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Alkoholverzicht: Was bringt Alkoholfasten?

Frau macht Alkoholverzicht und schlägt einen Rotwein aus.

© iStock / BrianAJackson

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 16.02.2021

In der Fastenzeit – von Aschermittwoch bis Ostersonntag – verzichten viele Menschen auf bestimmte Lebens- oder Genussmittel. Neben Süßigkeiten und Fleisch stehen auch alkoholische Getränke auf der Liste der meisten Fastenden. Sechs Wochen lang keinen Alkohol trinken – ein Experiment, für das viele positive Effekte sprechen. Die Regeln sind einfach: Kein Alkohol vom Aufwachen am Aschermittwoch bis zum Ostersonntag. In Großbritannien ist auch der „Dry January“ populär, bei dem die Teilnehmer einen Monat lang, vom Neujahrstag bis zum 31. Januar, auf Alkohol verzichten.

Inhalte im Überblick

    Welcher Gedanke steckt hinter dem Alkoholfasten?

    Der Sekt zum Anstoßen, das Bier zum Essen oder das Glas Wein zur Entspannung nach Feierabend – der Genuss von Alkohol gehört für viele Menschen zum Alltag. Ob das gesund ist oder nicht, wird oft gar nicht oder nur sehr selten hinterfragt. Doch selbst wenn man nur gelegentlich Alkohol trinkt, ist eine strikte Trinkpause in regelmäßigen Abständen gesund. Nicht nur körperliche, auch psychische Beschwerden können durch den Verzicht auf das Rauschmittel gelindert werden. Welche Effekte sich zeigen, hängt von der Dauer der Abstinenz ab. Die Pause macht einem zudem bewusst, welche Bedeutung Alkohol im eigenen Leben hat: Stellen Sie fest, dass Ihnen ohne Alkohol eigentlich nichts fehlt? Oder fällt es Ihnen schwer, nein zu sagen? Kreisen Ihre Gedanken ständig um den „Stoff“? Dann sprechen Sie mit einem Arzt darüber.

    Was passiert im Körper, wenn man auf Alkohol verzichtet?

    Der gesundheitliche Nutzen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich – je nachdem, wie hoch der Konsum vor dem Alkoholfasten war. Generell entlastet der Verzicht die Leber. Alkohol kann mittelfristig zu einer Leberzirrhose führen. Auch das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Man verliert an Gewicht, denn Alkohol und alkoholhaltige Getränke enthalten große Mengen an Kalorien. Nicht zuletzt verbessert sich die Gedächtnisleistung. Solche langfristigen Effekte treten allerdings nur auf, wenn man sich nach Ablauf des Alkoholfastens an die Empfehlungen für den Konsum von Alkohol hält und weiterhin auf ethanolhaltige Drinks, wie Wein, Bier, Spirituosen oder alkoholische Mixgetränke, verzichtet.

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    Was bringt der Alkoholverzicht mittel- und langfristig?

    Je nachdem, wie lange man es durchhält, nicht zu trinken, reagiert der Körper ganz unterschiedlich. 

    • Nach zwei Wochen zeigt sich, wie viel Kalorien alkoholische Getränke eigentlich enthalten: Abnehmversuche sind erfolgreicher, wenn auf Alkohol verzichtet wird. Der Schlaf ist tiefer, die Leistungsfähigkeit am Tag gesteigert. Stress wird reduziert, das Immunsystem ist stärker. Nach einem Monat wird die Haut besser, man fühlt sich fitter und der Blutdruck ist niedriger als vorher. 
    • Nach sechs Wochen ohne Alkohol können sich die Blutwerte enorm bessern. Die gesamte körperliche und auch die psychische Gesundheit ist besser.
    • Nach drei Monaten Abstinenz sind die gesundheitlichen Veränderungen noch stärker. Nicht nur das Körpergefühl ist besser, auch die geistige Klarheit ist stärker. Der Zustand des Immunsystems, der Haut, des Blutes und der Psyche sind besser. Weitere Vorteile sind die gestärkte Libido und Potenz, zudem steigt das Selbstbewusstsein. Drei Monate ohne Alkohol bringen nämlich nicht nur Körper und Geist zur Ruhe, sondern zeigen einem, dass man im Stande ist, ein langfristiges Projekt durchzuhalten. Durch dieses neue Lebenskonzept können sogar neue Hobbys und dadurch neue Bekannte oder Freunde ins Leben treten.

    Studie zu Alkoholverzicht: Welchen Erfolg hatten Teilnehmer schon nach einem Monat?

    Wissenschaftler der University of Sussex wollten herausfinden, was sich schon im Rahmen eines „Dry January“, also im Zeitraum von einem Monat, verändert. Für eine Studie haben sie Anfang 2018 genau 800 Personen befragt und die Daten ausgewertet. Ihre Ergebnisse im Überblick: 

    Nach dem Experiment

    • verringerten sich die Tage mit Alkoholkonsum von durchschnittlich 4,3 auf 3,3 pro Woche,
    • gingen die pro Trinktag konsumierten Mengen im Durchschnitt von 8,6 auf 7,1 Einheiten zurück (In Großbritannien umfasst eine standardisierte Einheit acht Gramm reines Ethanol.), 
    • waren die Teilnehmer nicht mehr an 3,4, sondern nur noch an 2,1 Tagen pro Monat betrunken. 

    Ziel ist selbstverständlich, die eigene Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern – ein recht abstraktes Ziel. Doch bereits nach kurzer Zeit berichteten die Studienteilnehmer viel Positives: 

    • 93 % der Teilnehmer empfanden es als Erfolgserlebnis, einen Monat auf Alkohol verzichtet zu haben.
    • 88 % sparten Geld.
    • 82 % dachten über ihren Alkoholkonsum nach.
    • 80 % fühlten sich besser in der Kontrolle über ihr Trinken.
    • 76 % erfuhren mehr darüber, wann und warum sie trinken.
    • 71 % erkannten, dass sie kein Getränk brauchen, um sich zu amüsieren.
    • 70 % berichteten, ihre Gesundheit habe sich generell verbessert.
    • 71 % schliefen besser.
    • 67 % hatten mehr Energie.
    • 58 % verloren Gewicht. 
    • 57 % konnten sich besser konzentrieren.
    • 54 % bekamen eine bessere Haut.  

    Alles in allem leiten die Autoren daraus ab, dass sich bereits im Zeitraum von einem Monat positive Aspekte zeigen – und dass Konsumenten dadurch ihr Trinkverhalten verändern. Den größten Nutzen haben Menschen, die langfristig ihren Konsum stark einschränken.

    Wer sollte besser nicht Alkoholfasten?

    Ob es während des strikten Alkoholverzichts zu Entzugssymptomen wie Schwitzen, Zittern, depressiver Verstimmtheit, Gereiztheit, Schlafstörungen und anderen kommt, hängt von der vorherigen Alkohol-Trinkmenge ab. Wer in unregelmäßigen Abständen das eine oder andere Gläschen zu sich nimmt, wird davon nichts merken. Wer regelmäßig größere Mengen konsumiert, sollte in jedem Fall vorab mit einem Arzt sprechen, denn das Entzugssyndrom kann gefährlich oder gar lebensbedrohlich sein.

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