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Rippenfellentzündung: Was bedeuten Schmerzen am Rippenbogen?

Veröffentlicht am:05.02.2026

8 Minuten Lesedauer

Wenn jeder Atemzug zu stechenden Schmerzen im Brustkorb führt, kann eine Rippenfellentzündung dafür verantwortlich sein. Welche Ursachen hat diese Erkrankung, wie sehen weitere Symptome aus und wie wird eine Rippenfellentzündung behandelt?

Eine Ärztin hört bei einer Patientin mit einem Stethoskop die Atmung ab. Mit der rechten Hand schiebt sie das Shirt der Patientin nach oben, während sie mit der linken Hand den Kopf des Stethoskops im oberen Rückenbereich hält.

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Was ist eine Rippenfellentzündung?

Bei einer Rippenfellentzündung sind eine oder beide der zwei Gewebeschichten entzündet, die die Lunge umhüllen und den Brustkorb von innen auskleiden. Die innere Schicht umgibt die Lunge direkt und wird als Lungenfell bezeichnet. Die äußere Schicht ist das Rippenfell. Beide zusammen bilden das Brustfell, in der Medizin als „Pleura“ bezeichnet. Deshalb heißt diese Entzündung auch Brustfellentzündung und in der Fachsprache Pleuritis. Gelegentlich fällt auch der Begriff Lungenfellentzündung. Da häufig aber sowohl das Rippen- als auch das Lungenfell von der Entzündung betroffen sind, ist die Bezeichnung Brustfellentzündung eigentlich am zutreffendsten.

Zwischen Lungenfell und Rippenfell liegt ein dünner Spalt. Dieser sogenannte Pleuraspalt enthält eine geringe Menge Flüssigkeit. Der Pleuraspalt und die dort vorhandene Flüssigkeit spielen bei der Unterscheidung der beiden unterschiedlichen Formen der Rippenfellentzündung eine Rolle:

  • Bei der trockenen Form der Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) kommt es zu keiner vermehrten Ansammlung von Flüssigkeit.
  • Bei der feuchten Pleuritis (Pleuritis exsudativa) sammelt sich hingegen vermehrt Flüssigkeit im Pleuraspalt an. Diese übermäßige Flüssigkeitsansammlung wird als Pleuraerguss bezeichnet. Liegt eine bakterielle Entzündung als Ursache vor, kann der Erguss auch eitrig sein.

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Welche Symptome treten bei einer Rippenfellentzündung auf?

Eine Rippenfellentzündung kann sich innerhalb von Stunden oder Tagen entwickeln und sehr unterschiedlich verlaufen. Auch abhängig von der Ursache gibt es milde und schwere Verläufe.

Eine Rippenfellentzündung macht sich vor allem bemerkbar durch:

  • Stechende Schmerzen im Brustkorb, die sich beim Atmen, Husten, Niesen oder Lachen verschlimmern. In manchen Fällen werden die Beschwerden von einem schweren Krankheitsgefühl begleitet.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • Husten
  • erschwerte Atmung oder Luftnot
  • Fieber
  • Schweißausbrüche

Unterscheiden sich die Symptome einer trockenen und einer feuchten Rippenfellentzündung?

Eine trockene und eine feuchte Rippenfellentzündung haben oft ähnliche Symptome. Eine Entzündung mit Pleuraerguss verursacht mitunter aber auch nur leichte Beschwerden oder verläuft sogar völlig symptomlos. In anderen Fällen können sich die Atembeschwerden bei einem Pleuraerguss zu einer Atemnot verstärken. Das hängt von der Ursache ab und davon, wie viel Flüssigkeit sich angesammelt hat.

Wann ist eine Rippenfellentzündung ein Fall für den Notarzt oder die Notärztin?

Wichtig ist: Schwere Atemnot ist ein medizinischer Notfall, bei dem umgehende ärztliche Hilfe notwendig ist. Generell können plötzlich auftretende oder sehr starke Schmerzen im Bereich des Brustkorbs Anzeichen für eine möglicherweise schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankung sein, die eine umgehende ärztliche Versorgung erforderlich macht.

Woran erkennt ein Arzt oder eine Ärztin eine Rippenfellentzündung?

Bei einer Rippenfellentzündung sind Rippenfell und Lungenfell entzündlich verändert. Wenn die entzündeten Hautschichten beim Atmen aneinanderreiben, entsteht ein typisches Reibegeräusch. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann es durch Abhören mit dem Stethoskop gut wahrnehmen und erhält somit einen deutlichen Hinweis auf eine Rippenfellentzündung. Durch Abklopfen des Brustkorbs können sich Hinweise auf einen Pleuraerguss ergeben. Mit dieser Diagnose ist es in der Regel jedoch nicht getan: Eine Rippenfellentzündung ist meist Ausdruck einer anderen Erkrankung.

Deshalb ist eine gründliche Anamnese, also die Klärung der medizinischen Vorgeschichte des Patienten oder der Patientin, wichtig. So lassen sich Hinweise auf weitere Erkrankungen gewinnen. Je nachdem, ob und welche andere Erkrankung Ihr Arzt oder Ihre Ärztin vermutet, schließen sich weitere Untersuchungen an, beispielsweise Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, eine Computertomographie (CT) oder Laboranalysen des Blutes. Durch Röntgen und Ultraschall lassen sich auch Pleuraergüsse nachweisen.

Eine Ärztin erläutert einer älteren Patientin das Röntgenbild eines Brustkorbs. Dazu hält sie das Bild ins Gegenlicht und zeigt mit einem Kugelschreiber auf einen Punkt darauf.

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Bei Verdacht auf eine Rippenfellentzündung schafft eine Röntgenuntersuchung oft Klarheit.

Was sind die Ursachen für eine Pleuritis und Schmerzen im Rippenbogen?

Grundsätzlich können sich Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten auf das Brustfell ausbreiten und zu Entzündungen führen. Eine Rippenfellentzündung tritt dabei selten als eigenständige Erkrankung auf. In den meisten Fällen ist eine zugrunde liegende Erkrankung die Ursache für eine Rippenfellentzündung:

Zu den Erkrankungen, die eine Pleuritis hervorrufen können, zählen unter anderem

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Wie läuft die Behandlung einer Rippenfellentzündung ab?

Bei einer durch Bakterien verursachten Rippenfellentzündung wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin in der Regel ein geeignetes Antibiotikum verschreiben. Wenn eine zugrunde liegende Erkrankung die Ursache der Entzündung ist, gibt diese Grunderkrankung die Art der Behandlung vor. Deshalb gibt es nicht die eine bevorzugte Behandlungsform der Pleuritis. Im Falle von akuten Erkrankungen wie einer Lungenentzündung klingt die Rippenfellentzündung in der Regel ab, wenn die Grunderkrankung ausgeheilt ist. Bei chronischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis geht es vor allem darum, die Grunderkrankung gut zu kontrollieren, um auch deren Symptome wie eine Pleuritis und die damit verbundenen Beschwerden zu lindern. Die mit einer Rippenfellentzündung verbundenen Schmerzen können mit Schmerzmedikamenten gelindert werden.

Doc Felix erklärt, wann Paracetamol oder Ibuprofen sinnvoll sind und welche wichtigen Hinweise bei der Einnahme beachtet werden sollten.

Wie wird ein Pleuraerguss behandelt?

Liegt ein Pleuraerguss vor, kann es notwendig sein, die vermehrte Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt zu entfernen. Das kann unterschiedlich erfolgen.

  • Punktion: Mithilfe von Punktionsnadeln lässt der Arzt oder die Ärztin Flüssigkeit ab. Falls der Rippenfellentzündung eine chronische Erkrankung zugrunde liegt, muss möglicherweise regelmäßig punktiert werden.
  • Drainage: Dabei saugt der Arzt oder die Ärztin über einen kleinen Schnitt und einen Schlauch überschüssige Flüssigkeit ab. Eine Drainage kann bei Atemnot auch eine notfallmedizinische Maßnahme sein.
  • Um ständig wiederkehrende Pleuraergüsse zu verhindern oder zumindest die Wahrscheinlichkeit dafür zu verringern, besteht außerdem die Möglichkeit, Lungenfell und Rippenfell operativ zu verbinden. Dieses Verfahren heißt Pleurodese.

Wie lange dauert eine Rippenfellentzündung?

Die Dauer einer Rippenfellentzündung und deren Heilungsaussichten hängen maßgeblich von einer möglichen Grunderkrankung ab. Deshalb lässt sich die Frage nach dem Behandlungszeitraum nicht pauschal beantworten. Wie bei jeder Erkrankung hängen Heilungserfolg und -dauer natürlich auch vom allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen ab.

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Brustfellentzündung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten und desto kürzer dauert womöglich auch die Behandlung. Deshalb sollten Sie bei Schmerzen im Brustraum unverzüglich Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin aufsuchen, auch um andere Krankheiten zu erkennen oder auszuschließen.

Fachlich geprüft
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