Höhe des Kurzarbeitergelds

Der Arbeitgeber muss das Kurzarbeitergeld der Beschäftigten berechnen. Die Höhe hängt vom Nettoentgeltausfall und davon ab, ob ein steuerlich zu berücksichtigendes Kind vorhanden ist.

Faktoren, die die Höhe des Kurzarbeitergelds beeinflussen

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld und Saison-Kurzarbeitergeld bieten einen Ausgleich für das durch den Arbeitsausfall entfallene Arbeitsentgelt.

Die Höhe des jeweiligen Kurzarbeitergelds bemisst sich nach

  • der Nettoentgeltdifferenz im Anspruchszeitraum und
  • dem Leistungssatz.

Die Nettoentgeltdifferenz

Die Nettoentgeltdifferenz im Anspruchszeitraum entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt aus dem Soll-Entgelt und dem pauschalierten Nettoentgelt aus dem Ist-Entgelt.

  • Soll-Entgelt ist das Bruttoarbeitsentgelt, das der oder die Beschäftigte ohne den Arbeitsausfall im Anspruchszeitraum erzielt hätte. Arbeitsentgelte für Mehrarbeit oder einmalig gezahlte Entgelte bleiben dabei unberücksichtigt. Das Soll-Entgelt wird bis zur geltenden Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosenversicherung (2024 = 7.550 Euro – Rechtskreis West und 7.450 Euro – Rechtskreis Ost) berücksichtigt.
  • Ist-Entgelt ist das im jeweiligen Anspruchszeitraum erzielte gesamte beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt. Bei der Ermittlung dieses Werts werden alle dem Arbeitnehmer beziehungsweise der Arbeitnehmerin zustehenden Entgeltteile (einschließlich Arbeitsentgelt für Mehrarbeit) berücksichtigt. Auch arbeitsrechtlich zustehende, aber nicht gezahlte Mehrarbeitszuschläge sind fiktiv beim Ist-Entgelt zu berücksichtigen. Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt bleibt auch bei der Ermittlung des Ist-Entgelts unberücksichtigt.

Der Leistungssatz bei Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeiter- und auch das Saison-Kurzarbeitergeld betragen grundsätzlich bei Beschäftigten

  • mit einem Kinderfreibetrag (mit einem Zähler von mindestens 0,5) oder
  • bei denen ein zu berücksichtigendes Kind durch eine Bescheinigung der Bundesagentur für Arbeit (BA) nachgewiesen ist

67 Prozent dieser Nettoentgeltdifferenz (Leistungssatz 1).

Bei allen anderen Arbeitnehmern gelten 60 Prozent (Leistungssatz 2).

Berechnung des Kurzarbeitergelds

Der Arbeitgeber erhält nach Anzeige der jeweiligen Kurzarbeit von der BA eine Berechnungstabelle. Mithilfe dieser Tabelle ermittelt er unter Berücksichtigung der Lohnsteuerklasse, des infrage kommenden Soll- und Ist-Entgelts und des Leistungssatzes das an den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin auszuzahlende Kurzarbeitergeld.

Die Tabelle weist den sogenannten rechnerischen Leistungssatz aus. Dieser ist sowohl für das Soll-Entgelt als auch für das Ist-Entgelt der Tabelle zu entnehmen.

Der rechnerische Leistungssatz stellt das Ergebnis der Multiplikation des pauschalierten Nettoentgelts aus dem Soll-Entgelt beziehungsweise aus dem Ist-Entgelt mit dem Prozentwert nach dem Leistungssatz 1 oder 2 dar (Tabelle bei der Bundesagentur für Arbeit)

Die Differenz zwischen den beiden ermittelten Leistungssätzen ergibt das dem Arbeitnehmer auszuzahlende Kurzarbeitergeld.

Beispiel: Berechnung des Kurzarbeitergelds

Für einen Arbeitnehmer in Kurzarbeit hat der Arbeitgeber für den Kalendermonat ein Soll-Entgelt in Höhe von 3.200 € und ein Ist-Entgelt in Höhe von 2.150 € ermittelt.

Nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen kommen die Steuerklasse III und der Leistungssatz 1 zur Anwendung. Aus der Berechnungstabelle 2023 ergeben sich folgende rechnerischen Leistungssätze:

aus dem Soll-Entgelt:1.632,79 €
aus dem Ist-Entgelt:1.157,76 €
Differenz – auszuzahlendes Kurzarbeitergeld:475,03 €

Stand

Zuletzt aktualisiert: 01.01.2024

Alle Artikel im Thema
Zurück zum Thema
Zurück
Weiteres zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Höhe des Kurzarbeitergeldes

Entgeltfortzahlung und Ausgleichsverfahren

Erkranken Beschäftigte und sind arbeitsunfähig, erhalten sie in aller Regel von ihrem Arbeitgeber sechs Wochen lang weiter ihr Arbeitsentgelt. Details sind im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt.

Mehr erfahren
St. Nikolausstift Caritas Pflege gGmbH, Papenburg, Aschendorf, Rhede

Die 180 Mitarbeitenden der St. Nikolausstift Caritas Pflege gGmbH bewältigen in fünf Häusern an den drei Standorten Papenburg, Aschendorf und Rhede hohe Arbeitsanforderungen. Unterstützt von der AOK Niedersachsen, hat die Geschäftsführung ein strukturiertes, nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) etabliert. Es bewirkt, dass alle Beschäftigten wieder mit Freude zur Arbeit kommen. 

Mehr erfahren
Seminar „Fit für die Pflegeschicht“
Kontakt zur AOK Niedersachsen
Grafik Ansprechpartner

Persönlicher Ansprechpartner

Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Telefon Icon

0800 0265637

Über unsere Servicehotline sind wir rund um die Uhr für Sie da und beraten Sie gern persönlich.
Grafik Firmenkundenservice

Rückrufservice

Wir rufen Sie gern zu Ihrem Wunschtermin an.