#Entspannung am 22.07.2021

Lavendel: die beruhigende Blüte für Körper und Seele

Eine Frau hält Lavendel im Arm und riecht daran
Stocksy / Vertikala

Alleskönner Lavendel: Die ebenso hübsche wie wirkungsvolle Heilpflanze hat viele Talente. Wir verraten dir, welche positiven Effekte das gesunde Gewächs auf Körper und Geist hat.

Blühender Lavendel bringt dich nicht nur mit seiner Farbe in entspannte Sommerstimmung, auch der angenehme Duft wirkt beruhigend. Durch die zahlreichen Blüten, die viel Pollen und Nektar bieten, zählt der Lavendel zu den besonders bienenfreundlichen Pflanzen.

Die Heilpflanze wurde aufgrund ihrer Inhaltsstoffe zur Arzneipflanze 2020 gekürt.

Sie kann innere Unruhezustände, Angstgefühle und daraus resultierende Schlafstörungen lindern. Wir zeigen dir, was hinter der Lavendel-Wirkung steckt.

Fakten über Lavendel

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) wird bereits seit Jahrhunderten als pflanzliches Arzneimittel zur Beruhigung und Entspannung eingesetzt. Seine medizinische Verwendung in Europa reicht bis weit in die griechisch-römische Antike zurück. Die Pflanze gilt als Entdeckung der Klostermedizin. Hildegard von Bingen – eine bedeutende Benediktinerin sowie natur- und heilkundige Universalgelehrte – betont den starken Duft und empfiehlt Lavendel Mitte des 12. Jahrhunderts zur äußerlichen Anwendung sowie gegen Ungeziefer. Das lateinische Wort „lavare“ bedeutet sinngemäß „reinigen, waschen, putzen“.

Lavendel zählt zur Familie der Lippenblütler. Er enthält Wirkstoffe mit heilenden und entspannenden Eigenschaften, zum Beispiel Gerbstoffe, Flavonoide und wertvolles ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Blütenständen von Lavandula angustifolia Miller (gemäß europäischem Arzneibuch = Ph.Eur.) gewonnen wird. Mehr als hundert wirksame Inhaltsstoffe sind in der Pflanze enthalten.

Lavendel: Balsam für die Seele

Traditionell wird Lavendelöl zur Linderung bei leichten Formen von Stress und Erschöpfung sowie bei Schlafproblemen angewendet. Darüber hinaus werden dem Öl antibakterielle, krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften zugesprochen.

Die Einsatzgebiete auf einen Blick: Lavendelöl kann eingesetzt werden bei:
(Wenn die Symptome nach zweiwöchiger Anwendung (umfasst auch Einreibung, Wickel und Co) noch unverändert anhalten oder sich verschlimmert haben, sollte ein Arzt kontaktiert werden!)

  • Nervöse Unruhezustände
  • Unruhezustände bei ängstlicher Verstimmung
  • Schlafstörungen
  • als Einreibung bei Verspannungen und Erschöpfungszuständen

Lavendel-Labyrinth in Baden-Württemberg

Das Lavendel-Labyrinth der Hohenheimer Gärten wurde 2004 von Auszubildenden der Landwirtschaftlichen Schule Stuttgart Hohenheim zusammen mit Gärtnerinnen und Gärtnern des Exotischen Gartens angelegt. Der Bestand aus anfangs 2000 Lavendelpflanzen in zehn Sorten wurde in den letzten Jahren beständig mit neuen Pflanzen ergänzt.

In der sommerlichen Blütezeit verwandelt sich das Lavendel-Labyrinth in ein Meer aus Farbe und Duft.  Seine volle Wirkung entfaltet es, wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt und dabei tief inhaliert. An trüberen Tagen sorgen die Eindrücke von Form und Farbe der diversen Lavendelbüsche für gute Laune. Der Weg des Labyrinths führt dabei immer in die Mitte – es ist ein sogenanntes Baltisches Rad. Wer dem Pfad folgt, der gelangt zum Mittelpunkt und ein kürzerer Weg führt zurück.

2012 wurde der Freundeskreis des Labyrinths gegründet, der mit seiner tatkräftigen Pflege entscheidend zur Erhaltung dieses Kleinods beiträgt.

Lavendel-Wirkung im Fokus der Wissenschaft

Die heutige medizinische Verwendung des Echten Lavendels verfestigte sich im späten 19. Jahrhundert. Bereits zu dieser Zeit setzte man ihn überwiegend als Mittel bei Schlafstörungen und nervösen Unruhezuständen ein. Im zunehmenden Maß rücken pflanzliche Arzneimittel und deren Auszüge und Extrakte in den Fokus der Wissenschaft. Hierdurch beschäftigen sich immer mehr Studien mit der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Phytopharmaka, unter anderem auch von Lavendel.

Einsatzmöglichkeiten von Lavendel

Lavendel ist vielseitig einsetzbar. Für folgende Dinge kannst du die Arzneipflanze ideal verwenden:
(Wenn die Symptome nach zweiwöchiger Einnahme noch unverändert anhalten oder sich verschlimmert haben, sollte ein Arzt kontaktiert werden.)

  • Lavendelblütentee: Schläfst du schlecht? Dann trinke vor dem Zubettgehen einen frisch aufgebrühten Lavendelblütentee. Er beruhigt den Körper und Geist von innen. Die Zubereitung ist ebenso schnell wie einfach. Übergieße ein bis zwei Teelöffel Lavendelblüten mit heißem Wasser und nach 10 bis 15 Minuten abseihen. Alternativ kannst du unser spezielles Schlaftee-Rezept ausprobieren.
  • Lavendelkapseln: Pflanzliche Präparate in Kapselform mit Öl aus speziell gezüchteten Arznei-Lavendelblüten sorgen für mehr innere Ruhe. Unruhezustände bei ängstlicher Verstimmung lassen langsam nach und auch der Schlaf verbessert sich. Die Weichkapseln machen tagsüber nicht müde und auch nicht abhängig. Sie sind nicht geeignet für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, nicht bei Überempfindlichkeit und Patient*innen mit Leberfunktionsstörungen. Die Dauer der Anwendung ist prinzipiell nicht begrenzt. Wenn die Symptome nach zweiwöchiger Einnahme noch unverändert anhalten oder sich verschlimmert haben, sollte ein Arzt kontaktiert werden.
  • Lavendelöl: Das ätherische Öl wirkt entspannend und schlaffördernd. Es eignet sich zudem gut für eine Aromaöl-Massage oder ein wohltuendes Bad. Beim Verdampfen hilft es bei Stress, Schlafstörungen oder ängstlichen Verstimmungen. Lavendelöl kann reizend wirken und allergische Hautreaktionen auslösen (nicht geeignet für Kinder und Jugendliche).
  • Lavendelkissen: Duftkissen mit Lavendel riechen angenehm und haben eine wohltuende, entspannende und schlaffördernde Wirkung. Darüber hinaus hält der Geruch lästiges Ungeziefer wie Mücken fern.
  • Lavendelwickel: Lavendelöl lässt sich direkt auf die Haut einreiben oder für einen Brustwickel verwenden (nicht geeignet für Kinder und Jugendliche). Beträufle dafür ein Baumwolltuch mit etwa zehn Tropfen Öl, schlage es in Fett abweisendes Butterbrotpapier ein und wärme es zwischen zwei Wärmflaschen an. Lege den Wickel anschließend mit der Ölseite auf den Brustkorb. Mit einem weiteren Tuch kannst du den Wickel befestigen und wirken lassen, bis die Wärme nachlässt. Lavendelöl kann Reizungen und allergische Hautreaktionen auslösen.

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