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Wie Menschen mit Behinderung von Sport profitieren

Eine Frau im Rollstuhl spielt Basketball.

© iStock / Drazen_

Lesezeit: 3 Minuten25.04.2022

Regelmäßige körperliche Aktivität tut jedem gut. Menschen mit Behinderung profitieren davon aber noch mehr, denn die Bewegung fördert nicht nur die eigene Mobilität im Alltag: Behindertensport unterstützt auch die Teilhabe im sozialen Umfeld.

Inhalte im Überblick

    Die Vorteile von Sport für Menschen mit Behinderung

    Für Menschen mit Behinderung kommt dem Breitensport eine große Bedeutung zu. Er ermöglicht es, einen Einstieg in die körperliche Aktivität zu finden und ohne Druck die Freude an der Bewegung zu genießen.

    Viele Menschen mit einer Behinderung sind unter anderem aufgrund ihrer Einschränkung wenig körperlich aktiv. Das kann Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Übergewicht fördern. Fehlende Bewegung kann bereits vorhandene Probleme in den Bereichen Mobilität und Koordination (zum Beispiel bei einer Sehbehinderung) sowie Körperwahrnehmung und Selbstvertrauen verstärken – die Betroffenen entwickeln Zweifel, ob sie zu Sport in der Lage sind. Regelmäßige körperliche Aktivität ist daher sehr wichtig. Sie bringt viele Vorteile mit sich.

    Auswirkungen auf den Körper

    Mit Sport lässt sich die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems steigern – wodurch man verschiedenen Krankheiten vorbeugen kann. Zudem baut er Stresshormone ab, hält Muskeln und Gelenke stabil und verbessert die Kondition. Bei Menschen mit Behinderung kann eine allgemeine gesteigerte Leistungsfähigkeit zusätzlich dafür sorgen, dass sie ihre individuellen körperlichen Ressourcen stärken und so mobiler sowie selbstständiger im Alltag leben können.

    Psychosoziale Auswirkungen

    Behindertensport in der Gruppe stärkt die psychische Verfassung und steigert gleichzeitig Konzentrations- sowie Motivationsfähigkeiten. Die Selbstwahrnehmung wird dadurch ebenfalls verbessert. Das alles erleichtert es Menschen mit Behinderung, sich besser im Alltag, in der Freizeit, in ihrem sozialen Umfeld und im Berufsleben einzubringen.

    Welche Behindertensportarten gibt es?

    Mehr als jeder zweite Mensch mit Behinderung gibt laut dem dritten Teilhabebericht der Bundesregierung an, keinen Sport zu treiben. Dabei gibt es auch im Bereich Behindertensport eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Viele Sportarten können an die individuellen Fähigkeiten von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen angepasst werden. Ob im Rollstuhl oder mit fehlender Sehkraft – so vieles ist möglich. Folgende Beispiele geben einen Überblick über verschiedene Sportarten, die von Menschen mit Behinderung ausgeübt werden können. Sie sind auch als Disziplinen bei den Paralympischen Spielen vertreten:

    Teamsport

    • Blindenfußball
    • Goalball
    • Eishockey
    • Rudern
    • Rollstuhl-Basketball
    • Rollstuhl-Rugby
    • Sitzvolleyball

    Einzelsport

    • Badminton
    • Biathlon
    • Boccia
    • Bogensport
    • Dressurreiten
    • Gewichtheben
    • Judo
    • Kanu
    • Langlauf
    • Leichtathletik
    • Radsport
    • Rollstuhl-Fechten
    • Rollstuhl-Tennis
    • Schwimmen
    • Ski Alpin
    • Snowboard
    • Sportschießen
    • Taekwondo
    • Tischtennis
    • Triathlon
    Ein junger Mann mit Behinderung spielt Tennis.
    Ob geistige oder körperlicher Behinderung – Sport und Bewegung sind für jeden möglich und gesundheitsfördernd.

    © iStock / Sladic

    Deutsches Sportabzeichen trägt zur Inklusion bei

    Menschen mit Behinderung können das Deutsche Sportabzeichen erwerben. Anhand eines angepassten Leistungskatalogs in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination wird diese Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) einmal pro Kalenderjahr in Bronze, Silber oder Gold vergeben. Das Deutsche Sportabzeichen soll auch zur Inklusion beitragen: Während des Trainings können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben.

    Behindertensport für Kinder

    Kinder und Jugendliche haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Für ihre Entwicklung ist es wichtig, diesen auszuleben – egal ob sie mit oder ohne Einschränkungen leben. Generell sollen alle jungen Menschen die Möglichkeit haben, an Bewegungs- und Sportangeboten teilzunehmen. Ähnlich wie bei Erwachsenen ist es hier wichtig, vorab einige Dinge zu klären. Dazu gehören zum Beispiel medizinische Faktoren (etwa bestimmte Einschränkungen bei Epilepsie), Medikamente oder Ängste, die Übungsleiter, Eltern oder Betreuer beachten sollten. Auch ist es hilfreich zu besprechen, ob das Kind beziehungsweise der oder die Jugendliche eine persönliche Betreuung braucht, um den Sport ausüben zu können.

    Die Übungsleiter haben die Aufgabe, zwischen den Kindern mit und ohne Behinderung zu vermitteln, damit es nicht zu Konflikten kommt. Sport ist eine gute Möglichkeit, gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme bereits in jungen Jahren zu lernen. Je mehr Zeit junge Menschen mit und ohne Einschränkungen miteinander verbringen, desto alltäglicher wird der gemeinsame Umgang miteinander. Behindertensport kann so den Grundstein für eine gelungene Inklusion legen.

    Wo finde ich Informationen?

    Verschiedene Verbände unterstützen Menschen mit Behinderung bei der Auswahl von passenden Sportangeboten.

    Weitere Infos zum Thema Behindertensport sowie Hilfe bei der Suche von Sportangeboten in der Nähe bietet der Deutsche Behindertensportverband (DBS), der deutsche Dachverband für Sport von Menschen mit Behinderung und das Nationale Paralympische Komitee für Deutschland.

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