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Was kann beim PCO-Syndrom helfen?

Veröffentlicht am:10.05.2023

5 Minuten Lesedauer

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine Hormonstörung, die im Extremfall zur Unfruchtbarkeit führen kann und Betroffene psychisch sehr belastet – woran lässt sich das PCO-Syndrom erkennen, und welche Behandlung kommt infrage?

Eine Frau mit PCOS joggt durch einen Park.

© iStock / urbazon

Was ist das PCO-Syndrom?

Das PCO-Syndrom ist eine Hormonstörung und eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Meistens tritt sie zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr auf. Bei den Betroffenen ist, vereinfacht gesagt, die Funktion der Eierstöcke gestört.

Normalerweise produzieren die Eierstöcke weibliche und in geringem Maß männliche Sexualhormone. Bei Frauen mit PCO-Syndrom produzieren sie jedoch zu viele männliche Sexualhormonen. Dadurch gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht. Typisch sind zahlreiche Bläschen (Zysten) an den Eierstöcken – daher „polyzystisch“.

Wie entsteht das PCO-Syndrom?

Bislang ist unklar, wie und warum diese Form der Hormonstörung auftritt. Ein Faktor ist vermutlich eine genetische Veranlagung. Gesichert ist: Bis zu 80 Prozent der betroffenen Frauen sind übergewichtig, was zu einer vermehrten Produktion von männlichen Sexualhormonen führen kann.

Häufig liegt auch ein gestörter Zuckerstoffwechsel vor, der wiederum die Krankheit begünstigen kann. Insulin reguliert nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern fördert auch die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron.

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PCO-Symptome: Welche Beschwerden treten bei PCOS auf?

Die Hormonstörung kann zahlreiche Beschwerden mit sich bringen – von Zyklusstörungen über Unfruchtbarkeit bis zur Vermännlichung. Häufig treten bei den betroffenen Frauen aber nur einzelne Symptome auf, die auch andere Ursachen haben könnten. Deswegen bleibt das Polyzystische Ovarialsyndrom oft unentdeckt.

Welche Symptome können Frauen mit PCO-Syndrom haben?

  • Zyklusstörungen: unregelmäßige oder ganz ausbleibende Monatsblutungen, weil der Eisprung selten oder gar nicht erfolgt; auffällig starke Blutungen
  • Fruchtbarkeit: eingeschränkte Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit
  • Körperbehaarung: ungewöhnlich starke Behaarung nach einem eher männlichen Muster, beispielsweise verstärkt im Schambereich, Haare auf der Brust oder im Gesicht
  • Hautprobleme: beispielsweise Akne durch das hormonelle Ungleichgewicht
  • Haarausfall: ebenfalls einem männlichen Muster folgend (beispielsweise Geheimratsecken)
  • Starke Vermännlichung: (selten) tiefere Stimme und Vergrößerung der Klitoris

Weitere Symptome des PCOS kann der Frauenarzt oder die Frauenärztin bei einer Untersuchung feststellen, etwa vergrößerte Eierstöcke oder die dort oft entstehenden Bläschen.

Was sind die psychischen Folgen des Polyzystischen Ovarialsyndroms?

Symptome wie Unfruchtbarkeit oder Veränderungen des Körpers können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Viele Frauen mit PCO-Syndrom haben psychische Probleme und entwickeln übertriebene Ängste bis hin zu Angststörungen. Andere entwickeln eine Essstörung oder kämpfen mit Depressionen.

Ist das PCO-Syndrom heilbar?

Das PCO-Syndrom ist nicht heilbar, kann aber behandelt werden. Wichtig ist eine möglichst frühzeitige Therapie, damit Beschwerden gar nicht erst entstehen und Folgeerkrankungen vermieden werden.

Es besteht zudem der Verdacht, dass ein unbehandeltes PCOS das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gebärmutterkrebs erhöht.

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Ist eine Schwangerschaft trotz PCO-Syndroms möglich?

Wird das PCO-Syndrom frühzeitig erkannt, ist eine Schwangerschaft in der Regel trotzdem möglich. Ärzte und Ärztinnen verschreiben dafür Medikamente, die eine Reifung der Eizellen unterstützen und den Eisprung auslösen.

In seltenen Fällen – wenn diese Hormonbehandlung nicht anschlägt – wird eine Operation in Betracht gezogen: Dabei werden einige der Zysten in den Eierstöcken durch Hitze zerstört, was die Funktionsfähigkeit des Organs verbessern und den Zyklus normalisieren kann.

In manchen Fällen ist dennoch eine künstliche Befruchtung nötig, also die Zeugung des Embryos außerhalb des Mutterleibs. Dessen Einnistung in der Gebärmutter und Entwicklung wird dann medikamentös unterstützt.

Wie lässt sich das PCO-Syndrom behandeln?

Im Vordergrund bei der Behandlung steht die Änderung des Lebensstils. Das gilt insbesondere für Frauen, die übergewichtig sind oder an einem gestörten Zuckerstoffwechsel leiden. Eine Gewichtsabnahme kann bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen zu einer gravierenden Besserung der Beschwerden führen.

Auch ausreichend Bewegung kann den Hormonhaushalt und den Zuckerstoffwechsel stabilisieren. Experten und Expertinnen empfehlen für Frauen ab 18 Jahren regelmäßige körperliche Aktivität. Bei leichter Intensität sollten es 150 bis 300 Minuten pro Woche sein. Bei hoher reichen 75 bis 150 Minuten.

Eine Frau hat einen Blister mit Antibabypillen in der Hand und drückt eine Pille heraus.

© iStock / nensuria

Besteht kein Kinderwunsch (mehr), können Frauen, die am Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) erkrankt sind, ihren Zyklus mit Hilfe hormonhaltiger Verhütungsmittel wie der Antibabypille regulieren.

Welche Behandlung gibt es für PCOS-Betroffene ohne Kinderwunsch?

Bei Patientinnen ohne Kinderwunsch oder bereits abgeschlossener Familienplanung können hormonhaltige Verhütungsmittel wie die Antibabypille dabei helfen, den Blutungszyklus zu stabilisieren. Sie vermindern auch die Wirkung des Testosterons und damit die Vermännlichung.

Durch die regelmäßige Blutung und Erneuerung der Schleimhaut sinkt obendrein das Risiko für Gebärmutterkrebs.

Was können Frauen mit PCO-Syndrom selbst tun?

  • Frauen mit PCO-Syndrom sollten versuchen, eventuelles Übergewicht zu reduzieren und einen gesunden Lebensstil zu pflegen.
  • Die Gewichtsabnahme, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen dabei, Beschwerden zu verringern.
  • Bei psychischen Problemen ist es wichtig, sich professionelle Unterstützung zu holen. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin an, damit Sie an Fachleute überwiesen werden.
  • Sich mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen, kann helfen. Informationen dazu finden Sie über die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen NAKOS.
NAKOS: Kontaktstelle für gemeinschaftliche Selbsthilfe
Fachlich geprüft
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