Rente und Hinzuverdienst

Bei Arbeitnehmern, die bereits eine Rente beziehen, ist es möglich, dass das aus der Beschäftigung erzielte Arbeitsentgelt auf die Rente angerechnet wird. Sollte der Hinzuverdienst die Rentenzahlung beeinflussen, kann sich dies auch auf die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung auswirken.

Hinzuverdienst kann die Rente schmälern

Bei Personen, die trotz eines Rentenbezugs weiterhin arbeiten, kann das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung die weitere Rentenzahlung in voller Höhe gefährden.

Eine geänderte sozialversicherungsrechtliche Beurteilung für die Beschäftigung ergibt sich, wenn sich der Hinzuverdienst auf die Weiterzahlung der Rente so auswirkt, dass die Rente entweder nicht mehr oder nur als Teilrente weitergezahlt wird.

Hinzuverdienstgrenzen für arbeitende Rentner

Hinzuverdienstgrenzen sind bei der Bestimmung der Rentenhöhe zu beachten bei

  • vorzeitigen Altersrenten (vor Erreichen der Regelaltersgrenze) und
  • Erwerbsminderungsrenten

Bei Hinterbliebenenrenten und Erziehungsrenten wirkt sich ein Hinzuverdienst nur bei der Einkommensanrechnung aus. Für Waisenrenten gelten keine Einkommensgrenzen.

Hinzuverdienst neben einer Altersrente

Versicherte können eine Altersrente in voller Höhe oder als Teilrente in Anspruch nehmen. Nach Vollendung der Regelaltersgrenze dürfen die Rentenempfänger unbegrenzt hinzuverdienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Altersrente als Voll- oder Teilrente gewährt wird.

Haben Rentenbezieher die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht, besteht nur dann ein Rentenanspruch, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Bereits im Jahr 2020 war die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogenen Altersrentner von 6.300 Euro auf 44.590 Euro erhöht worden. Die Grenze für das Jahr 2021 liegt bei 46.060 Euro. Jahreseinkünfte bis zu dieser Höhe führen somit nicht zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Der Gesetzgeber reagierte damit auf den durch die Covid-19-Pandemie gestiegenen Bedarf an medizinischem Personal und die durch Erkrankungen oder Quarantäneanordnungen ausgelösten Personalengpässe in anderen Wirtschaftsbereichen. Mit der Regelung soll die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt erleichtert werden. Ab 2022 gilt voraussichtlich wieder die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Kalenderjahr. Dieser Wert gilt bundesweit. Liegt der Verdienst über diesem Grenzwert, wird je nach Höhe des Hinzuverdiensts die Rente gekürzt und als Teilrente gezahlt.

Passendes zum Thema
Moderator im Studio
AOK-Videoformat PunktGenau!

Wie viel können Rentner mit einer vorgezogenen Altersrente im Jahr 2021 hinzuverdienen? Antwort im Video.

Hinzuverdienst neben einer Erwerbsminderungsrente

Renten wegen Erwerbsminderung (bei voller oder teilweiser Erwerbsminderung) werden nur gezahlt, wenn bestimmte Hinzuverdienstgrenzen nicht überschritten werden. Maßgebend für die Höhe der Rente wegen Erwerbsminderung ist der erzielte Hinzuverdienst.

  • volle Erwerbsminderung: 6.300 Euro jährliche Hinzuverdienstgrenze
  • teilweise Erwerbsminderung: individuelle Hinzuverdienstgrenze (sie kann dem Rentenbescheid entnommen und sollte dem Arbeitgeber mitgeteilt werden)

Der Hinzuverdienst darf grundsätzlich nur innerhalb des Restleistungsvermögens des erwerbsgeminderten Rentners erzielt werden. Das gilt

  • bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung in einer Beschäftigung von unter drei Stunden täglich und
  • bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung in einer Beschäftigung von unter sechs Stunden täglich.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 07.01.2021

Zurück zum Thema
Alle Artikel im Thema

Weiteres zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Rente und Hinzuverdienst

Beiträge zur Sozialversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen sind verantwortlich für den Einzug aller Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung). Die Beiträge leiten sie an die anderen Sozialversicherungsträger weiter.

Mehr erfahren
Sozialversicherungspflicht und ‑freiheit

Arbeitnehmer und Auszubildende sind generell sozialversicherungspflichtig. Arbeitgeber haben die Versicherungspflicht ihrer Beschäftigten zu beurteilen.

Mehr erfahren
Minijobs

Mehr als sieben Millionen Menschen arbeiten in Minijobs: in geringfügig entlohnten oder kurzfristigen Beschäftigungen. Erfahren Sie mehr über ihre sozialversicherungsrechtliche Beurteilung.

Mehr erfahren
Kontakt zur AOK Niedersachsen AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Telefon Icon
0800 0265637
Die Servicehotline für Arbeitgeber. Wir sind täglich rund um die Uhr persönlich für Sie da und beraten Sie gern.
Grafik Firmenkundenservice
Wir rufen Sie gern zu Ihrem Wunschtermin an.