Gesunde Ernährung
Pfefferminztee: Für was ist der Tee gut?
Veröffentlicht am:05.01.2026
4 Minuten Lesedauer
Pfefferminztee ist nicht nur erfrischend, sondern wird seit Jahrhunderten zur Linderung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Wie gesund ist Pfefferminztee wirklich?

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Inhalte im Überblick
- Bei welchen Beschwerden kann Pfefferminztee helfen
- Wie wirkt Pfefferminze im Körper?
- Gesundheitliche Vorteile von Pfefferminztee
- Wie viel Pfefferminztee ist gesund?
- Für wen ist Pfefferminztee nicht empfehlenswert?
- Darf man abends Pfefferminztee trinken?
- So entfaltet der Tee seine volle Wirkung: Tipps zur Zubereitung
Bei welchen Beschwerden kann Pfefferminztee helfen
Bei diesen gesundheitlichen Problemen kann Pfefferminztee Linderung verschaffen:
- Verdauungsbeschwerden: Pfefferminze hilft bei Magen-Darm-Verstimmungen und kann bei der Fettverdauung unterstützen. Auch bei Reizdarmsyndrom (RDS) kann Pfefferminztee wohltuend wirken.
- Übelkeit: Der frische Pfefferminzgeschmack kann Brechreiz mildern, zum Beispiel bei Reiseübelkeit.
- Entzündungen: Pfefferminze kann dabei unterstützen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt wie bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn zu reduzieren.
- Hitze: Nicht umsonst ist Pfefferminztee in heißen Ländern wie Marokko ein Nationalgetränk. Das enthaltene Menthol stimuliert die Kälterezeptoren von Haut und Schleimhäuten. Es täuscht unserem Körper also Kälte vor, ohne die Körpertemperatur tatsächlich zu senken.
Wie wirkt Pfefferminze im Körper?
Die Wirkung der Pfefferminze beruht hauptsächlich auf Menthol, einem Bestandteil des ätherischen Öls, das die Pflanze enthält. Menthol wirkt unter anderem krampflösend und entspannend auf die Muskulatur von verschiedenen Teilen des Magen-Darm-Trakts, darunter des Magens, Dickdarms und Zwölffingerdarms. Menthol hat antibakterielle sowie antivirale Eigenschaften und kann so Entzündungen im Magen-Darm-Trakt lindern. Außerdem regt Menthol den Gallenfluss an, was für die Verdauung von Fetten wichtig ist. Eine Studie hat gezeigt, dass Menthol die kognitive Leistung steigern kann: Nach dem Genuss von 200 Milliliter Pfefferminztee zeigten die Teilnehmenden verbesserte Gedächtnis- und Konzentrationsleistungen. Andere Studien lassen den Schluss zu, dass Pfefferminztee das Langzeitgedächtnis verbessern könnte. Sogar in der Krebsttherapie zeigt Pfefferminze Wirkung: Eine Studie belegt, dass Pfefferminzextrakt die Übelkeit von Brustkrebspatientinnen während einer Chemotherapie spürbar lindern konnte.
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Gesundheitliche Vorteile von Pfefferminztee
Neben Menthol sind auch andere bioaktive Verbindungen für die gesundheitlichen Vorteile der Pfefferminze von Bedeutung. Dazu gehören vor allem Flavonoide wie Eriocitrin, Luteolin und Hesperidin. Diese Stoffe fördern mit ihren starken antioxidativen Eigenschaften die allgemeine Gesundheit, indem sie schädliche freie Radikale im Körper abfangen.
Minze: vom Kraut zur Kulturpflanze
Mit ihrem unverwechselbaren Aroma verleiht Minze Speisen und Getränken eine besondere Frische. Doch Minze ist nicht gleich Minze. Botanisch gesehen gibt es viele verschiedene Arten, die zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler gehören.
Während einige davon, zum Beispiel die Ackerminze, bei uns wild wachsen, ist unsere bekannteste Minze – die Pfefferminze – eine reine Kulturpflanze. Sie ist eine Kreuzung aus mehreren Wildminzen und wird gezielt zur Verwendung als Nahrungs- und Arzneimittel angebaut. Ernten Sie die Pfefferminze am besten morgens, kurz bevor sie blüht. Dann enthält sie die meisten ätherischen Öle und schmeckt am intensivsten.
Da die Ernte oft üppig ausfällt, ein praktischer Tipp: Die Blätter lassen sich wunderbar einfrieren und noch Monate später genießen.
Wie viel Pfefferminztee ist gesund?
Für wen ist Pfefferminztee nicht empfehlenswert?
Pfefferminztee ist nicht für jede Personengruppe uneingeschränkt zu empfehlen. In bestimmten Fällen ist Vorsicht geboten:
- Bei Sodbrennen (Refluxkrankheit): Das Menthol im Tee entspannt nicht nur die Magen-Darm-Muskulatur, sondern auch den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen. Dadurch kann Magensäure leichter aufsteigen und Sodbrennen verstärken.
- Bei Nierensteinen: Pfefferminze enthält Oxalsäure, die die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann. Zwar ist der Gehalt im Vergleich zu Lebensmitteln wie Spinat oder Rhabarber gering, dennoch sollten Betroffene Pfefferminztee nur in Maßen genießen.
- In der Schwangerschaft und Stillzeit: Obwohl Pfefferminztee oft gegen Schwangerschaftsübelkeit getrunken wird, ist die Datenlage zur Sicherheit begrenzt. Es wird empfohlen, vor dem regelmäßigen Konsum Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme zu halten. Auch für Babys ist Pfefferminze ungeeignet, da sie zu einem Krampf der Bronchien führen kann.
Darf man abends Pfefferminztee trinken?
Für empfindliche Personen ist Pfefferminztee vor dem Schlafengehen weniger geeignet. Der Grund sind seine ätherischen Öle, allen voran das Menthol, die anregend wirken und die Konzentration fördern können. Wer empfindlich auf die belebende Wirkung reagiert, sollte ihn am Abend besser meiden. Gleichzeitig ist der Tee für seine krampflösende und beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt bekannt. Das macht ihn zum idealen Getränk für einen klaren Kopf am Nachmittag.

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So entfaltet der Tee seine volle Wirkung: Tipps zur Zubereitung
Um das Beste aus Ihrem Pfefferminztee herauszuholen, beachten Sie diese einfachen Tipps:
- Qualität wählen: Verwenden Sie entweder frische Pfefferminzblätter aus dem Garten oder hochwertige, lose Teeblätter aus der Apotheke oder dem Teeladen.
- Richtig dosieren: Nehmen Sie etwa einen Teelöffel getrocknete Blätter oder eine kleine Handvoll frischer Blätter pro Tasse (ca. 250 ml).
- Wasser aufkochen: Übergießen Sie die Blätter mit sprudelnd kochendem Wasser. Nur so lösen sich die ätherischen Öle optimal.
- Ziehzeit beachten: Lassen Sie den Tee abgedeckt für fünf bis zehn Minuten ziehen. Eine kürzere Zeit macht den Tee milder, eine längere intensiver. Das Abdecken verhindert, dass sich die wertvollen ätherischen Öle mit dem Wasserdampf verflüchtigen.
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