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Geburtstermin überschritten: Wenn das Baby auf sich warten lässt

Veröffentlicht am:12.04.2023

4 Minuten Lesedauer

Wenn der Geburtstermin überschritten ist, werden viele Eltern ungeduldig. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Wehen nicht einsetzen. Ob ein Risiko für das Kind besteht und wann die Geburt eingeleitet wird, lesen Sie hier.

Ist der Geburtstermin überschritten, steigt jeden Tag die Spannung – und die Vorfreude auf das Baby.

© iStock / JLco - Julia Amaral

Ab wann gilt ein Geburtstermin als überschritten?

Warten, warten, warten: Mit wachsendem Bauch und steigender Vorfreude sehnen viele Schwangere den errechneten Geburtstermin herbei. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn der Geburtstermin überschritten ist und das Baby immer noch auf sich warten lässt. Die werdenden Eltern fragen sich, warum die Wehen nicht einsetzen, und sorgen sich vielleicht, ob alles in Ordnung ist. Auch wenn die Ungeduld verständlich ist, es besteht zunächst einmal kein Grund zur Sorge, wenn das Baby zum errechneten Termin noch nicht kommt.

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise rund 40 Wochen. Der Geburtstermin kann entweder anhand des Datums der letzten Periode berechnet werden oder durch Messung der Größe des Ungeborenen per Ultraschall.

  • Kommt das Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, zählt es als Frühgeburt.
  • Als „termingerecht“ gilt in Deutschland eine Geburt innerhalb der 38. bis zur vollendeten 42. Schwangerschaftswoche – also bis zu 3 Wochen vor und 2 Wochen nach dem Stichtag.
  • Bei mehr als 2 Wochen zusätzlicher Wartezeit (ab Beginn der 43. Schwangerschaftswoche) sprechen deutsche Mediziner und Medizinerinnen von einer sogenannten Übertragung – das Baby ist nun „offiziell“ zu spät dran.

Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der Schwangeren bekommt ihr Kind bis oder zum errechneten Geburtstermin. Bei 35 von 100 Frauen geht es allerdings erst innerhalb von 2 Wochen nach dem Termin los. Und rund 5 Prozent der Schwangeren warten noch über die 42. Schwangerschaftswoche hinaus.

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Was sind Gründe, warum die Geburt nicht losgeht?

Warum manche Frauen warten müssen und andere ihre Kinder vor dem Termin bekommen, ist bisher nicht abschließend geklärt. Ärzte gehen davon aus, dass die Gene eine Rolle spielen. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass Frauen den Geburtstermin überschreiten, wenn sie in einer vorherigen Schwangerschaft auch schon den errechneten Termin überschritten haben.

Außerdem ist es möglich, dass der errechnete Termin nicht stimmt. In der Regel wird der Geburtstermin anhand des ersten Tages der letzten Menstruationsblutung einer Frau bestimmt. Von diesem Zeitpunkt geht der Frauenarzt dann von 280 Tagen bis zur Geburt aus. Allerdings gibt es verschiedene Faktoren, zum Beispiel ein verspäteter Eisprung, die den tatsächlichen Termin nach hinten verschieben. Messungen im Ultraschall sind auch nicht einhundertprozentig genau, sodass es möglich ist, dass eine Schwangerschaft noch gar nicht so lange besteht wie geschätzt.

Eine Schwangere liegt im Bett und wartet auf Wehen. Der Geburtstermin ist überschritten.

© iStock / Liderina

Ruhe vor dem Sturm: Ist der Geburtstermin bereits überschritten, dauert es meist nicht mehr lange, bis es los geht.

Geburtstermin überschritten: Ist das gefährlich?

Nur über dem errechneten Termin zu liegen, bedeutet grundsätzlich noch keine Gefahr. Ein Fortbestehen der Schwangerschaft nach der 42. Schwangerschaftswoche kann jedoch das Risiko für Komplikationen fürs Kind erhöhen. Daher überwachen Ärzte Mutter und Kind besonders engmaschig, je weiter der errechnete Geburtstermin bereits zurückliegt.

Das größte Risiko besteht darin, dass der Mutterkuchen, die sogenannte Plazenta, das Kind möglicherweise nicht mehr richtig versorgt. Die Plazenta transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu dem Ungeborenen. Sie ist ein Organ, das nur für die Schwangerschaft gebildet wird. Lässt die Geburt auf sich warten, kann der Mutterkuchen seine Aufgabe möglicherweise nicht mehr zuverlässig erfüllen – es droht Lebensgefahr.

Weitere Probleme, die eine zu lange andauernde Schwangerschaft mit sich bringen kann, sind ein höheres Risiko für Infektionen in der Gebärmutter und Schwierigkeiten während der Geburt. Die meisten Risiken betreffen die Gesundheit des Kindes. Doch auch für die Mutter wird es nicht leichter: Mit jedem Tag nimmt das Kind an Größe und Gewicht zu. Das erschwert möglicherweise die Geburt.

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Geburt einleiten: Ab wann sind welche Maßnahmen sinnvoll?

Wenn der Geburtstermin überschritten ist, besprechen Frauen mit dem Arzt oder der Ärztin das weitere Vorgehen.

Was können Sie selbst tun, damit die Wehen einsetzen?

Es gibt viele verschiedene Methoden, mit denen Frauen versuchen, die Geburt auszulösen. Nicht alle sind wissenschaftlich belegt. Auf keinen Fall sollten Sie zu früh versuchen, Wehen zu provozieren. Das wäre nur Stress für Sie und das Kind. Sex mit dem Partner kann helfen, weil sich im Sperma Prostaglandine befinden, die dazu beitragen können, dass der Muttermund weicher wird. Spaziergänge können ebenfalls zur Einleitung einer Geburt beitragen. Viel Schlaf und eine gesunde Ernährung sind ebenfalls empfehlenswert. Denn wenn der Körper nicht genug Kraft hat, setzen die Wehen oftmals noch nicht ein.

Wann ist die Zeit reif, um eine Geburt künstlich einzuleiten?

Ob und wann die Geburt eingeleitet werden soll, entscheiden behandelnde Ärzte und Ärztinnen gemeinsam mit den werdenden Eltern. Dabei gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die in die Entscheidung einfließen. Notwendig ist die Einleitung immer dann, wenn die Nachteile des Abwartens überwiegen. Pauschal lässt sich dies jedoch nicht bestimmen.

Es gibt verschiedene Faktoren, die dafür sprechen, eine Geburtseinleitung in Erwägung zu ziehen. Dazu gehören neben der Zeit, die bereits seit dem errechneten Termin verstrichen ist, zum Beispiel Risikofaktoren der Mutter wie ein höheres Alter, Übergewicht oder Nikotinkonsum. Anzeichen, dass es dem Kind nicht mehr gut geht oder es nicht ausreichend Sauerstoff bekommt, sprechen ebenso wie ein hohes Körpergewicht des Kindes für eine zeitnahe Geburtseinleitung.

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