Die Union sozialer Einrichtungen gGmbH

Steckbrief
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Die Union sozialer Einrichtungen in Berlin beschäftigt, 1.350 Mitarbeiter, rund 1.000 davon haben eine Behinderung. Eine Mitarbeiterbefragung brachte wertvolle Impulse, wo die Betriebliche Gesundheitsförderung ansetzen konnte.
Branche
Sonstige soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter
Region
Berlin/Brandenburg
Unternehmensgröße
350 Mitarbeiter und 1.000 Beschäftigte mit Behinderungen

Gelebtes betriebliches Gesundheitsmanagement

Ein Projekt der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse in Kooperation mit der BGF GmbH

Bereits 2013 hat die AOK Nordost, die Gesundheitskasse, – zusammen mit der Gesellschaft für Betriebliche Gesundheitsförderung mbH (BGF) in Berlin, bei der Union Sozialer Einrich-tungen gGmbH (USE) ein Projekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt. Mit Hilfe einer Mitarbeiterbefragung konnte präzise ermittelt werden, welche Faktoren für die Mitarbeiter bei der USE gesundheitsförderlich und -beeinträchtigend sind.

Diese erfolgreiche Kooperation wurde im Jahr 2016 mittels einer Folgebefragung fortgesetzt!

Die USE

Die USE gibt es bereits seit 1995. Sie hat sich eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung zur Aufgabe gemacht: Sie widmet sich seit Jahren erfolgreich dem Ziel, Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Behinderungen oder Erkrankungen eingeschränkt sind, eine entsprechende berufliche Entfaltung zu ermöglichen. Die Integration der Beschäftigten in einen strukturierten Arbeitsalltag hat die USE im Laufe der Unternehmensgeschichte mit folgendem Leitsatz „Ein schützendes Dach und ein starker Partner“* perfektioniert.

Der Bandbreite an Tätigkeitsfeldern, die das Unternehmen abdeckt, sind kaum Grenzen gesetzt: vom Handwerk und Medien (wie z.B. der Tischlerei, Schneiderei, Floristik und Offset- und Digitaldruckerei) über Dienstleistungen (wie z.B. der Wäscherei und Tierpflege) bis hin zur Gastronomie.**

Die Befragung 2016

Vor Beginn der Befragung wurde der einzusetzende Fragebogen in einer Steuerkreissitzung erneut auf die Bedürfnisse der USE angepasst. Die Teilnehmer der Sitzung (u.a. der Geschäftsführer Herr Sperlich, die QM-Beauftragte Frau Hoffmann sowie Vertreter der AOK Nordost und der BGF GmbH) einigten sich darauf (analog zur Befragung 2013), dass die Ergebnisse sowohl auf Ebene des Unternehmens gesamt als auch auf Bereichs-/Standortebene ausgewertet werden - dort wo möglich dann im Vergleich mit den Werten aus 2013 dargestellt.

Die Befragung selbst fand im Sommer 2016 statt - die Mitarbeiter hatten insgesamt rund vier Wochen Zeit einen Fragebogen auszufüllen. Die Beteiligungsquote lag schlussendlich bei sehr soliden 59,4%!

"Tue Gutes und rede drüber!"

Der wichtigste Schritt nach einer Befragung ist immer die Rückmeldung der Ergebnisse! Diese erfolgte bei der USE zunächst im Steuerkreis und dann in den einzelnen Bereichen/Standorten. In diesen Einzelterminen wurde den Mitarbeitern Raum für Feedback und weitere Anmerkungen gegeben - auch viele Verbesserungsvorschläge wurden aufgenommen!

Die Ergebnisse der Befragung

Der Fragebogen der AOK Nordost erfasst alle wesentlichen Arbeitsbedingungen (sowohl positive – u.a. Information, Lernmöglichkeiten, Arbeitsklima – als auch negative – u.a. Zeitdruck, physikalische und ergonomische Belastungen) sowie auch Gesundheitsindikatoren (u.a. Arbeitsfreude, Selbstvertrauen, Erschöpfung).

Allen Projektbeteiligten fiel als erstes ins Auge, dass ein Großteil der abgefragten Themen in der aktuellen Umfrage positiver beurteilt wird als noch 2013. Die Identifikation ist gestiegen, der interne Kontakt mit den Beschäftigten sowie der externe Kontakt mit den Kunden werden überwiegend positiv bewertet. Entwicklungschancen und Anerkennung werden stärker wahrgenommen. Zeitdruck, fachliche Überforderungen und andere Gefährdungen werden hingegen als weniger belastend beurteilt.

Für die Gesundheit der Befragten am bedeutsamsten sind genügend Lernmöglichkeiten, eine Balance zwischen internem und externem Kontakt, die Unterstützung durch den Fachdienst und eine gelungene Work-Life-Balance. Zwei dieser Themen werden nachfolgend näher beleuchtet:

Der Spagat zwischen „Ein schützendes Dach und ein starker Partner“

Die mit wichtigste Erkenntnis aus der Befragung im Jahr 2016 ist die Schwierigkeit, die ökonomisch notwendigen Ziele der USE mit den Bedürfnissen der Beschäftigten in Einklang zu bringen – also in Balance zu halten. Neben der sozialen Komponente lebt die Union Sozialer Einrichtungen von ihrer umfangreichen Produktpalette, die sich bereits erfolgreich auf dem Markt etabliert hat. Zuverlässigkeit, Termintreue und großes Qualitätsbewusstsein sind Werte, die ebenfalls durch die Mitarbeiter und die Beschäftigten gelebt werden. Die Aufrechterhaltung dieser wirtschaftlichen Eigenschaften, verbunden mit der sozialen Komponente bedarf ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Energie, was für die Mitarbeiter mitunter eine große Herausforderung darstellt.

Der Fachdienst als Bindeglied zwischen Mitarbeitern und Beschäftigten

Eine besonders wichtige Rolle bei der USE spielt daher der sogenannte „Fachdienst“. Das Unternehmen ist durch seine Beschäftigten auf eine starke soziale Orientierung angewiesen. Der Fachdienst stellt eine ganz spezielle Form der Führung dar, die besonders auf die Bedürfnisse der Beschäftigten ausgerichtet ist, und auch als Bindeglied zu den Mitarbeitern fungiert. Er unterstützt die Beschäftigten bei dem behutsamen Einstieg in das Arbeitsleben und greift insbesondere ein, wenn es Konflikte und Probleme gibt.

Damit ist der Fachdienst für die Mitarbeiter und die Beschäftigten der USE ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer betrieblichen Gesundheit.

Finale Erkenntnisse und Ausblick

In der letzten Steuerkreissitzung wurde klar: wir sind auf dem richtigen Weg! Gemeinsam mit der AOK Nordost, allen Standortleitern, der QM-Beauftragten Frau Hoffmann und dem Geschäftsführer Herr Sperlich wurde nach ausführlicher Rückmeldung der einzelnen Termine ein individueller Maßnahmenkatalog konzipiert. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung machten deutlich, dass die Unternehmenskultur mit den notwendigen gesundheitsorientierten Maßnahmen eine äußert positive Basis für die Mitarbeiter und Beschäftigten bei der USE darstellt.

Die AOK Nordost hat ein Unternehmen kennengelernt, wie es vielfältiger nicht sein kann. Es entwickelte sich ein Projekt, das sich nicht einfach nebenbei abfertigen ließ, man musste tatsächlich lernen, in die Strukturen, Aufgaben und die Philosophie der USE einzutauchen.

Uns wurde großes Engagement und auch viel Dankbarkeit entgegengebracht.

Es ist so oft schon dieser wichtige erste Schritt, den Mitarbeitern eines Unternehmens mit Hilfe einer solchen Befragung Gehör zu verschaffen.

Das hat die USE gemeinsam mit der AOK Nordost erneut ermöglicht und vermittelte damit ihren Mitarbeitern und auch Beschäftigten ehrliches Interesse an ihren Befindlichkeiten, Bedürfnissen und Gefühlen. Die USE ist sich auf diese Weise ihrem Leitsatz treu geblieben, dass die Fürsorge aller Angestellten an oberster Stelle steht.

 

* Bei der USE wird begrifflich unterschieden zwischen den „Mitarbeitern“ und den „Beschäftigten“. Mit den Beschäftigten sind diejenigen angestellten Menschen gemeint, die eine psychische Behinderung haben.

** Alle Produkte und Dienstleistungen der USE finden Sie hier.

AOK-Ansprechpartner für dieses Praxisbeispiel
Birte Briesemeister
Koordinatorin für Betriebliches Gesundheitsmanagement
AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Wilhelmstr. 1
10963 Berlin
0800 265080-26343
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