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Parasiten im Körper erkennen und wieder loswerden
Veröffentlicht am:06.01.2026
9 Minuten Lesedauer
Einige bleiben unbemerkt, andere sind extrem lästig oder bringen sogar Krankheiten mit: Parasiten nutzen den Menschen als Wirt. Wer weiß, wie sie übertragen werden, kann sich wirksam vor ihnen schützen.

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Inhalte im Überblick
- Was sind Parasiten und welche Arten gibt es?
- Läuse und Co: Parasiten, die auf der Haut leben
- Winzig klein: parasitäre Protozoen im Inneren des Körpers
- Parasitäre Würmer im Körper
- Wie übertragen sich Parasiten auf den Menschen?
- Symptome: Wie bemerkt man einen Parasiten im Körper?
- Wie Sie Parasiten wieder loswerden und einen Befall vermeiden
Was sind Parasiten und welche Arten gibt es?
Mit dem Begriff Parasit, im Volksmund auch als „Schmarotzer“ bekannt, bezeichnen Fachleute ein Lebewesen, das zum Überleben einen anderen Organismus, den sogenannten Wirt, benötigt. Parasiten schädigen ihren Wirt, indem sie ihm Nährstoffe entziehen, Zellen und Gewebe zerstören oder Krankheiten übertragen.
Die Fachwelt bezeichnet Parasiten, die innerhalb eines anderen Organismus leben, als Endoparasiten (endo bedeutet „innen“). Zu ihnen gehören Protozoen (Einzeller) und Würmer. Sie können verschiedene Organe des Menschen befallen, beispielsweise den Magen-Darm-Trakt oder den Blutkreislauf.
Im Gegensatz dazu leben die Ektoparasiten (ekto = außerhalb) auf der Haut oder im Fell beziehungsweise in den Haaren eines Menschen oder Tieres.
Übrigens: Wie schwer eine Infektion mit einem krankmachenden Parasiten verläuft, hängt unter anderem davon ab, wie stark das Immunsystem des jeweiligen Wirts ist. Besonders betroffen sind oft ältere Menschen, Immungeschwächte wie an Krebs Erkrankte während einer Chemotherapie oder Kinder, deren Abwehrsystem noch nicht voll ausgereift ist.
Läuse und Co: Parasiten, die auf der Haut leben
Nicht alle Parasiten leben im Inneren des Körpers – sogenannte Ektoparasiten halten sich direkt auf der Hautoberfläche oder in den Haaren auf. Sie ernähren sich meist von Blut oder Hautzellen der Wirte. Einige kommen nur zum Blutsaugen: Die nachtaktiven Bettwanzen beispielsweise verstecken sich tagsüber in Möbelritzen oder hinter Fußleisten. Andere Parasiten sind auf die Hautoberfläche des Menschen spezialisiert und halten sich dort dauerhaft auf.
Ein paar der bekanntesten Beispiele, die auch in deutschen Regionen vorkommen:
- Kopfläuse nisten sich in den Haaren des Wirts ein und saugen Blut aus der Kopfhaut. Sie vermehren sich rasant und ihre Bisse jucken stark.
- Filzläuse halten sich vor allem in den Haaren des Intimbereichs auf, können aber auch andere behaarte Körperpartien wie Achseln oder Augenbrauen befallen. Auch sie ernähren sich vom menschlichen Blut.
- Krätzmilben, in der Fachsprache Skabiesmilben, graben winzige tunnelförmige Gänge in die oberste Hautschicht des Wirts und legen dort ihre Eier ab. Die Krätze verursacht einen quälenden Juckreiz.
- Flöhe befallen sowohl Tiere wie Hunde oder Katzen als auch den Menschen. Sie ernähren sich vom Blut des Wirts, die Flohbisse können stark jucken und anschwellen.
- Zecken ernähren sich ebenfalls vom Blut ihrer Wirte. Viele Zecken tragen Krankheitserreger in sich und können Infektionen wie Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen.
- Bettwanzen kommen meist nachts zum Blutsaugen, übertragen jedoch keine Krankheiten. Ihre Bisse hinterlassen Rötungen und Juckreiz.
Winzig klein: parasitäre Protozoen im Inneren des Körpers
Protozoen sind winzig kleine Organismen, die lediglich aus einer Zelle mit einem Zellkern bestehen. Viele dieser Einzeller leben ohne einen Wirt, andere nutzen einen fremden Organismus und schädigen diesen parasitär. Menschen und Tiere sind mit verschiedenen Protozoen infiziert, wobei die Infektionen ohne Symptome bis hin zu lebensbedrohlich verlaufen können.
Parasitär lebende Einzeller sind beispielsweise:
- Giardien können den Dünndarm befallen und die sogenannte Gardiasis, eine Durchfallerkrankung, auslösen. Die Parasiten kommen vor allem in warmen Regionen mit niedrigen Hygienestandards vor.
- Ein Befall mit Leishmanien kann zu verschiedenen Arten der Tropenkrankheit Leishmanioseführen, teils mit Hautgeschwüren und Infektionen der inneren Organe.
- Unterschiedliche Arten von Plasmodien lösen in tropischen und subtropischen Gebieten verschiedene Formen der Malaria aus, die auch in der Schwere ihres Verlaufs variieren können.
- Die Amöbe Entamoeba histolytica kann im menschlichen Körper die sogenannte Amöbenruhr mit heftigen Durchfällen und Leberschäden verursachen. Ansteckungsgefahr besteht auf Reisen in tropische oder subtropische Gebiete.
- Das Protozoon Toxoplasma gondii ist Auslöser der Toxoplasmose und ist hierzulande vor allem im Kot von Katzen oder in nicht durchgegartem Fleisch zu finden. Infiziert sich eine Schwangere erstmals mit dem Erreger, besteht ein Risiko für die Gesundheit des ungeborenen Kindes. Es kann zu Entwicklungsverzögerungen und schweren organischen Schäden kommen.
Parasitäre Würmer im Körper
Parasiten, die sich ebenfalls im Inneren eines Wirts einnisten, sind Würmer, in der Fachsprache als Helminthen bezeichnet. Dies sind mehrzellige Organismen, die meist mit bloßem Auge sichtbar sind.
Zu den Helminthen gehören beispielsweise:
- Hakenwürmer: Ihre Larven gelangen über die Haut in den Körper und wandern über die Lunge in den Darm. Dort setzen sie sich fest und reifen zu erwachsenen Hakenwürmern heran. Eine Infektion kann mit Durchfall und Bauchschmerzen einhergehen. Möglich ist auch die Entwicklung einer Eisenmangelanämie. Hakenwurmerkrankungen finden sich zumeist in Gegenden mit schlechten sanitären Bedingungen.
- Spulwürmer gehören zu den Fadenwürmern und sind die am häufigsten beim Menschen vorkommenden parasitären Würmer. Eine Infektion mit Spulwürmern kann sich durch Magen-Darm-Beschwerden, aber auch Fieber oder Husten bemerkbar machen.
- Besonders Kinder leiden häufig an Madenwürmern, sie gehören ebenfalls zu den Fadenwürmern und nisten sich im menschlichen Darm ein. Da die Weibchen ihre Eier am After ablegen, leiden Kinder oft an einem juckenden Po, besonders in der Nacht.
- Von den Bandwürmern sind nur wenige Arten für den Menschen relevant. In der Regel verläuft eine Infektion mit dem Rinderbandwurm beim Menschen symptomlos. Es kann aber auch zu Übelkeit, Erbrechen, allgemeinem Schwächegefühl, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust kommen, sehr selten zu einer akuten Entzündung des Blinddarms, der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse.
- Der Fuchsbandwurm befällt, wie der Name schon sagt, bevorzugt Füchse. Der Mensch als sogenannter Fehlwirt infiziert sich nur selten mit den Eiern des Wurms. Ansteckungsquelle sind meist Waldfrüchte, Kräuter wie Bärlauch oder auch Obst und Pilze, die mit den Ausscheidungen des Fuchses in Berührung gekommen sind. Eine Infektion kann zu einer schwerwiegenden Erkrankung, der sogenannten alveolären Echinokokkose führen.
- Schistosome, oder deutsch: Pärchenegel, gehören zur Gattung der Saugwürmer und kommen vor allem in tropischen Seen und Flüssen vor. Sie sind Auslöser der Bilharziose. Die Krankheit kann akut aber auch chronisch verlaufen und zu gefährlichen Entzündungen in der Darm- oder Blasenwand bis hin zu Krebs führen.
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Wie übertragen sich Parasiten auf den Menschen?
Parasiten können auf ganz unterschiedliche Weise in oder an den menschlichen Körper gelangen. Manche werden über die Nahrung aufgenommen, andere durch Insektenstiche übertragen oder sie gelangen über die Haut in oder an den Körper.
Über Lebensmittel und Trinkwasser
Der Fuchsbandwurm kann sich über Waldbeeren, Wildkräuter oder Pilze übertragen, wenn sie mit Eiern des Wurms verunreinigt sind.
Andere Parasiten oder ihre Eier befinden sich in nicht ausreichend erhitztem Fleisch, rohem Fisch, verunreinigtem Trinkwasser oder damit gewaschenem Salat. Giardien und die Erreger der Amöbenruhr gelangen in tropischen Regionen meist durch Trinkwasser oder Nahrungsmittel, die mit Fäkalien infizierter Personen verunreinigt sind, in den menschlichen Körper.
Durch Insektenstiche
Viele Parasiten brauchen Insekten als Zwischenwirt, die den Erreger beim Blutsaugen weitergeben. Fachleute sprechen von einer „vektorübertragenen“ Infektion, beim sogenannten Vektor handelt es sich meist um eine Mücke.
Malaria-Erreger (Plasmodien) gelangen durch den Stich der Anopheles-Mücke in den menschlichen Körper, Überträger der Leishmanien ist die weibliche Sandmücke. Der Vektor zur Übertragung von Borreliose und FSME ist die Zecke.
Über die Haut
Einige Parasiten dringen direkt durch die Haut in den menschlichen Körper ein.
Hakenwürmer kommen besonders in tropischen Regionen vor und übertragen sich über den Kot infizierter Menschen. Andere stecken sich mit den Larven des Parasiten beispielsweise beim Barfußlaufen auf infiziertem Sand oder Boden an, wenn dieser mit menschlichem Kot gedüngt wurde.
Die Larven der Schistosomen kommen in tropischen Süßwasserseen oder stehenden Gewässern vor und gelangen durch die Haut von schwimmenden oder durch das Wasser gehenden Menschen in deren Körper.
Von Mensch zu Mensch
Manche Parasiten werden direkt weitergegeben, zum Beispiel über engen Körperkontakt, Kleidung oder Bettwäsche.
Krätzmilben beispielsweise befallen die Haut und verbreiten sich leicht in Familien oder Gemeinschaftseinrichtungen. Auch Kopfläuse brauchen engen Körperkontakt. Besonders in Schulen und Kindergärten wandern sie schnell von einem Kopf zum andern. Filzläuse können ebenfalls über körperliche Nähe von Wirt zu Wirt gelangen, besonders beim Geschlechtsverkehr.
Symptome: Wie bemerkt man einen Parasiten im Körper?
Läuse und Zecken lassen sich recht gut zwischen den Haaren oder auf der Hautoberfläche ausfindig machen. Doch wie erkennt man, dass sich Parasiten im Inneren des Körpers eingenistet haben? Parasiten können vielfältige Beschwerden verursachen – je nachdem, wo im Körper sie leben.
Insgesamt gibt es keine sicheren Symptome, die generell auf eine Parasiteninfektion hindeuten. Wichtig ist immer der Einzelfall. Denn je nach Art der Infektion kann es zu vielfältigen Krankheitszeichen kommen, die immer nur ein Anhaltspunkt sind. Genaueres können Ärzte oder Ärztinnen diagnostizieren.
Juckreiz, Rötungen, Bisspuren und Ausschläge auf der Haut können auf verschiedene Parasiten hindeuten, die auf oder unter der Haut leben, dort stechen und Blut saugen. Beispielsweise Läuse, Krätzmilben oder Bettwanzen kommen hier in Frage, das genaue Erscheinungsbild ist unterschiedlich.
Weitere mögliche Symptome können unter anderem Verdauungsprobleme wie Durchfall, Fieber, Abgeschlagenheit oder Müdigkeit sein.
Oft bleibt eine Infektion mit Parasiten auch völlig unbemerkt oder Betroffene bemerken beispielsweise einen Wurmbefall erst durch sichtbare Würmer oder Wurmteile in ihrem Stuhl.
Wichtig: Diese Symptome können auf einen Befall mit Parasiten hindeuten. Sie können aber auch Zeichen einer völlig anderen Erkrankung, beispielsweise eines viralen Infekts, sein. Deswegen ist im Zweifelsfall ein Besuch in der ärztlichen Praxis zu empfehlen.

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Wie Sie Parasiten wieder loswerden und einen Befall vermeiden
Wenn Sie an länger anhaltenden Beschwerden leiden, sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt um Rat fragen. Berichten Sie genau, seit wann Sie die Symptome haben, wo Sie waren und was Sie getan haben, etwa im Wald wilde Brombeeren gepflückt oder den Urlaub in den Tropen verbracht.
Eine Parasiteninfektion richtig behandeln
Bei Verdacht auf einen bestimmten Parasiten gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Untersuchung. Beispielsweise lassen sich Parasiten oder Antikörper über einen Bluttest oder eine Stuhlprobe erkennen. Eine Entzündung im Körper oder Schäden an den Organen können Fachleute mittels bildgebender Verfahren wie Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen sowie eine Magen- oder Darmspiegelung diagnostizieren.
Die Behandlung richtet sich ganz nach der Erkrankung oder dem nachgewiesenen Parasiten. Hierzu stehen den Medizinerinnen und Medizinern verschiedene Mittel wie Antibiotika, spezielle Antiparasitika oder Cremes, gegen Krätze beispielsweise, zur Verfügung.
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Vorsorge: So können Sie eine Infektion mit Parasiten vermeiden
Gegen wenige von Parasiten übertragene Krankheiten gibt es Impfungen, beispielsweise gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und gegen die Malaria, allerdings nur für einen sehr eingeschränkten Personenkreis. Deswegen ist die Prävention umso wichtiger. Ein paar Tipps:
- Insekten und Zwischenwirte meiden: Verwenden Sie Mücken- oder Zeckenspray, wenn Sie sich länger in der Natur aufhalten.
- Nach einer Wanderung oder längerem Aufenthalt im Grünen: Untersuchen Sie Ihren Körper nach Zecken und entfernen Sie diese zeitnah.
- Untersuchen Sie Ihr Kind, wenn es einen Läuseausbruch in der Schule oder Kita gibt.
- Verzehren Sie gesammelte Pilze, Beeren oder Bärlauch nie ungewaschen.
- Sind Sie schwanger? Essen Sie nur gut durchgebratenes Fleisch, gründlich gewaschenes Obst und Gemüse und lassen Sie jemand anderes das Katzenklo reinigen.
Tipps für Reisen in Risikogebiete oder Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen
- Sauberes Trinkwasser: Verwenden Sie zum Trinken und Zähneputzen abgekochtes Wasser oder Mineralwasser in Flaschen.
- Lebensmittel hygienisch zubereiten: Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr oder Zubereiten gründlich mit abgekochtem Wasser, garen Sie Fleisch gut durch.
- Essen Sie nur in sicheren Restaurants und nicht an Straßenständen mit fragwürdiger Hygiene, meiden Sie Eiswürfel, Speiseeis, rohes Gemüse und Obst.
Gute Handhygiene ist sowohl hierzulande als auch im Urlaub wichtig: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang.
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