Immunsystem

Dengue-Fieber: gefährlich, aber behandelbar

Veröffentlicht am:23.03.2023

aktualisiert am 14.10.2026

5 Minuten Lesedauer

Dengue-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die von Mücken übertragen wird. Bei schweren Verläufen kann sie zum Tod führen. Welche Symptome typisch sind, wie man sich schützen kann und für wen die STIKO eine Impfung empfiehlt.

Aedes-Stechmücke auf der Haut eines Menschen.

© iStock / flubydust / KI-bearbeitet

Was ist Dengue-Fieber?

Dengue-Fieber gilt als die häufigste durch Mücken übertragene Viruskrankheit der Welt, die sich im Vergleich zu anderen Virusinfektionen am schnellsten ausbreitet. Dengue-Fieber kann von vier verschiedenen Varianten des Dengue-Virus (DENV-1 bis DENV-4) ausgelöst werden. Tagaktive Stechmücken der Gattung Aedes, besonders Aedes aegypti, die sogenannte Gelbfiebermücke und Aedes albopictus, auch als Asiatische Tigermücke bekannt, übertragen das Dengue-Virus.

Wo ist das Dengue-Fieber verbreitet?

Der Ursprung des Virus ist vorwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten der Welt, also in der Nähe des Äquators. Doch durch den Klimawandel finden die Mücken auch in anderen Regionen gute Lebensbedingungen. So ist eine Ausbreitung auch in gemäßigten Klimazonen Richtung Süden und Norden möglich geworden. Dies zeigen die vereinzelten Krankheitsfälle in Regionen Italiens, Portugals und Frankreichs.

Wie gefährlich ist das Dengue-Fieber?

Schätzungsweise 400 Millionen Menschen werden pro Jahr weltweit mit dem Virus infiziert. Davon entwickeln circa 75 Prozent keine oder nur leichte Symptome, die sich in vielen Fällen in Form von Fieber und grippeartigen Beschwerden äußern. Diese klingen nach einer Woche ab und hinterlassen keine Folgeschäden.

Ein geringer Teil der Infizierten erleidet schwere Verlaufsformen, die eine wochenlange Krankheit bedeuten. Die Besonderheit für schweren Verläufe ist das sogenannte antibody dependent enhancement, was entsteht, wenn auf die Erstinfektion mit einem der vier Dengue-Typen eine Zweitinfektion mit einem anderen Dengue-Typ erfolgt. Dies löst eine Antikörper-Kreuzreaktion mit schweren inneren Blutungen aus und kann bis zum Tod führen.

Wie sind die Symptome beim Dengue-Fieber?

Je nach Verlaufsform unterscheiden sich die Symptome des Dengue-Fiebers. Es gibt Verläufe, bei denen Infizierte gar keine Symptome entwickeln. Die unkomplizierten Verläufe zeigen meist grippeähnliche Symptome mit Fieber. Bei schweren Verläufen mit hohen Fieber und starken Gliederschmerzen kann es zu Komplikationen kommen, die sofort medizinische Behandlung erfordern.

Wie sind die Symptome bei einer leichten Form des Dengue-Fiebers?

Typisch für leichte Verläufe der Infektion sind insbesondere hohes Fieber und Schüttelfrost. Charakteristisch für das Dengue-Fieber ist ein Hautausschlag, der an Masern erinnert und nach einer kurzen fieberfreien Phase auftritt.

Weitere mögliche Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzen hinter den Augen

In der Regel klingen die akuten Beschwerden nach drei bis sieben Tagen wieder ab, die vollständige Erholung dauert oft mehrere Wochen.

Wie sind die Symptome bei einem schweren Verlauf des Dengue-Fiebers?

Etwa zwei bis vier Prozent der Infizierten – meist einheimische Kinder in den Risikogebieten mit mehreren Dengue-Typen – entwickeln eine schwere Verlaufsform. Dabei verschlechtert sich etwa fünf Tage nach Beginn der Krankheit der Zustand drastisch, was auch als Dengue-Hämorrhagisches Fieber (DHF) bezeichnet wird.

Typische Symptome bei schweren Krankheitsverläufen sind:

  • blutende Schleimhäute und Blutgerinnungsstörungen
  • starke Bauchschmerzen
  • schnelle Atmung
  • schweres Krankheitsgefühl
  • Unruhe
  • Kreislaufzusammenbruch durch starken Blutdruckabfall („Dengue-Schock-Syndrom“)

Behandelt wird die Erkrankung nur symptomatisch durch Stabilisierung des Kreislaufs sowie fieber- und schmerzsenkende Medikamente. Patienten und Patientinnen mit schweren Organstörungen brauchen eine intensivmedizinische Behandlung. Unbehandelt kann das Dengue-Fieber bei einem derart schweren Krankheitsverlauf zum Tod führen.

Ist man nach einer Erkrankung gegen das Dengue-Virus immun?

Nach einer durchgestandenen Infektion sind die Genesenen fortan gegen den auslösenden Typ des Virus immun. Da es jedoch vier auslösende Virusvarianten gibt, können sie sich immer noch mit den anderen drei Varianten infizieren. Also eine Immunität gegen die verbleibenden drei Virustypen besteht nicht.

Darum ist es möglich, sich im Laufe des Lebens insgesamt viermal, also mit allen vier Virusvarianten, anzustecken. Bei einer Zweitinfektion ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich erhöht. Grund dafür ist vermutlich eine sogenannte antikörperabhängige Infektionsverstärkung.

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Wie wird das Dengue-Fieber behandelt?

Bei einer Infektion mit dem Dengue-Virus können nur die Symptome behandelt werden. Bei einem leichteren Verlauf unterscheidet sich die Therapie kaum von der Behandlung einer „normalen“ Grippe. Meist werden Medikamente verabreicht, die das Fieber senken und Schmerzen lindern.

Auf bestimmte Schmerzmittel wie Ibuprofen sollte jedoch verzichtet werden, da sie die Blutgerinnung hemmen und die Nierenfunktion beeinflussen. Das kann den Verlauf der Erkrankung verschlimmern. Zudem ist es wichtig, dass der Patient oder die Patientin ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Schwere Verlaufsformen, die mit der Gefahr von Blutungen, Minderdurchblutung von lebenswichtigen Organen und Kreislaufversagen einhergehen können, müssen stationär behandelt werden, um den Kreislauf zu stabilisieren und ein Organversagen zur verhindern.

Eine Frau auf einer Wanderung durch ein tropisches Gebiet. Sie trägt Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen.

© iStock / Oleh_Slobodeniuk

Wer in einem Dengue-Risikogebiet unterwegs ist, kann sich beispielsweise durch lange Kleidung vor den Stichen der übertragenden Mücken schützen.

Gibt es eine Impfung oder anderen Schutz vor dem Dengue-Fieber?

Den Impfstoff Qdenga empfiehlt die STIKO Menschen nach einer vergangenen Dengue-Infektion, die in ein Risikogebiet reisen oder beruflich mit den Viren in Kontakt kommen könnten.

Deswegen sollten alle auf Reisen in Risikogebiete, mit und ohne vorangehende Infektion mit dem Virus, zur Vorbeugung Mückenstiche vermeiden. Da die Dengue-übertragenden Moskitos insbesondere tagsüber, aber auch bei künstlichem Licht aktiv sind, empfehlen sich folgende wichtige Vorsichtsmaßnahmen:

  • Möglichst lange, stichfeste oder imprägnierte Kleidung tragen, die sowohl die Arme als auch Beine vollständig bedeckt.
  • Auf unbedeckten Hautstellen spezielle Insektenschutzmittel, sogenannte Repellents, anwenden.
  • Verwendung eines imprägnierten Moskitonetzes beim Schlafen.
Fachlich geprüft
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Robert Koch-Institut (RKI) (2026): Infektionskrankheiten A-Z: Denguefieber.

Bundesministerium für Gesundheit (2024): Denguefieber.

Privates Tropeninstitut Dr. Gontard GbR (2023): Denguefieber.

Georg Thieme Verlag KG: Dengue-Infektion erhöht das Risiko psychischer Störungen kurz- und langfristig.

Salazar Buenaño, J.P., Zurita Alvarado, F.A., Weyand, I. et al.: Impact of dengue fever on depression, anxiety, and stress symptoms in Esmeraldas Province, Ecuador: a prospective cohort study. Trop Med Health 52, 63 (2024).

Shih HI, Wang YP, Chi CY, Chien YW: Risks of anxiety disorders, depressive disorders, and sleep disorders in patients with dengue fever: A nationwide, population-based cohort study. PLoS Negl Trop Dis. 2024;18(7):e0012239. Published 2024 Jul 3.

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