Kein Ort gewählt
Keine AOK gewählt

Praxistipps für die Pflege zu Hause

Einige Handgriffe kommen bei der täglichen Pflege Ihres Angehörigen immer wieder vor: beim Aufstehen helfen, Essen zubereiten, Zähneputzen und vieles mehr. Lesen Sie unsere praktischen Einsteigerinfos für typische Tätigkeiten in der häuslichen Pflege.

Körperpflege

Die Körperpflege gehört zum täglichen Ritual, denn auch Pflegebedürftige möchten sich sauber fühlen und gepflegt aussehen. Diese Basispflege sollten Sie berücksichtigen:

  • Duschen belastet den Kreislauf weniger als Baden und ist die einfachste Art, den ganzen Körper zu waschen. Ein Duschhocker ist eine wertvolle Hilfe, falls der Pflegebedürftige unsicher steht. Wenn er dafür nicht fit genug ist, sollten Sie auf die Badewanne ausweichen, weil er dort stabil und entspannt sitzen kann.
  • Ist der Pflegebedürftige bettlägerig, dann kommt nur das Waschen im Bett infrage. Das führen Sie etappenweise durch: zuerst das Gesicht, dann folgen Oberkörper, Rücken und Bein. Die Intimpflege kommt zum Schluss. Decken Sie immer nur den Körperteil auf, den Sie gerade waschen.
  • Liegt der Pflegebedürftige viel, verknoten seine Haare leicht. Sie sollten sie deshalb zweimal am Tag kämmen. Haare waschen reicht in der Regel ein- bis zweimal in der Woche aus.
  • Aus medizinischen Gründen und für ein besseres Wohlbefinden gehört auch Zähneputzen zur täglichen Körperpflege. Putzen Sie dem Pflegebedürftigen deshalb morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen die Zähne. Prothesen sollten nach jeder Mahlzeit gereinigt werden.

Extra-Tipp: Das Waschen und Pflegen des eigenen Körpers ist etwas sehr Intimes. Lassen Sie deshalb Ihren Angehörigen so viel selbstständig machen wie irgend möglich. Helfen Sie nur, wo nötig.

Essen und Trinken

Mahlzeiten planen, geeignete Gerichte zubereiten und auch die Atmosphäre beim Essen sind wichtige Bereiche der Pflege. Diese Tipps helfen Ihnen bei der Umsetzung:

  • Feste Essenszeiten: So kann sich der Pflegebedürftige auf die nächste Mahlzeit einstellen.
  • Gesund essen: Je älter ein Mensch ist, umso geringer wird sein Kalorienbedarf. Essenzielle Nährstoffe und Vitamine werden aber in gleichem Maß benötigt. Die Lebensmittel sollten also besonders nährstoffdicht sein. Dazu zählen unter anderem Vollkornprodukte, Gemüse, frisches Obst, alle Arten von Milchprodukten, fettarmes Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte und Nüsse.
  • Kleine Essensportionen anbieten: Große Portionen schrecken ab und sind für ältere Menschen ohnehin zu viel. Bieten Sie lieber zusätzlich kleine Zwischenmahlzeiten an.
  • Lieblingsspeisen kochen: Das erfreut den Gaumen und hilft, wenn der Appetit einmal nicht so groß ist.
  • Zusammen essen: Sorgen Sie am besten für angenehme Gesellschaft. Denn niemand isst gern allein.
  • Ausreichend trinken: Bei älteren Menschen lässt das Durstempfinden nach. Flüssigkeitsmangel kann zu Verwirrtheit, Schwäche und Schwindel führen. 1,5 Liter sollten es deshalb pro Tag sein. Am besten eignen sich Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. 
  • Essen im Bett: Der Pflegebedürftige sollte möglichst aufrecht sitzend essen, damit er sich nicht verschluckt. Dazu das Kopfteil hochstellen und darauf achten, dass die Körperbeuge in der Hüfte ist und nicht auf Bauchhöhe. Nach der Mahlzeit sollten Sie 30 Minuten warten, bevor Sie das Bett wieder in die Liegeposition stellen. Das verhindert, dass saurer Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre gelangt und diese reizt.

Extra-Tipp: Sprechen Sie nicht lapidar vom „Füttern“. Gefüttert werden nur Tiere oder Säuglinge. Sie hingegen bieten dem Pflegebedürftigen Essen an. Angenehmer ist es auch, wenn Sie zum Entfernen von Speiseresten eine Serviette statt eines Löffels benutzen.

Mobilität fördern

Einmal bettlägerig geworden, kommen viele Menschen nicht wieder auf die Beine. Bereits nach zwei Tagen Bettruhe baut die Muskulatur ab und der Kreislauf wird instabil. Gute Gründe, möglichst früh den Pflegebedürftigen zur Bewegung anzuregen, sofern es der Gesundheitszustand zulässt. Probieren Sie wenn möglich Folgendes:

  • Mindestens viermal am Tag aufstehen lassen und den Boden unter den Füßen spüren.
  • Tägliche Gymnastik im Liegen fördert die Beweglichkeit und regt den Kreislauf an. Wenn es die körperliche Fitness zulässt, machen Sie mit dem Pflegebedürftigen zusätzlich noch zwei- bis dreimal pro Woche Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen.
  • Geben Sie Anregungen, damit es sich lohnt aufzustehen. Zum Beispiel mit einer Partie Karten am Couchtisch oder einem Kaffeeklatsch mit der Nachbarin.
  • Braucht der Pflegebedürftige Ihre Unterstützung beim Gehen, können Sie ihn mit gezielten Handgriffen dabei stützen.
  • Ein Gehstock oder Rollator fördert Mobilität und Unabhängigkeit. Lassen Sie die Gehhilfe von einem Orthopädietechniker anpassen und üben Sie gemeinsam die richtige Nutzung.

Extra-Tipp: Ist Ihr Angehöriger noch gut zu Fuß, dann animieren Sie ihn zu regelmäßigen kleinen Spaziergängen, zum gemeinsamen Einkaufen oder unternehmen Sie Tagesausflüge. Vor allem Letzteres gibt dem Pflegebedürftigen das Gefühl, nicht an sein Zuhause gefesselt zu sein.

Kommunikation und Beschäftigung

Wer rastet, der rostet. Das gilt auch fürs Gehirn. Genau wie Muskeln lässt es sich trainieren. Das gelingt am besten, wenn der Angehörige noch eigene Aufgaben hat, die er übernehmen kann. Aber auch Übungen, Spiele und die tägliche Kommunikation helfen Ihrem Angehörigen, möglichst lange fit im Kopf zu bleiben. So fördern Sie das:

  • Reden ist Gold, wenn es um das gemeinsame Miteinander geht. Kommunikation stärkt die gemeinsame Bindung, ist Trost, Ermutigung oder Zuneigung. Das gilt auch, wenn der Pflegebedürftige nur schwer ansprechbar ist. Beziehen Sie ihn deshalb immer in das Gespräch mit ein. Ebenso hilfreich für die Verständigung: eine leichte, deutliche Sprache sowie Berührungen, um die Aufmerksamkeit anzuregen.
  • Fördern Sie die Selbstständigkeit Ihres Angehörigen und machen Sie ihm bewusst, was er noch alles kann. Es gibt viele Aufgaben im Haushalt, die auch ältere Menschen übernehmen können, zum Beispiel beim Kochen zuarbeiten, den Tisch decken, Wäsche zusammenlegen, Blumen gießen oder Staub wischen.
  • Gedächtnisübungen sollten den Interessen des Pflegebedürftigen entsprechen. Grundsätzlich gilt: besser täglich fünf Minuten als einmal in der Woche zwei Stunden.
  • Einfache Gesellschaftsspiele wie „Mensch, ärgere dich nicht“ oder Rommé machen Spaß und fördern die Gedächtnisleistung.
  • Hat Ihr Angehöriger ein Hobby, das ihm am Herzen liegt? Dann fördern Sie dieses Interesse, sofern körperlich nichts dagegen spricht.

Extra-Tipp: Wer Hektik und Ungeduld ausstrahlt, nimmt dem Pflegebedürftigen jeden Ansporn. Deshalb: gelassen bleiben und ermuntern. Auch wenn nicht alles perfekt gelingt und viel Zeit benötigt wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit der AOK den Pflegealltag zu Hause bewältigen
Mehr erfahren
Die AOK unterstützt Sie bei der Pflege mit zahlreichen Leistungen, Beratungsangeboten und Kursen.
Mehr erfahren
Wie Sie einen schwerstkranken und sterbenden Menschen auf seinem letzten Weg begleiten.
Mehr erfahren
Kontakt zu meiner AOK Baden-Württemberg
Ihr Ansprechpartner vor Ort

Persönlich und nah mit 230 AOK-KundenCentern in ganz Baden-Württemberg

Meinen Ansprechpartner finden

AOK-Service-Telefon: 24 Stunden täglich und kostenfrei

Weitere Kontaktangebote
AOK-DirektService: Schnelle und fachkundige Antworten für Ihre Region
AOK-MedTelefon: Die Hotline für Ihre Gesundheit