Überblick: Fehlzeiten

Der jährliche Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt: Der Krankenstand bei den erwerbstätigen AOK-Mitgliedern ist in den vergangenen Jahren insgesamt konstant geblieben. Der Anteil psychischer Erkrankungen hat stark zugenommen.

Der Fehlzeiten-Report 2019 für AOK-Mitglieder

Der Fehlzeiten-Report 2019 basiert auf Daten von 13,9 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern, die 2018 in mehr als 1,6 Millionen Betrieben beschäftigt waren. Demnach stieg der Krankenstand bei den erwerbstätigen Mitgliedern der AOK 2018 um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. Jeder AOK-versicherte Beschäftigte hat im Durchschnitt 19,9 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am Arbeitsplatz gefehlt. Zum Vergleich: 2017 waren es 19,4 Tage je AOK-Mitglied.

Am häufigsten waren Atemwegserkrankungen (52,8 Fälle je 100 AOK-Mitglieder) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (34,2 Fälle je 100 AOK-Mitglieder). Psychische Erkrankungen traten bei 11,4 Fällen je 100 AOK-Mitglieder auf. Allerdings ist die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren konstant angestiegen, zwischen 2009 und 2018 um 64,2 Prozent. Außerdem führen diese Erkrankungen zu langen Ausfallzeiten. Mit 26,3 Tagen je Fall dauerten sie 2018 mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,8 Tagen je Fall.

WIdO
Fehlzeiten-Report 2019

Der Fehlzeiten-Report 2019 des WIdO beleuchtet das Thema “Digitalisierung – gesundes Arbeiten ermöglichen“. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Vorzügen und Risiken der Arbeit im Homeoffice.

Viele Faktoren beeinflussen den Krankenstand

Gesunde Bedingungen im Betrieb zu fördern hilft, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu vermeiden oder gering zu halten. Auch das gesundheitsgerechte Verhalten der Beschäftigten wird dadurch gestärkt.

Ein gutes Betriebsklima trägt beispielsweise dazu bei, dass Kollegen eher bereit sind, krankheitsbedingte Ausfälle durch Mehrarbeit zu kompensieren.

Gesunde Führung und eine konstruktive Fehlerkultur sind weitere wichtige Bausteine.

Auch eine Analyse der Fehlzeiten hilft dabei, den Krankenstand zu senken: Sie gehört in den meisten Unternehmen aus gutem Grund zum Alltag, da sie viele Ansatzpunkte bietet, um mögliche Probleme zu erkennen. Unternehmensstatistiken allein lassen aber noch keine belastbaren Rückschlüsse zu. Hier können Krankenkassen mit Ursachen- und Krankenstandsanalysen weiterhelfen. Zudem bedarf es der fachkundigen Auswertung und Interpretation der Ergebnisse, um zielführende Maßnahmen ableiten zu können.

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Unternehmensleitung, die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Unternehmen unter die Lupe zu nehmen und daraus Schlüsse für ein gesundes Unternehmen zu ziehen. Dabei kann die Analyse der AOK eine gute Basis für Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung sein.

Unterstützung der AOK

Die AOK hat große Erfahrung mit Krankenstands- und Ursachenanalysen in Unternehmen. Altersstufen, Geschlecht, Lohnfortzahlungszeit und Krankengeldbezugszeit werden differenziert dargestellt. Diagnosegruppen ohne Personenbezug, aber sofern möglich nach Abteilungen, geben Aufschluss über die Ursachen der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Dabei wird höchster Wert auf Datenschutz gelegt. Firmenspezifische Daten können mit anderen Durchschnittswerten, etwa aus derselben Branche, verglichen werden. Unsere Experten helfen gern weiter.

Stand

Zuletzt geprüft am: 15.05.2020

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