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Susanne Mitlacher: Sport und Ehrenämter als Chance sehen

Veröffentlicht am:02.01.2023

5 Minuten Lesedauer

Zugang zu Sport ermöglichen – das ist Susanne Mitlacher von der AOK Hessen ein persönliches Anliegen. Sie ist ehrenamtliche Hobby-Fußballtrainerin in Würzburg und trainiert mit viel Freude Frauen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen.

Frauen einer Fußballmannschaft stecken die Köpfe zusammen.

© iStock / South_agency

Inhalte im Überblick

    Susanne Mitlacher ist 34 Jahre alt und gebürtige Sächsin. Die Liebe hat sie nach Würzburg gebracht, wo sie heute lebt. Sie arbeitete ursprünglich für die AOK Bayern im Bereich Digitalisierung, 2019 wechselte sie zur AOK Hessen. Seit Kurzem ist sie fachliche Führungskraft im Bereich Prozessmanagement. Das Anliegen von ihr und ihrem Team ist es, die Prozesse für die Kunden und Kundinnen zu verbessern.

    Von der Spielerin zur Trainerin

    Als Kind hat sich Susanne Mitlacher jeden Tag nach der Schule auf der Straße oder auf dem Fußballplatz mit anderen zum Kicken getroffen. Mit 13 Jahren begann sie, in einem Fußballverein zu spielen. Ihre Stadt und ihr Verein hatten eine gute Infrastruktur für Nachwuchsarbeit. So kam es, dass sie zunächst in einem Nachwuchsleistungszentrum des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und mit 16 in der 2. höchsten Frauenfußballliga in Deutschland spielte. Verletzungsbedingt musste Susanne Mitlacher leider zwei große Pausen machen und letztendlich die Fußballschuhe komplett an den Nagel hängen. Sie erinnert sich gern an die Zeit im Verein. Das Fußballspielen war zwar stets zeitintensiv, doch war es ein wunderbarer Ausgleich zur Schule und eine gute Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen.

    Aus Leidenschaft zum Sport absolvierte Susanne Mitlacher aus Eigeninitiative eine hochwertige Trainerausbildung über den DFB. So war sie dem Fußball dann noch als Trainerin, Mannschaftsleiterin und Co. nah. Aber durch ihren Bildungs- und Berufsweg hat sie es irgendwann zeitlich nicht mehr geschafft und musste ihre Passion aufgeben – doch nicht für immer.

    Eine Fußballerin dehnt sich auf dem Fußballplatz.

    © iStock / Drazen Zigic

    In Susanne Mitlachers Fußballmannschaft kann jede Frau ihre eigenen sportlichen Zielen verfolgen.

    Eine Fußballmannschaft für alle

    Im Jahr 2018 hat Susanne Mitlacher einen Aufruf gelesen, dass in Würzburg eine neue Frauenfußballmannschaft gegründet werden soll – gesucht wurden noch Spielerinnen und eine Trainerin. Seitdem trainiert sie ehrenamtlich die „Hobbydamen“ bei der Freien Turnerschaft Würzburg e.V.

    Es ist ein ganz anderes Bild als ihre eigene Fußballgeschichte zu Jugendzeiten: ohne Leistungsdruck und Ligabeteiligung. Susanne Mitlacher trainiert etwa 25 Frauen ab 18 Jahren – nach oben offen. Dabei spielen ehemalige Leistungssportlerinnen bis hin zu kompletten Fußballneulingen zusammen Fußball. Es sind Frauen aus allen Lebensbereichen, von der Hausfrau bis zur Professorin, Mütter, die mithilfe von Sport nach den Schwangerschaften Übergewicht abbauen wollen, Frauen mit Migrationshintergrund sowie Ur-Fränkinnen. Die Mannschaft trainiert immer freitags; ab und an nehmen sie an Spaßturnieren teil und haben Freundschaftsspiele.

    Für Susanne Mitlacher ist es ein persönliches Anliegen, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle ohne Druck und hohe Leistungsziele Sport treiben können. „Sonst gibt es kaum eine Chance, als Erwachsener eine neue Sportart zu lernen. Weil es so gut wie keinen Low-Level-Zugang gibt und man den Sport meist schon als Kind gelernt haben muss.“ Bei ihrer Mannschaft geht es darum, dass Frauen, die sich mehr bewegen wollen, Zugang finden. Der Spaß, die Bewegung, die Gemeinschaft stehen im Vordergrund. Dennoch sind ihre Spielerinnen ehrgeizig und engagiert. Jede arbeitet daran, die eigenen sportlichen Ziele zu erreichen. Und obwohl diese bei jeder Frau anders aussehen, unterstützen sie einander dabei.

    Für Susanne Mitlacher ist das Thema Einsamkeit eine große Herausforderung unserer Gesellschaft. Einen großen Vorteil sieht sie darum besonders im Vereinssport. In ihrer Mannschaft entstehen Freundschaften, erzählt sie stolz. Nach dem Training geht es oft gemeinsam ins Vereinsheim zum Quatschen. Auch privat treffen sie sich ab und an zum Grillen, um am Main zu sitzen oder auf ein Weinfest zu gehen.

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    Als Erwachsener neuen Zugang zu Sport finden

    Für Susanne Mitlacher ist Erwachsenensport eine gute Möglichkeit, durch die Bewegung und die sozialen Kontakte etwas für die eigene körperliche und psychische Gesundheit zu tun. Doch weiß sie von sich selbst und auch ihren Spielerinnen, dass es oft Hürden und Probleme gibt – wie den Zeitfaktor im Alltag.

    Diese vier Schritte empfiehlt die Trainerin darum allen, die sich (wieder) mehr bewegen möchten:

    1. Finden Sie heraus, welcher Sport Ihnen Spaß macht. Da hilft es beispielsweise, an den eigenen Schulsport zu denken. Hatten Sie als Kind eine Affinität zu Ballsportarten oder vielleicht Leichtathletik? Oder fanden Sie Schulsport doof, hatten aber immer viel Freude am Tanzen?
    2. Als Nächstes gilt es herauszufinden, wie Sport am besten in Ihren Alltag passt und wie viel Zeit Sie dafür haben. Benötigen Sie flexible Trainingszeiten oder ist für Sie ein fester Termin pro Woche besser? Wenn Sie zum Beispiel viele Dienstreisen unternehmen, wären Kurse in einem Sportstudio mit mehreren Standorten sinnvoll.
    3. Wenn Sie eine Idee haben, welchen Sport Sie zu welchen Zeiten machen möchten, starten Sie mit einer Onlinerecherche. Jede Stadt hat zum Beispiel einen Katalog, in dem ortsansässige Vereine und Sportangebote aufgelistet sind.
    4. Haben Sie etwas Passendes gefunden, heißt es: ausprobieren und nicht entmutigen lassen. Viele Vereine und Sportstudios bieten kostenlose Probetrainings an, in denen Sie ausprobieren können, ob Sie sich mit dem Sport und in dem Umfeld wohlfühlen. Bedenken Sie aber, dass oft ein wenig Geduld und Durchhaltevermögen erforderlich sind. Es ist möglich, dass Sie zu Beginn an Ihre körperlichen Grenzen stoßen. Bei Mannschaften kann es etwas dauern, bis man sich als Neuzugang angenommen fühlt.

    Aus Trainersicht empfiehlt Susanne Mitlacher außerdem allen Personen mit gesundheitlichen Problemen, vor Beginn mit einer neuen Sportart ärztlichen Rat einzuholen. „Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie dazu beraten, welche Sportarten für Ihre persönliche Situation geeignet sind und worauf Sie am besten achten sollten.“

    „Ein Ehrenamt bietet viel Raum für Bestätigung und soziale Kontakte.“

    Susanne Mitlacher
    Mitarbeiterin bei der AOK Hessen und Fußballtrainerin

    Ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen

    Ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Trainerin ist Susanne Mitlacher persönlich sehr wichtig. Sie ist der Meinung, dass auch anderen diese Arbeit guttun kann. „Ein Ehrenamt bietet viel Raum für Bestätigung und soziale Kontakte. Wenn Sie also nicht unbedingt nach mehr Bewegung im Alltag suchen, sondern nach einer neuen Aufgabe oder einem Ort für Begegnungen, schauen Sie sich doch nach einem Ehrenamt um.“ Sie sagt selbst, dass nicht immer alle dazugehörigen Aufgaben Spaß machen, ein Ehrenamt einem aber viel zurückgibt. Auch für die Gesellschaft sind ehrenamtliche Tätigkeiten sehr wichtig: „Viele Ehrenämter sind für unser tägliches Leben von Bedeutung – auch wenn sie nicht immer sichtbar sind.“ Susanne Mitlacher ist sich sicher: Fielen Ehrenämter weg, würde eine große Lücke in der Gesellschaft klaffen.


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