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Wie spielt man Lacrosse?
Veröffentlicht am:17.03.2026
5 Minuten Lesedauer
Lacrosse ist eine der ältesten Teamsportarten der Welt und sehr dynamisch. Was auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Hockey, Handball und American Football wirkt, ist eine eigenständige Sportart mit klaren Regeln und vielen Fitnesseffekten.

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Was ist Lacrosse?
Lacrosse ist ein temporeicher Mannschaftssport, bei dem zwei Teams versuchen, einen Hartgummiball im gegnerischen Tor unterzubringen. Dafür nutzen sie den sogenannten Stick, einen Schläger mit einem kleinen Netz am Ende. Das Netz dient nicht nur zum Schießen, sondern auch zum Fangen, Passen und Tragen des Balls.
Fällt der Ball auf den Boden, gibt es einen schnellen Wettlauf um den Ballbesitz – wer ihn zuerst aufhebt, startet den nächsten Angriff. Je nach Lacrosse-Disziplin variieren die Feldgröße, der Untergrund und die Regeln.
Manche Spielvarianten erlauben mehr Körperkontakt, andere setzen ausgiebiger auf Technik und Strategie. Unabhängig davon, wie gespielt wird: Lacrosse fordert gleichermaßen die Kondition, Koordination und den Teamgeist. In Deutschland gibt es verschiedene Vereine, die Interessierten die Teamsportart näherbringen.
Wo kommt Lacrosse ursprünglich her?
Die Spielweise entstand vor Jahrhunderten bei den indigenen Völkern Nordamerikas. Ganze Dörfer spielten auf kilometerlangen Feldern, um Körper und Geist zu trainieren, mit Holzschlägern und Bällen aus Holz. Das Spiel hieß „Baggataway“ – der kleine Bruder des Krieges.
Jesuitenmissionare dokumentierten die Sportform im 17. Jahrhundert, über die folgenden Jahrhunderte entwickelten sich unterschiedliche Varianten. Etwa im Jahr 1867 gründete der Zahnarzt William George Beers in Montreal einen Lacrosse-Club und legte die Regeln für den modernen Sport fest.
Heute ist Lacrosse eine schnelle, körperlich fordernde Sportart. In Kanada ist sie der offizielle Sommer-Nationalsport. Seit 1993 spielen auch Menschen in Deutschland begeistert Lacrosse.
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Wie sind die Spielregeln bei Lacrosse?
Lacrosse wird mit einem Hartgummiball in Größe eines Tennisballs und einem Stick mit Netz gespielt. Ziel ist, mehr Tore als das andere Team zu erlangen. Nur die Torhütenden dürfen den Ball mit den Händen berühren. Alle anderen Aktionen, also Fangen, Passen, Tragen und Schießen, werden mit dem Schläger umgesetzt.
Beim klassischen Feld-Lacrosse spielen zehn Spielende auf einem 100 x 55 Meter großen Feld. Das Spiel beginnt mit einem „Face-Off“, bei dem zwei Spielende um den Ball kämpfen. Nach jedem Tor wiederholt sich dieser Ablauf.
Fouls werden je nach Schwere bestraft: Leichte Vergehen bedeuten 30 Sekunden Strafbank, schwere bis zu eine Minute. Ist der Spielstand am Ende der Spielzeit unentschieden, geht es in eine vierminütige Verlängerung, solange, bis ein Tor fällt.
Was ist der Unterschied zwischen Lacrosse und Lacrosse Sixes?
Sixes ist die kompakte, schnelle Version von Lacrosse. Hier spielen nicht wie beim klassischen Lacrosse zehn, sondern jeweils sechs Teammitglieder miteinander. Außerdem ist das Spielfeld mit 70 x 36 Metern deutlich kleiner.
Kurze Viertel à acht, statt wie beim Feld-Lacrosse fünfzehn Minuten, halten das Spiel permanent in Bewegung. Dazu kommt die 30-Sekunden-Shot-Clock: Jede Mannschaft muss dann schnell angreifen oder den Ball abgeben.
Ist Lacrosse nur für Jungs und Männer?
Lacrosse ist ein Sport für Frauen und Männer. Allerdings unterscheidet sich das Spiel bei ihnen deutlich voneinander: Herren setzen auf körperbetonte Zweikämpfe mit umfangreicher Schutzausrüstung, Damen spielen mit weniger Kontakt und speziell angepassten Schlägern.
Auch Box-Lacrosse, die schnelle Indoor-Variante, zieht immer mehr Frauen an. Dabei spielen jeweils sechs Teammitglieder pro Mannschaft gegeneinander. Das Spielfeld und die Tore sind deutlich kleiner als beim klassischen Feld-Lacrosse. So bietet Lacrosse für viele Interessierte die passende Variante – drinnen wie draußen, mit Tempo, Teamgeist und viel Spielspaß.

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Welche gesundheitlichen Vorteile hat Lacrosse?
Bei Lacrosse handelt es sich um einen technisch anspruchsvollen Sport, der Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer und Teamgeist vereint. Das ständige Sprinten, Stoppen und Richtungswechseln fördert die Herz-Kreislauf-Fitness und steigert die Ausdauer, da der Körper kontinuierlich aktiv ist.
Die Kombination aus Rennen, Passen, Fangen und schnellen Bewegungen trainiert die Reaktionsfähigkeit, Beweglichkeit und die Hand-Augen-Koordination. Gleichzeitig kräftigt die Bewegung die Beine und den Oberkörper.
Lacrosse kann auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken: Auf dem Feld oder in der Halle verlassen sich die Teammitglieder aufeinander und erarbeiten sich gemeinsam einen sportlichen Erfolg. Dafür sind viel Training und Disziplin erforderlich – bei Lacrosse steht also regelmäßige Bewegung auf dem Plan.
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Ist Lacrosse gefährlich und welche Schutzausrüstung brauchen Spielende?
Das Lacrosse-Spiel führt vor allem bei Männern häufig zum Körperkontakt. Auch der Umgang mit dem Schläger bietet ein gewisses Verletzungsrisiko – eine Schutzausrüstung gehört daher zum Spielbetrieb dazu.
Bei den Damen ist der Mundschutz Pflicht, optional können sie gepolsterte Handschuhe oder eine Schutzbrille („Goggle“) tragen. Herren benötigen zusätzlich einen Helm mit Gesichtsgitter und stark gepolsterte Handschuhe, viele nutzen auch Eishockeyvarianten.
Torhütende haben noch mehr Schutz: Ein Helm mit Halsschutz, Brustschutz, gepolsterte Handschuhe und Mundschutz sind Pflicht, bei Männern gehört noch ein Suspensorium dazu, um die Genitalien zu schützen. Optional können Spielende einen Schien- oder Oberschenkelschutz nutzen. Bei Box-Lacrosse ist die Torwartausrüstung mit der eines Eishockeytorhütenden vergleichbar.
Tipps für den Start in den Lacrosse-Sport
Sie möchten Lacrosse ausprobieren? Dann helfen Ihnen diese Tipps zum Einstieg:
- Sammeln Sie Erfahrungen im Vereinssport: In über 28 deutschen Vereinen erhalten Sie einen Einblick in das Teamtraining. Mit dem Lacrosselocator vom Deutschen Lacrosse Verband e.V. finden Sie einen Verein in Ihrer Nähe.
- Informieren Sie sich über Lacrosse an Schulen: Seit 2015 wird Lacrosse in vielen Sportunterrichtsstunden angeboten. Auch an Universitäten und Fachhochschulen ist Lacrosse mittlerweile beliebt – die Ausrüstung wird meist gestellt, sodass Sie oder Ihr Kind direkt teilnehmen können.
- Üben Sie Lacrosse mit Wall Ball: Wenn bei Ihnen kein Verein in der Nähe ist oder Sie Trainingspausen nutzen möchten, können Sie „Wall Ball“ spielen. Dabei schleudern Sie den Ball mit dem Schläger gegen eine Wand und erlernen so auch neue Tricks.
- Greifen Sie zu gebrauchter Schutzausrüstung: Helme, Handschuhe und Schienbeinschoner – die Ausrüstung für Lacrosse ist recht teuer. Informieren Sie sich, ob der Verein eine Tauschbörse anbietet oder halten Sie online Ausschau.
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