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So wird die Wattwanderung zum einzigartigen Erlebnis

Veröffentlicht am:04.08.2023

4 Minuten Lesedauer

Frische Meeresluft, der weite Himmel und herrlich matschiger Boden unter den Füßen – bei einer Wattwanderung laufen Sie direkt auf dem Meeresgrund. Welche Ausrüstung sie brauchen und warum Sie nur in geführten Gruppen wattwandern sollten.

Eine Gruppe aus Erwachsenen und Kindern wandert durchs Watt.

© iStock / TasfotoNL

Tipps für eine Wattwanderung

Wenn beim Wechselspiel der Gezeiten das Meer zweimal am Tag das Watt freigibt, offenbart sich ein Lebensraum, der bei Flut verborgen liegt: der Meeresboden.

In den Nationalparks Schleswig-Holsteinisches, Hamburgisches und Niedersächsisches Wattenmeer lässt sich das Watt am besten mit einer Wattwanderung erkunden. Das ist ein einzigartiges Erlebnis: Wo sonst kann man ohne Tauchausrüstung auf dem Meeresgrund laufen?

  • Wo kann man eine Wattwanderung machen?

    Von Ost- bis Nordfriesland: Wattwandern ist vielerorts möglich. In Nordfriesland starten viele Wattwandernde von den Inseln. Besonders beliebt sind Touren zu den Halligen. In Dithmarschen gibt es zwar keine Inseln, aber sehr gute Möglichkeiten zum Wandern. In Niedersachsen sind Touren zu den ostfriesischen Inseln beliebt, aber auch weiter östlich bis zur Elbmündung finden sich tolle Startpunkte. Im hamburgischen Teil des Wattenmeers können Sie von Cuxhaven aus zur Insel Neuwerk wandern, die zu Hamburg gehört.

  • Wann ist die beste Zeit für Wattwanderungen?

    Die Hauptsaison für Wattwanderungen ist von Anfang April bis Ende September. Nur bei Tageslicht und guten Sichtverhältnissen darf man ins Watt. Wann man bei einer Wattwanderung losläuft, hängt von Ebbe und Flut ab. Wanderungen starten etwa zwei Stunden vor dem tiefsten Wasserstand und sind zum Niedrigwasser beendet, damit die Wandernden nicht von der Flut eingeholt werden.

  • Wann ist Ebbe und Flut?

    Die Gezeiten des Meeres hängen von der Anziehungskraft des Mondes ab. An jeder Meeresküste ist zweimal am Tag Flut und zweimal am Tag Ebbe. Zwischen Hoch- oder Niedrigwasser liegen jeweils gut zwölf Stunden und zwischen Ebbe und Flut etwas mehr als sechs Stunden. Der Unterschied des Wasserstands zwischen Ebbe und Flut (Tidenhub) ist regional unterschiedlich. Der große Tidenhub an der Nordseeküste von etwa drei Metern geht vor allem auf Fernwirkungen aus dem Atlantik zurück. Über lokale Gezeiten informiert das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.

  • Wann darf man nicht ins Watt?

    Bei Dunkelheit, Nebel, Sturm und Gewitter sind Wattwanderungen absolut tabu und geführte Wattwanderungen fallen aus. Bei Gewitter ist es im Watt lebensgefährlich, weil Menschen auf der flachen Oberfläche einer erhöhten Blitzschlaggefahr ausgesetzt sind.

Jemand sammelt mit der Hand eine große Muschel aus dem Watt auf.

© iStock / Animaflora

Seit 2009 Weltnaturerbe: Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten nennen das Wattenmeer ihr Zuhause.

Eine ortskundige Führung beim Wattwandern ist (überlebens-)wichtig

Marschieren Sie keinesfalls einfach los. Vergessen Sie nicht: Auch wenn Sie auf halbwegs trockenen Füßen vorwärtskommen – Sie befinden sich in der Nordsee. Deshalb gilt: Niemand sollte allein und ohne ortskundige Begleitung ins Watt hinausgehen.

Jeder Abschnitt im Wattenmeer hat seine Besonderheiten, die erfahrene Wattführer und -führerinnen kennen. Mögliche Gefahren einer Wattwanderung sind:

  • Seenebel: Im Watt kann urplötzlich Nebel aufkommen. Wattwandernde müssen dann sofort umkehren, mit eingeschränkter Sicht. Wattführende leiten sicher aufs Festland zurück.
  • Schlick und Treibsand: An manchen Stellen sinkt man in den Boden ein und kommt allein nicht mehr heraus. Wattführende kennen sichere Wege durch das Watt.
  • Priele: Diese Rinnen im Watt verwandeln sich bei Flut binnen Minuten in starke Ströme und können den Rückweg zum Festland abschneiden. Wegen der starken Strömung sollte man sie auf keinen Fall durchschwimmen. Ortskundige wissen, wo die Priele verlaufen und umgehen sie weitläufig.

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Ausrüstung und Schuhe für eine Wattwanderung

  • Schuhwerk: Im Watt haben Sie barfuß den meisten Spaß. Gesunde Menschen können ab circa 15 Grad Celsius Lufttemperatur barfuß wandern. Auf manchen Strecken können sich Wandernde aber wegen vieler Muschelschalen an den Füßen verletzen. Hier sind feste Leinensportschuhe, Surfschuhe oder spezielle Wattsocken die beste Lösung. Locker sitzende Gummistiefel können im Schlick steckenbleiben. Gummistiefel müssen festsitzen, sie eignen sich eher für kalte Tage. Erkundigen Sie sich am besten im Vorfeld der Führung, welche Schuhe für die Route empfohlen werden.
  • Sonnenschutz: Der feuchte Boden reflektiert das Licht und im Watt gibt es keine Schattenspender. Sonnenbrille, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und Kopfbedeckung sind deshalb wichtig.
  • Kleidung: Im Watt ist es kühler als an Land und das Wetter kann schnell wechseln. Eine wind- und wasserdichte Jacke und ein Pullover gehören auch im Sommer zur Ausrüstung.
  • Ersatzkleidung: Handtuch und Ersatzkleidung sind hilfreich für den Fall eines ungewollten Schlickbads. Ein wasserfester Beutel hilft beim Verstauen nasser Bekleidung.
  • Verpflegung: In den Rucksack gehören Trinkwasser, Essensproviant und notwendige Medikamente.

Häufige Fragen vor einer Wattwanderung

  • Wie lange dauert eine Wattwanderung? Je nach Distanz sind Wattwanderungen unterschiedlich lang. Kleine Touren sind nach einer Stunde zu Ende, Wanderungen zu Inseln, die weit draußen im Meer liegen, nehmen drei oder vier Stunden in Anspruch. Von diesen Inseln schaffen die Wandernden es zu Fuß nicht mehr vor der Flut zum Festland zurück, sondern fahren mit dem Schiff zurück.
  • Wie anstrengend ist eine Wattwanderung? Jodhaltige Luft und Bewegung – eine Wattwanderung ist gesund. Wegen des oft weichen Bodens ist es aber auch anstrengender als auf Festland zu wandern. Menschen mit gesundheitlichen Problemen und eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit laufen am besten nicht lange auf dem Watt.
  • Sind Wattwanderungen für Kinder geeignet? Wanderungen bis zu zwei Stunden sind für Kinder ab sechs Jahren meist gut geeignet. Ob eine Strecke kindertauglich ist, erfahren Sie bei den Anbietern der Führung. Viele bieten spezielle Wanderungen oder kurze Erkundungen für Kinder gestaffelt nach Altersgruppen an.
  • Was kostet eine Wattwanderung? Das hängt vom Anbieter, der Dauer, der Gruppengröße ab, und davon, ob eine Fährpassage notwendig ist. Sicher ist: Wattwanderungen gehören zu den kostengünstigen Urlaubsvergnügungen. Kinder sind oft ab fünf Euro dabei.
  • Kann man eine Wattwanderung mit Hund machen? Prinzipiell ja – wenn Ihr Hund groß und fit genug ist. Ob er mit darf, hängt vom Anbieter der Führung ab. Manchmal sind vierbeinige Mitläufer erlaubt. Bei der Wanderung sollten Hunde nicht zu viel Salzwasser schlucken. Bei empfindlichen Hunden kann dies zu Bauchweh oder Durchfall führen.

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