Expertenforum - Entschädigungszahlung bei Coronaquarantäne

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Entschädigungszahlung bei Coronaquarantäne
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir treten als Arbeitgeber in Vorleistung und zahlen unseren Arbeitnehmern in Corona Quarantäne (keine Erkrankten) die Entschädigung für die zuständige Behörde aus.

    Wenn Arbeitgeber vertraglich nicht zur Fortzahlung der Vergütung verpflichtet sind, greift zum Schutz der Arbeitnehmer ein Entschädigungsanspruch, der im Infektionsschutzgesetz (§ 56 IfSG) geregelt ist. Danach zahlt der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt für die ersten sechs Wochen der Quarantäne weiter. Für die Zahlungen kann er eine Erstattung bei der im jeweiligen Bundesland zuständigen Behörde beantragen.

    Frage: In welcher Höhe ist der Anspruch an den Arbeitnehmer auszuzahlen? Sind diese Entgelte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sozialversicherungs- und steuerpflichtig?

    In bisher in unserem Unternehmen eingetretenen Quarantänefällen haben wir das Entgelt in voller Höhe weitergezahlt, unter Anwendung der für Arbeitsentgelt geltenden SV- und Steuerpflichten und einen Erstattungsantrag an die zuständige Behörde (in unserem Fall LVR Rheinland) gestellt.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
  • 02
    RE: Entschädigungszahlung bei Coronaquarantäne
    Guten Tag,
     
    wenn Arbeitgeber vertraglich nicht zur Fortzahlung der Vergütung verpflichtet sind, greift zum Schutz der Arbeitnehmer ein Entschädigungsanspruch, der im Infektionsschutzgesetz (§ 56 IfsG) geregelt ist. Danach zahlt der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt für die ersten sechs Wochen der Quarantäne in der bisherigen Höhe weiter.
     
    Die Entschädigungszahlung hat keine Auswirkung auf den versicherungsrechtlichen Status des Arbeitnehmers. Das heißt, für versicherungspflichtige Arbeitnehmer besteht die Versicherungspflicht in allen Versicherungssparten weiter, Beschäftigte mit einem Gehalt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze bleiben versicherungsfrei. Bemessungsgrundlage ist für die ersten sechs Wochen der Entschädigungszahlung das Arbeitsentgelt, das der Verdienstausfallentschädigung vor Abzug von Steuern und Beitragsanteilen zugrunde liegt, also in der Regel der bisherige Bruttoverdienst.
     
    Die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung trägt die Entschädigungsbehörde allein. Beitragsanteile von Arbeitnehmern werden nicht abgezogen. Der Arbeitgeber übernimmt die Berechnung der Beiträge und zahlt sie an die zuständige Krankenkasse des Beschäftigten (Einzugsstelle).
    Beitragsrechtlich ist die Entschädigungszahlung wie die Zahlung von beitragspflichtigem Arbeitsentgelt zu behandeln. Dementsprechend sind für den Zeitraum Sozialversicherungstage anzusetzen. Das der Verdienstausfallentschädigung zugrundeliegende Arbeitsentgelt ist auch bei der nächsten Entgeltmeldung mit zu berücksichtigen.
     
    Für die Zeiten der Entschädigungszahlung müssen Arbeitgeber, die am Umlageverfahren U1 und U2 teilnehmen, weiter Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz sowie Insolvenzgeldumlage zahlen. Entschädigungszahlungen sind nicht über das AAG-Verfahren erstattungsfähig.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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