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Schlaf

Welches Kopfkissen ist das richtige?

Veröffentlicht am:01.12.2022

5 Minuten Lesedauer

Welches Kopfkissen zu einem passt, ist für jeden anders. Es gibt kein universelles, perfektes Modell. Mit diesen Tipps können Sie aber entspannt ruhen und Beschwerden durch unvorteilhaftes Liegen vermeiden.

Schlafende Frau lächelt und weiß welches Kopfkissen für sie das richtige ist.

© iStock / Mladen Zivkovic

Inhalte im Überblick

    Das richtige Kopfkissen: Was muss es leisten?

    Abends in ein weiches Kopfkissen sinken – ein wohliges Gefühl. Doch es kommt auf das Kissen an, ob Sie damit Ihrem Körper etwas Gutes tun. Das richtige Kopfkissen stützt Ihren Kopf und Nacken und entlastet die Wirbelsäule. Vor allem für die Bandscheiben im Bereich der Halswirbelsäule soll der Druck verringert und die Last besser verteilt werden. Das richtige Kissen trägt dazu bei, die normale physiologische Krümmung der menschlichen Wirbelsäule aufrechtzuerhalten, sodass der Körper sich in seinem natürlichen Zustand befindet und der Schlaf auch körperlich erholsam ist.

    Das Kopfkissen sollte sich in erster Linie für Sie angenehm anfühlen. Dafür bietet die Industrie zahlreiche Modelle und Typen mit unterschiedlichen Formen und Füllungen. Orthopädische Kopfkissen und Nackenstützkissen, sogar Kissen mit integrierter Musik werden angeboten, um das Einschlafen zu erleichtern. Bei der Wahl des richtigen Kopfkissens sind mehrere Faktoren entscheidend:

    • Was ist Ihre bevorzugte Schlafposition?
    • Haben Sie eventuelle Beschwerden oder Schmerzen?
    • Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie bereits gesammelt?

    Welches Kopfkissen passt zu meiner Schlafposition?

    Die meisten Menschen haben eine bevorzugte Schlafposition. Für jede Lage gibt es Kissen, um Kopf und Nacken ausreichend zu stützen und die Wirbelsäule in eine relativ gerade Position zu bringen. Das beugt Nacken- und Schulterschmerzen, sowie Muskelsteifheit vor.

    Kopfkissen für Seitenschläfer

    Für Seitenschläfer empfiehlt sich ein festes Kissen, das dick genug ist, um den Abstand zwischen Kopf und der auf der Matratze aufliegenden Schulter auszufüllen. Bei jedem Menschen ist dieser Bereich unterschiedlich, deshalb muss die Höhe des Kissens individuell ausgewählt werden. Der Kopf muss so gestützt werden, dass die Wirbelsäule vom Hals bis zum Becken eine gerade Linie bildet. Ein zu dünnes oder zu weiches Kissen hält den Kopf nicht hoch genug. Ist das Kissen zu dick, neigt sich der Kopf in einem zu hohen Winkel nach oben. Dadurch können Nackenschmerzen entstehen.

    Kopfkissen für Rückenschläfer

    Rückenschläfern hilft ein mittelhohes, weicheres Kissen dabei, den Nacken auf einer Ebene mit der Wirbelsäule zu halten. Ein zu dickes Kissen beugt den Nacken zu stark nach vorne. Allerdings kann die erhöhte Position gezielt gegen manche Beschwerden eingesetzt werden: Bei Sodbrennen kann die höhere Lagerung mit einem Winkel von 30 Grad gegen den Rückfluss von Magen- und Gallensäure helfen. Auch die Symptome von Nebenhöhlenerkrankungen oder benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel (BPLS) können sich bessern. Dabei handelt es sich um anfallartigen Drehschwindel, der durch bestimmte Kopfhaltungen verursacht wird.

    Bauchschläfer: am besten ohne Kissen

    Bauchschläfer und -schläferinnen nehmen am besten gar keine oder nur eine dünne Kopfunterlage zum Schlafen– so lautet die Empfehlung. Auf dem Bauch liegend wird der Kopf auf eine Seite gedreht und die Nackenmuskulatur überstreckt. Dadurch entstehen häufig Nacken- und Schulterverspannungen. Ein weiches und niedriges Modell hilft dabei, dass der Nacken nicht noch weiter überstreckt wird und hilft Rücken-, Hohlkreuz und eventuelle Atemprobleme zu verhindern.

    Ein Mann dreht den Rücken zu und schläft auf einem orthopädischen Kopfkissen.

    © iStock / penyushkin

    Ein orthopädisches Kopfkissen soll die Halswirbelsäule unterstützen, indem es den Raum zwischen Schultern und Kopf ausfüllt. So können Sie auch Nackenschmerzen vorbeugen.

    Welches Kopfkissen hilft bei Nackenverspannungen?

    Bei Nackenschmerzen sollten das Kissen nicht zu hart sein und das Material eher kühlen als wärmen. Es eigenen sich zum Beispiel Nackenstützkissen, um Fehlstellungen im Liegen zu korrigieren. Diese ergonomisch geformten Kissen können Ihnen helfen, Nacken-, Kopf- oder auch Rückenschmerzen zu vermeiden, da sie Fehlstellungen im Liegen vermeiden. Es besitzt hohe Stützkraft und füllt den Hohlraum zwischen Kissen und Nacken aus.

    Achtung: Wenn Sie länger anhaltenden Nackenverspannungen oder Schmerzen im Bereich des Nackens und der Schultern haben, sollten Sie sich immer an einen Facharzt oder eine Fachärztin wenden, zum Beispiel einen Orthopäden oder eine Orthopädin.

    Welche Kopfkissenfüllung ist die beste?

    Für Kopfkissen gibt es viele unterschiedliche Füllungen, unter anderem Federn und Daunen, Füllwatte oder Schaumstoff sowie Gelschaum, Latex und Viscoschaum. Die Füllmaterialien unterscheiden sich nicht nur im Liegegefühl, sondern auch in Bezug auf Luftzirkulation oder Temperaturregulierung. Studien zufolge verbessert sich die Schlafqualität und die Tiefe des Schlafes, wenn das Kopfkissen und damit der Kopf möglichst kühl bleibt. Besonders Menschen, die im Schlaf leicht schwitzen, kann eine passende Füllung helfen: Kissen aus Schaumstoff mit einzelnen luftgefüllten Kammern, wie beispielsweise orthopädische Kissen aufgebaut sind, erwärmen sich am wenigsten, da sie über die beste Luftzirkulation verfügen. Federn und Daunen hingegen speichern viel Wärme und erhitzen sich deshalb am meisten.  Auch hier gilt wieder: Probieren Sie aus, womit Sie sich am wohlsten fühlen und am besten schlafen können.

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    Tipps für den Kissen-Kauf

    Tipp 1: Informationen bereithalten

    Bevor Sie zum Kauf eines neuen Kissens aufbrechen, sollten Sie die Maße Ihrer Matratze notieren sowie weitere Angaben wie Material und Härte. Je nach Härte Ihrer Matratze sinken Sie beim Schlafen tiefer in das Material hinein. Entsprechend müssen Sie die Fülle des Kissens wählen.

    Tipp 2: Probeliegen

    Nehmen Sie sich Zeit für die Beratung in einem Fachgeschäft und probieren Sie das Kissen, wenn möglich, aus. Wenn Sie ein neues Kissen erworben haben, geben Sie sich einige Nächte Zeit, um sich an die neue Schlafposition zu gewöhnen, bevor Sie es beurteilen. Falls Sie dann immer noch unzufrieden mit Ihrer Wahl sind, bieten viele Händler eine Rückgabe- oder Umtauschmöglichkeit an.

    Tipp 3: Zusätzliches Kissen ausprobieren

    Seitenschläfer können sich ein zweites, dünneres Kissen kaufen, das sie zwischen die Knie legen. Dies kann möglicherweise Rückenschmerzen lindern. Auf dem Rücken liegend kann ein Kissen unter den Kniekehlen angenehm sein.

    Tipp 4: Regelmäßiger Kissenwechsel

    Spätestens alle fünf Jahre sollten Sie aus hygienischen Gründen ein neues Kopfkissen kaufen. Kopfkissen sind wahre Sammelbecken für Milben, Bakterien und Staub. Waschbare Kissen sind zwar hygienischer, aber sie verlieren durch das Waschen irgendwann Stabilität und Form und müssen ausgetauscht werden.

    Tipp 5: Besondere Anforderungen beachten

    Überlegen Sie sich vor dem Kauf, welche besonderen Anforderungen Sie an das Kopfkissen haben. Sind Sie beispielsweise Allergiker oder Allergikerin, sollten Sie auf eine entsprechende Zertifizierung der Kissenfüllung achten. Auch nach bestimmten Qualitätssiegeln, zum Beispiel natürlich produzierten Materialien, Atmungsaktivität oder Waschbarkeit können Sie auswählen.

    Welche Rolle spielen die Kissenhöhe und die Matratze?

    Für einen erholsamen Schlaf ist das Zusammenspiel von Größe und Höhe des Kissens, Statur und Gewicht des oder der Schlafenden und der Matratzenhärte entscheidend. Letztere ist dafür verantwortlich, wie tief die liegende Person einsinkt: auf einer weichen Matratze tiefer, daher sollte das Kissen eher niedriger sein; auf einer harten weniger tief – dafür ist ein höheres Kissen von Vorteil. Lassen Sie sich am besten in einem Fachgeschäft beraten.

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