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Prostatakrebs: Die wichtigsten Zahlen und Fakten

Ein älterer Mann mit Prostatakrebs steht vor dem Fenster und blickt besorgt in die Ferne.

© iStock / PIKSEL

Lesezeit: 4 Minuten21.01.2022

Prostatakrebs ist eine Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse. Wir geben Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen und nennen Zahlen und Fakten.

Inhalte im Überblick

    Wie häufig ist die Krebserkrankung der Prostata?

    Prostatakrebs oder medizinisch Prostatakarzinom bezeichnet einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata). Bei Männern in Deutschland ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart und die zweithäufigste Krebstodesursache.

    Wie viele Männer erkranken jährlich an Prostatakrebs?

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts waren 2017 hierzulande etwa 62.230 Männer neu an Prostatakrebs erkrankt. Im Laufe des Lebens muss einer von neun Männern damit rechnen, die Diagnose Prostatakrebs zu erhalten. Den Grund für die Häufigkeit von Prostatakrebs sehen Experten unter anderem in der mittlerweile relativ hohen Lebenserwartung in Deutschland.

    In welchem Alter wird Prostatakrebs durchschnittlich diagnostiziert?

    Im Jahr 2016 waren Männern zum Zeitpunkt der Diagnose durchschnittlich 72 Jahre alt. Prostatakrebs ist damit – neben anderen möglichen Einflussfaktoren – vor allem eine altersabhängige Erkrankung, die vor dem 50. Lebensjahr nur selten auftritt. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt prozentual mit zunehmendem Alter an. Statistisch gesehen, erkrankt innerhalb von 10 Jahren

    • einer von 5.100 Männern im Alter von 35 Jahren,
    • einer von 47 Männern im Alter von 55 Jahren,
    • einer von 19 Männern im Alter von 75 Jahren
    Ein Arzt erklärt einem Mann den Ablauf der Vorsorgeuntersuchung von Prostatakrebs.
    Einmal jährlich haben Männer ab 45 Jahre Anspruch auf Tastuntersuchung der Prostata.

    © iStock / gradyreese

    Prostatakrebs: Was sind die häufigsten Symptome?

    Im frühen Stadium verursacht Prostatakrebs oftmals keine Beschwerden. Viele Männer erfahren erst von der Erkrankung, wenn sie ihren PSA-Wert (PSA = Prostata-spezifisches Antigen) bestimmen lassen und dieser angestiegen ist. Selbst bei einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung sind die Symptome meist unspezifisch und können auch bei Infektionen oder gutartigen Veränderungen der Prostata auftreten. Hierzu zählen Beschwerden beim Wasserlassen, Schmerzen in den Knochen oder Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit. Bei diesen Beschwerden ist es ratsam, einen Hausarzt aufzusuchen. Zur genaueren Abklärung ist dann eine Überweisung an einen Urologen sinnvoll.

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    Welche Ursachen hat Prostatakrebs?

    Prostatakrebs ist eine komplexe Erkrankung, die mehrere Ursachen haben kann. Der nachweislich größte Risikofaktor ist das Alter. So belegen auch Zahlen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut, dass mit zunehmendem Alter das Erkrankungsrisiko steigt. Experten vermuten als Ursache Fehler bei der Zellteilung: Je älter ein Mann ist, desto mehr Fehler können im Erbgut der Prostatadrüsen-Zellen auftreten und schließlich zu Krebszellen „entarten“. Neben dem Alter kommen Herkunft und eine ererbte Veranlagung als Risikofaktoren infrage. Ob und inwiefern die sexuelle Aktivität eines Mannes, Geschlechtskrankheiten oder eine Sterilisation das Prostatakrebsrisiko erhöhen, ist bislang unklar. Auch zur Bedeutung des Lebensstils und insbesondere der Ernährung sind noch viele Fragen offen.

    Die Lage der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes.
    Die Prostata liegt unter der Blase und umschließt die Harnröhre.

    © AOK

    Wie ist die Überlebenszeit bei Prostatakrebs?

    An einem Prostatakarzinom versterben etwa 12.000 bis 14.000 Männer jährlich in Deutschland. Die gute Nachricht: Viele Männer erhalten die Diagnose Prostatakrebs in einem frühen Stadium der Erkrankung. Laut aktuellen Krebsregisterdaten werden etwa zwei Drittel der Tumoren in einem frühen Stadium entdeckt. Befindet sich das Karzinom innerhalb der Prostata, ist die Prognose gut und der Krebs meist heilbar. Mehr als 90 Prozent aller betroffenen Patienten sind nach 5 Jahren noch am Leben. Wird Prostatakrebs erst spät entdeckt oder kann die Erkrankung trotz Behandlung nicht gestoppt werden, besteht die Gefahr, dass sich der bösartige Tumor in benachbartes Gewebe ausbreitet und Metastasen entwickelt. Aber auch wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist oder gestreut hat, ist die Überlebenszeit oft lang, weil dieser Krebs in der Regel langsam wächst. So kommt es, dass Männer trotz fortschreitender Erkrankung noch viele Jahre leben.

    Wie häufig wird die Prostata entfernt?

    Eine operative Entfernung der Prostata wird auch radikale Prostatektomie (RPE) genannt. Sie ist gleichzeitig eine der am häufigsten verwendeten Therapiemöglichkeiten des Prostatakarzinoms. Hierbei entfernt der Chirurg nicht nur die Prostata, sondern auch einen Teil der angrenzenden Gewebestrukturen. Der Eingriff kommt vor allem bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom infrage. Das bedeutet, der Tumor ist noch auf die Vorsteherdrüse selbst begrenzt oder betrifft nur die unmittelbare Umgebung der Prostata. Genaue Zahlen zur Häufigkeit dieser Operationsmethode und anderer Behandlungsmethoden wie einer Strahlentherapie gibt es in Deutschland bislang nicht.

    AOK-Gesundheitsnavigator

    Welches Krankenhaus bei Prostatakrebs das passende ist, darüber informiert der AOK-Gesundheitsnavigator

    Wie viel Prozent der Männer gehen regelmäßig zur Vorsorge?

    Männer, die 45 Jahre oder älter sind und gesetzlich krankenversichert sind, haben einmal im Jahr Anspruch auf eine Tastuntersuchung der Prostata – allerdings nehmen Männer diese Möglichkeit nur selten in Anspruch. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) durch eine Auswertung zur Inanspruchnahme von Krebsfrüherkennungsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch AOK-Versicherte in den Jahren 2009 bis 2020.

    Demnach haben in der Altersgruppe zwischen 54 und 70 Jahren nur knapp ein Drittel der Männer in mindestens 3 der vergangenen 10 Jahre eine solche Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen. Mit zunehmendem Alter steigt die Teilnahmebereitschaft. Im Alter ab 70 Jahren nehmen 48 Prozent der Männer die Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs in Anspruch.

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