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Trendsport Pole Fitness

Sportliche Frau macht Pole Fitness an der Tanzstange.

© iStock / Svitlana Hulko

Lesezeit: 5 Minuten28.07.2022

Pole Fitness heißt der Trendsport an der Stange, der Frauen und Männer begeistert. Die Sportart hat ihr verruchtes Image längst abgeschüttelt und fordert den Körper heraus. Welche Vorteile Pole Dance Sport hat und wie Anfängerinnen und Anfänger am besten starten.

Inhalte im Überblick

    Nele Sehrt, zweifache Guinness-Weltrekord-Halterin, staatlich geprüfte Tanzpädagogin und Inhaberin von Polebatics Education.

    © Claudia Timmann

    Nele Sehrt ist zweifache Guinness-Weltrekord-Halterin, staatlich geprüfte Tanzpädagogin und Inhaberin von Polebatics Education.

    Im Interview verrät sie, wie die Sportart den Körper positiv verändert.

    Was ist Pole Dance?

    Pole Dance und Pole Fitness sind beides Sportarten, bei denen sich Trainierende an einer zwischen Fußboden und Decke angebrachten senkrechten Stange bewegen. Während Pole Dance auf einen tänzerischen Flow mit Musik ausgerichtet ist, konzentriert sich Pole Fitness auf einzelne Übungen oder „Tricks“, die nicht zwangsläufig Tanzcharakter haben. Als Tanzpädagogin begeistere ich mich vor allem für den tänzerischen Bereich, bei dem ich mich im Takt zur Musik bewegen kann.

    Pole Dance stammt ursprünglich aus den Nachtclubs. In den 90er-Jahren mobilisierten sich überall auf der Welt Mitarbeitende aus Nachtclubs und zeigten beispielsweise in Videos, wie Pole Dance funktioniert. Durch die große Aufmerksamkeit der Presse und immer mehr Menschen, die sich für Pole Dance interessierten, wurde die Sportart gesellschaftsfähig. Heute gibt es überall auf der Welt eine große Faszination für den Pole-Dance-Sport. Das liegt auch daran, dass Trainierende die Sportart so vielseitig ausüben können und sie jede Altersgruppe anspricht.

    „Pole Fitness ist ein perfektes Muskeltraining, Trainierende sprechen damit vor allem das Körperzentrum an und arbeiten an einer guten Gesamtkörperspannung.“

    Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse, Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation / Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung.

    Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse
    Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation/Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung

    © Sebastian Bahr

    Welche Vorteile hat Pole Dance?

    Das Spannende ist, dass Pole Dance sich im Laufe der Zeit in ganz unterschiedliche Richtungen entwickelte. Zunächst kam die supersexy Phase, danach legten viele Anhänger und Anhängerinnen den Fokus auf den Fitnessaspekt. Später folgte eine künstlerische Tanzphase, die Pole Dance im Bereich Tanz und Ausdruck sah. Der wohl größte Vorteil der Sportart ist, dass sich Pole-Dance-Begeisterte aussuchen können, in welche Richtung sie gehen möchten. Menschen, die sich eher als Fitnesstyp sehen, können mit der Stange einzelne Tricks und Trickkombinationen trainieren. Wer gerne tanzt, kann die Stange (Pole) zum Erlernen einer tänzerisch-akrobatischen Choreographie nutzen. Sexy, sportlich oder tänzerisch – mit der Pole ist alles möglich.

    Pole Dance beziehungsweise Pole Fitness eignet sich für das Trainieren von:

    • Kraft
    • Ausdauer
    • Koordination
    • Beweglichkeit

    Mit Pole Dance können Trainierende auch ihr Körpergefühl und ihre Körperkontrolle verbessern. Viele Interessierte fragen sich, ob die Sportart sich zum Abnehmen eignet. Tatsächlich können in Kombination mit einer Ernährungsumstellung ein paar Pfunde purzeln, denn Pole Dance fordert den gesamten Körper heraus.

    „Sexy, sportlich oder tänzerisch – mit der Pole ist alles möglich“

    Nele Sehrt
    zweifache Guinness-Weltrekord-Halterin, staatlich geprüfte Tanzpädagogin und Inhaberin von Polebatics Education

    Für wen eignet sich Pole Fitness?

    Zunächst gibt es keine Ausschlusskriterien, also auch wer älter ist oder mehr auf die Waage bringt, kann erfolgreich Pole Fitness betreiben. Meistens passen Trainierende ihre Anforderungen ohnehin an ihre körperlichen Ressourcen an. Wer beispielsweise mehr als 40 Lebensjahre mitbringt, hat in der Regel nicht mehr das Ziel, alle komplexen Tricks an der Stange zu erlernen. Unabhängig vom Alter, ist das Verhältnis zwischen Körperkraft zu Körpergewicht entscheidend. Das bedeutet, auch schlankere Menschen, die wenig Kraft haben, müssen zunächst ihre Muskeln mit dem Training an der Stange aufbauen. Wer Vorerkrankungen oder chronische Schmerzen hat, spricht den Einstieg in die Pole Fitness am besten vorher mit dem Arzt oder der Ärztin ab.

    Wo kann ich Pole Dance machen?

    In Deutschland gibt es spezielle Pole-Dance-Schulen, aber auch einige Fitnessstudios bieten entsprechende Kurse an. Eine Probestunde ist eine gute Gelegenheit, in den Sport hineinzuschnuppern. Pole Fitness lebt auch von dem Austausch mit anderen – die Gruppen sind meist sehr gesellig, nehmen Neuankömmlinge gerne auf und oft entstehen auch neue Freundschaften. Wichtig ist, dass das Konzept des Studios ansprechend ist. Manche sehen vor, dass sich mehrere Personen eine Stange teilen oder es gibt unterschiedliche Angebote von Mitgliedschaften oder 10-er Karten – da kann jeder und jede für sich entscheiden, ob dieses Konzept gefällt oder ob ein anderes Studio infrage kommt.

    Am entscheidendsten ist tatsächlich, dass der Trainer oder die Trainerin passt. Deshalb probieren Interessierte am besten so lange verschiedene Kurse aus, bis sie sich mit den Inhalten, dem Trainer oder der Trainerin und den Mittanzenden wohlfühlt. Grundsätzlich können Interessierte Pole Dance auch in den eigenen vier Wänden ausüben. Ohne eine professionelle Anleitung besteht aber ein Verletzungsrisiko.

    „Pole Fitness lebt auch von dem Austausch mit anderen – die Gruppen sind meist sehr gesellig und nehmen Neuankömmlinge gerne auf.“

    Nele Sehrt
    zweifache Guinness-Weltrekord-Halterin, staatlich geprüfte Tanzpädagogin und Inhaberin von Polebatics Education

    Zwei Frauen unterstützen sich gegenseitig bei der Pole Fitness.
    Zu zweit macht Pole Fitness doppelt Spaß – zudem kann man sich wunderbar gegenseitig unterstützen.

    © Claudia Timmann

    Brauche ich bestimmtes Equipment für den Pole-Dance-Sport?

    Beim Pole-Dance-Sport geht es hoch hinauf – es wird auch geklettert und das erfordert einen direkten Kontakt zwischen Haut und Stange. Nur so können sich Trainierende sicher an der Stange halten. Trotzdem müssen Interessierte nicht direkt in luftiger Kleidung trainieren.

    Für den Anfang reicht eine weite Hose, die Teilnehmende bis zu den Oberschenkeln hochziehen können. Die Buchungsbestätigung des Studios informiert in der Regel über die nötige Kleidung. Für Pole-Dance-Sport-Begeisterte, die sich eine eigene Stange zulegen möchten, gilt: Je kleiner die Hände, desto kleiner sollte der Durchmesser der Stange sein.

    Wie steige ich am besten bei Pole-Dance-Fitness ein?

    Menschen mit einem guten Trainingslevel, die beispielsweise regelmäßig Yoga ausüben, fällt Pole Fitness leichter – sie beherrschen die Muskelkoordination bereits. Untrainierte Anfänger und Anfängerinnen benötigen aber trotzdem keine Vorbereitung. Wichtig ist nur, den Kopf frei zu machen und sich zu trauen. Die meisten Studios holen Interessierte mit ihrem individuellen Trainingslevel gut ab. Gerade Probestunden bieten sich für Neulinge an, denn hier treffen sie auf Menschen, die möglicherweise genauso nervös und schüchtern sind. Die Kurse sind übrigens meistens gleich aufgebaut – nach der Aufwärmphase findet das eigentliche Training statt und danach gibt es eine Abkühlungsphase. Mit dem Aufwärmen und Abkühlen aktivieren und dehnen Trainierende gezielt ihre beanspruchten Muskelgruppen.

    Wie oft sollte ich pro Woche an der Stange trainieren?

    Gerade in den Anfängen ist es gut, auf den Körper zu hören – wer am zweiten Tag nach dem Training einen schweren Muskelkater verspürt, hat die Muskeln zu sehr belastet. Das passiert schnell, denn zu Anfang ist die Motivation groß, mit Ruck und zu viel Schwung in die Übungen zu starten. In dem Fall können Trainierende einen Gang zurückschalten.

    Folgende Frequenzen und Trainingszeiten bieten sich beim Pole Dance oder der Pole Fitness an:

    • Anfänger: 2-mal pro Woche, danach mindestens 72 Stunden Trainingspause.
    • Fortgeschrittene: 3-mal pro Woche, danach mindestens 24 Stunden Trainingspause.

    Mit einer ausreichenden Erholung nach den Trainingszeiten kann sich der Körper regenerieren und Muskeln sowie Leistung aufbauen. Je nach Studio dauert eine Trainingseinheit zwischen 50 und 90 Minuten.

    So hilft die AOK

    Sport- und Bewegungskurse bei der finden

    Gibt es Wettbewerbe, bei denen ich mich messen kann?

    Ja, es gibt verschiedene Wettbewerbe in Deutschland und es finden sowohl regionale als auch nationale Wettbewerbe statt. Besonders bekannt ist die deutsche Pole Sport Meisterschaft (DPSM), initiiert von der Organisation des deutschen Poles Sports (ODPS). Für alle Wettbewerbe existieren Strukturen und Regeln. Personen, die sich für Wettbewerbe interessieren, besuchen am besten zunächst eine oder mehrere Veranstaltungen, um einen Eindruck von den Anforderungen zu bekommen.

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