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Mit dem Rauchen aufhören: Warum immer ein guter Zeitpunkt ist

Für die Rauchentwöhnung bieten sich viele Therapieansätze.

© iStock/ Terroa

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 05.01.2021

Alle Jahre wieder fassen die Deutschen zum Jahresende gute Vorsätze für das neue Jahr. Ein Dauerbrenner: Mit dem Rauchen aufhören. Dabei lohnt es sich zu jeder Zeit, auf Nikotin zu verzichten. Warum das so ist und wie der Rauchstopp erfolgreich klappt.

Inhalte im Überblick

    Warum sollte ich mit dem Rauchen aufhören?

    Zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken gehört das Rauchen. In Deutschland sterben laut Bundesgesundheitsministerium jährlich 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Seit den 1980er Jahren ist der Anteil der Raucher bei den Erwachsenen allerdings leicht rückläufig. Insgesamt rauchen in Deutschland 23,8 Prozent der Erwachsenen (Frauen und Männer ab 18 Jahren), Männer mit 27 Prozent häufiger als Frauen. Aber auch 20,8 Prozent der Frauen greifen regelmäßig zur Zigarette.

    Obwohl die meisten Raucher um die gesundheitlichen Folgen ihres Lasters wissen, fällt es vielen schwer aufzuhören. Doch es gibt viele gute Gründe, die Sucht ein für alle Mal zu besiegen. So ist der Irrglaube, dass Rauchen nur Lungenkrebs verursacht, fatal – denn auch andere Krebsarten, wie etwa Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Tumoren im Bereich des oberen Verdauungstrakts (Mundhöhle, Zunge, Speiseröhre) werden durch die Schadstoffe im Tabakrauch begünstigt. Vor allem wer familiär vorbelastet ist, sollte seine schädigende Gewohnheit aufgeben.

    Doch nicht nur die Krebsgefahr ist ein Grund. Rauchen fördert die Entstehung von Arteriosklerose, also Ablagerungen in den Gefäßen. Durch Verengungen der Blutgefäße kann es zu Herzinfarkten, Schlaganfällen sowie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Raucherbein) kommen.

    Mit dem Rauchen aufzuhören hat zahlreiche positive Auswirkungen auf unseren Körper.

    © iStock/Михаил Руденко

    Rauchen ist zudem einer der größten Risikofaktoren für die Lungenkrankheit COPD. Darüber hinaus beschleunigt das Rauchen die Hautalterung, führt zu Zahnverfärbungen und Mundgeruch sowie zu Parodontitis.

    Letztere kann unbehandelt zu vorzeitigem Zahnausfall führen. Durch Gefäßschädigungen kann es beim Mann zur erektilen Dysfunktion kommen. Frauen, die nicht nur rauchen, sondern auch die Pille einnehmen, haben eine erhöhte Thrombosegefahr.

    Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten. Es gibt also viele gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Eltern schützen durch den Rauchverzicht ihr Kind vor den Schäden des Passivrauchens – für viele mit der wichtigste Grund, mit dem Rauchen aufzuhören. 

    Rauchentwöhnung: Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

    Rund 80 bis 90 Prozent aller Raucher würden gern von ihrer Sucht loskommen –  fühlen sich jedoch nicht dazu imstande. Umso sinnvoller ist es, die Rauchentwöhnung Schritt für Schritt zu planen. Es gibt mehrere Methoden, mit dem Rauchen aufzuhören:

    • Nikotinersatztherapie: Um Rauchern die Entwöhnung zu erleichtern, hat sich die Nikotinersatztherapie bewährt. Die Form der Therapie richtet sich nach der Anzahl der bisher gerauchten Zigaretten. Starke Raucher, also solche, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, benötigen dann Nikotinpflaster mit einer Dosierung von 52,5 mg pro Tag. Nach drei bis vier Wochen wechselt man auf die mittlere Stärke, nach weiteren drei bis vier Wochen auf die geringste Stärke mit 17,5 mg täglich. Für Gelegenheitsraucher sind Nikotinkaugummis oder Nikotinlutschtabletten die bessere Wahl. Aber auch für Starkraucher besteht die Möglichkeit mit diesen Kaugummis das starke Verlangen nach einer Zigarette schnell und unkompliziert zu zügeln.
    • Verhaltenstherapie, Nichtraucherseminare und Selbsthilfegruppen: Wer sich bei der Rauchentwöhnung lieber in die Hände von Fachleuten begibt, kann auf ein großes Angebot an Nichtraucherseminaren und Beratungsstellen zurückgreifen. In der Regel finden sechs bis zehn Gruppen- oder Einzelsitzungen in solchen Seminaren statt. Hier lernen Aufhörwillige, sich selbst zu beobachten sowie Risikosituationen zu erkennen und zu bewältigen. Aber auch Strategien, um einem eventuellen Rückfall vorzubeugen, werden hier vorgestellt. Mit großem Erfolg, denn Studien belegen, dass gerade solche Verhaltenstherapien das Aufhören erleichtern und die Rückfallquote verringern können.
    • Vor allem Entspannung und regelmäßiges Sporttreiben helfen bei der Stressreduktion. Folge: Bei weniger Stress kann sich das Verlangen nach einer Zigarette verringern und der Rauchstopp fällt leichter. Das bestätigen erste wissenschaftliche Studien.

    Passend zum Thema:

    Im Verlauf der Rauchentwöhnung kommt es bei den meisten Menschen zu Entzugssymptomen. Dazu gehören unter anderem Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit, aber auch depressive Verstimmungen und vermehrter Appetit. Viele fürchten sich vor der Rauchentwöhnung, aus Angst zuzunehmen.

    Aber: Es stimmt zwar, dass sich durch den Entzug des Nikotins der Stoffwechsel im Körper etwas umstellt. Dadurch kann es zu einer Gewichtszunahme von zwei bis drei Kilo kommen, die man im Normalfall aber schnell wieder loswird. Die größere Gefahr lauert in der Ersatzbefriedigung. Statt zur Zigarette greifen frischgebackene Nichtraucher zur Schokolade. Erst dieses Verhalten führt zu der befürchteten unkontrollierten Gewichtszunahme.

    Was passiert, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre?

    Umgehend nach dem Verzicht auf Zigaretten, beginnt der Körper damit, die durch das Rauchen entstandenen Schäden abzubauen.

    Vergangene ZeitKörperliche Reaktion
    Nach 20 Minuten:Die Durchblutung von Händen und Füßen normalisiert sich.
    Nach acht Stunden:Der Sauerstoffgehalt des Blutes verbessert sich messbar.
    Nach nur 24 Stunden:Das Herzinfarktrisiko beginnt zu sinken – wenn auch nach und nach.
    Nach zwei Tagen:Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich.
    Nach etwa 14 Tagen:Blutkreislauf und Lungenfunktion stabilisieren sich.
    Nach drei bis neun Monaten:Die Atemwege werden nach und nach freier, die Haut wirkt frischer und weniger fahl.
    Nach einem Jahr:Das Risiko für eine bedingt Verengung der Herzkranzgefäße sinkt.
    Nach fünf Jahren:Das Herzinfarktrisiko ist auf dem Niveau eines Nichtrauchers.
    Nach rund zehn Jahren:Die Lunge ist in gleichem Zustand wie bei einem Nichtraucher.

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