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Natürliche Stimmungsaufheller: sinnvoll oder riskant?

Frau und Mann sitzen auf einer Bank und genießen dank pflanzlicher Stimmungsaufheller ihre gemeinsame Zeit.

© AOK

Lesezeit: 3 Minuten30.09.2020Aktualisiert: 14.12.2021

Jeder hat mal schlechte Laune. Doch vor allem in den dunklen Monaten kann die Stimmung länger gedrückt sein. Statt einen Arzt anzusprechen, probieren viele Betroffene pflanzliche Produkte aus. Wie sinnvoll sind natürliche Stimmungsaufheller?

Inhalte im Überblick

    Was sind pflanzliche Stimmungsaufheller?

    Pflanzliche Stimmungsaufheller sind Kräuter, Pflanzen oder Gewürze, die aufgrund ihrer besonderen Inhaltsstoffe dazu beitragen können, psychische Beschwerden, wie gedrückte Stimmung oder Schlafstörungen, zu lindern. Außerdem können sie bei Anzeichen von Stress, Nervosität, Unruhe und Ängstlichkeit helfen. Einige dieser pflanzlichen Wirkstoffe sind auch als Medikamente zur Behandlung bestimmter Erkrankungen zugelassen. Zum Beispiel können bei einer Depression Johanniskrautpräparate verordnet werden.

    Zu den pflanzlichen Stimmungsaufhellern, die häufig bei psychischen Beschwerden eingesetzt werden, zählen unter anderem:

    • Baldrian
    • Hopfen
    • Johanniskraut
    • Lavendel
    • Melisse
    • Passionsblume
    • Safran

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    Natürliche Stimmungsaufheller gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Für die innere Anwendung werden zumeist Tabletten oder Dragees verwendet. Darüber hinaus gibt es auch Tees und ätherische Öle auf Basis der Pflanzen und Kräuter.

    Dabei ist generell zu beachten, dass jeweils eine bestimmte Dosierung erforderlich ist, um einen gesundheitsstärkenden und genesungsfördernden Effekt zu erzielen. Klar ist auch, dass durch das Trinken von Tee oder das Einatmen von ätherischen Ölen nicht derselbe Effekt zu erwarten ist wie bei der Einnahme von Medikamenten mit höherer Wirkstoffkonzentration.

    Vorsicht bei der Selbstbehandlung

    Grundsätzlich gilt, dass beim Verdacht auf eine manifeste klinische Erkrankung keine Selbstbehandlung mit pflanzlichen Stimmungsaufhellern erfolgen sollte.

    In diesen Fällen muss zunächst eine sorgfältige Diagnose durch einen Arzt oder Psychotherapeuten gestellt und im Anschluss mit dem Patienten die Therapie geplant werden.

    Worauf ist bei natürlichen Stimmungsaufhellern zu achten?

    Abhängig von den Beschwerden kann die Anwendung natürlicher Stimmungsaufheller helfen, das Wohlbefinden des Patienten zu steigern und die Genesung zu fördern. Inwieweit Kräuter- und Pflanzenextrakte bei bestimmten Beschwerden geeignet sind, sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Eine ärztliche Beratung oder Rücksprache mit einem Apotheker ist auch deshalb zu empfehlen, weil die Anwendung natürlicher Stimmungsaufheller Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen kann.

    Eine Person schneidet Johanniskraut auf einer Wiese.
    Natürliche Stimmungsaufheller können den Weg zurück in einen glücklichen Alltag erleichtern.

    © iStock / zolochevka

    Risiken und allergische Reaktionen

    Trotz ihrer prinzipiell guten Verträglichkeit und der Beliebtheit bei Menschen, die synthetisch hergestellten Medikamenten skeptisch gegenüberstehen, können natürliche Stimmungsaufheller auch Nebenwirkungen haben. So können unter anderem durch Licht ausgelöste oder allergische Hautreaktionen sowie Magen-Darm-Beschwerden und Unruhe auftreten.

    Lavendel kann bei Überdosierung Kopfschmerzen auslösen, wobei auf empfindliche Menschen auch schon kleine Mengen unangenehm wirken. Bei der inneren Anwendung können unter anderem Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit oder Verstopfung sowie allergische Hautreaktionen auftreten.

    Deshalb ist es nicht nur wichtig, die richtige Dosis zu ermitteln, sondern auch mögliche Abneigungen, Empfindlichkeiten oder Allergien vor der Anwendung zu berücksichtigen.

    Vorsicht bei Johanniskraut

    Johanniskraut beeinflusst den Abbau anderer Medikamente. Dadurch kann es unter anderem die Wirkung von Gerinnungshemmern, HIV-Medikamenten, Antiepileptika, Immunsuppressiva oder Zytostatika herabsetzen. Gleichzeitig kann Johanniskraut auch die Wirkung von Antidepressiva aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer im Gehirn so verstärken, dass es zu einem lebensbedrohlichen Serotoninsyndrom kommen kann. Bei Frauen, die Hormone zur Empfängnisverhütung einnehmen, sind Zwischenblutungen möglich. Auch die Sicherheit der Verhütung kann durch Johanniskraut-Extrakte herabgesetzt sein.

    Patienten, die bereits mehrere andere Medikamente einnehmen oder ein Medikament erhalten, das besonders exakt dosiert werden muss, sollten also vorsichtig mit der Einnahme von Johanniskraut sein.

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