhöhlen sowie Stellen, an denen die Kleidung eng anliegt, beispielsweise am Hosenbund.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e. V.:
Die zehn kuriosesten Fakten über Zecken.
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) / gesundheitsinformationen.de:
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG):
Robert Koch-Institut (RKI):
Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion.
Infektionsepidemiologisches Jahrbuch.







