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Baderegeln und Co: Sicheres Schwimm-Vergnügen

Veröffentlicht am:03.07.2020

7 Minuten Lesedauer

Fürs Schwimmen gibt es Baderegeln, damit Ihnen nichts passiert. Wir haben für Sie alle Baderegeln zusammengefasst sowie ein paar hilfreiche Tipps fürs richtige Verhalten im Schwimmbad und Badesee.

Kind sitzt im Schwimmbad am Beckenrand

© iStock / fotostorm

Inhalte im Überblick

    Baderegeln: Wofür gibt es sie?

    Schwimmen und Baden macht Spaß. Vor allem Kinder lieben es, die ganze Zeit im Wasser zu sein. Damit der Badespaß für kleine und große Badegäste ungetrübt bleibt, gibt es allgemeine Verhaltensregeln für den Aufenthalt am und im Wasser. Die sogenannten Baderegeln sollen Badende vor Unfällen schützen und auf mögliche Gefahren hinweisen, die aus Übermut und Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten entstehen können. Die Baderegeln sind Empfehlungen von Wasserrettungsorganisationen, wie zum Beispiel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

    Bronze, Silber und Gold: Wann Sie die Baderegeln wissen müssen

    Die meisten hören das erste Mal von den Baderegeln, wenn sie einen Schwimmkurs besuchen, um das Schwimmen zu lernen. Bereits bei der Frühschwimmer-Prüfung, die mit dem Seepferdchen-Abzeichen endet, werden die Baderegeln den Kindern sinngemäß beigebracht.

    Folgen anschließend noch weitere Schwimmprüfungen – wie das Bronze-, Silber-, oder Gold-Abzeichen – werden die Baderegeln genauer abgefragt. Denn nur wer die Schwimmregeln beherrscht, kann sich im Wasser angstfrei bewegen – ohne sich und andere Schwimmgäste zu gefährden. 

    Damit auch Sie die Baderegeln immer parat haben, hier die Baderegeln der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Überblick.

    Baderegeln des DLRG: Für mehr Sicherheit beim Schwimmen

    • Regel Nr. 1:

      Gehen Sie nur zum Baden, wenn Sie sich wohlfühlen. Kühlen Sie sich ab und duschen, bevor Sie ins Wasser gehen. Unwohlsein, Übelkeit oder Fieber können im Wasser zu Kreislaufproblemen führen. Wer im Wasser ohnmächtig wird, droht zu ertrinken. Auch ein Sprung ins kalte Wasser kann den Kreislauf belasten. Mit einer kühlen Dusche gewöhnt sich der Körper an das kalte Wasser.

    • Regel Nr. 2:

      Gehe Sie niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser. Bei einem vollen Magen wird ein großer Teil des Blutes für die Verdauung benötigt und steht der Muskulatur nicht zur Verfügung. Das kann zur Übermüdung der Muskeln führen – die Kraft lässt schneller nach. Wer hingegen hungrig ist, dem fehlt es an Energie und Muskelkraft, sich lange sicher über Wasser zu halten.

    • Regel Nr. 3:

      Rufen Sie nicht um Hilfe, wenn Sie nicht wirklich in Gefahr sind, aber helfen Sie anderen, wenn sie Hilfe brauchen. Wer aus Spaß um Hilfe ruft, bringt womöglich andere in Gefahr. Auch Rettungsschwimmer werden durch einen unnötigen Hilferuf bei ihrer Arbeit behindert. Wer selbst helfen muss, sollte das im Rahmen seiner Fähigkeiten tun, ohne sich dabei selbst zu gefährden.

    • Regel Nr. 4:

      Gehen Sie als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser. Bereits flaches Wasser kann eine Gefahr für Kinder sein. Sie können zum Beispiel vornüberkippen und sich aus eigener Kraft nicht mehr aufrichten. Auch eine plötzlich abfallende Wassertiefe bringt Nichtschwimmer in Gefahr.

    • Regel Nr. 5:

      Überschätzen Sie nicht Ihre Kraft. Schwimmen erfordert Muskelkraft und Ausdauer. Wer ungeübt ist und in offenen Gewässern zu weit rausschwimmt, dem fehlt es womöglich an Kraft, um wieder sicher ans Ufer zu kommen.

    • Regel Nr. 6:

      Baden Sie nicht dort, wo Boote und Schiffe fahren. Auch wenn es Ausweichregeln für Schiffe und Boote gibt, können Schwimmer leicht übersehen werden. Zudem lassen sich Wasserfahrzeuge nicht schnell abbremsen.

    • Regel Nr. 7:

      Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser sofort und suchen Sie ein festes Gebäude auf. Der Kopf oder Körper eines Schwimmers bzw. Badegasts befindet sich über dem Wasser und ist damit der höchste Punkt auf einer glatten Oberfläche. Schlägt der Blitz in den See ein, wird man getroffen. Das Gleiche gilt für flache Ufer ohne Bebauungen oder Begrünungen. Ein festes Gebäude bietet den besten Schutz.

    • Regel Nr. 8:

      Halten Sie das Wasser und seine Umgebung sauber, Abfälle gehören in den Mülleimer. Plastikmüll ist biologisch nicht abbaubar. Gelangt er ins Wasser, wird er zur Bedrohung der Tierwelt. Lebensmittelreste ziehen Wespen an. Achtung: Verletzungsgefahr für die Füße! Das gilt auch für herumliegende Glasscherben oder Pommesgabeln.

    • Regel Nr. 9:

      Aufblasbare Schwimmhilfen bieten keine Sicherheit im Wasser. Solche, die fest am Körper getragen werden, sind eine sinnvolle Ergänzung. Sie bieten aber auch keinen zuverlässigen Schutz, weil damit nur der Körper, nicht aber der Kopf über Wasser gehalten wird. Aufblasbares Wasserspielzeug ist für Nichtschwimmer komplett ungeeignet. Luftmatratzen, Schwimminseln & Co. können abtreiben oder untergehen.

    • Regel Nr. 10:

      Springen Sie nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist. Wer im Schwimmbad vom Beckenrand springt, kann andere Badegäste verletzen. Ein Sprung in flaches oder unbekanntes Gewässer ist zudem lebensgefährlich, wenn man nicht weiß, was sich unter der Wasseroberfläche befindet.

    • Regel Nr. 11:

      Man sollte nie andere ins Wasser stoßen  auch nicht beim Spielen. Die größte Gefahr besteht hier für Nichtschwimmer. Aber auch eine Kreislaufschwäche kann die Folge eines unfreiwilligen Sturzes ins kalte Wasser sein. Ebenso können dabei andere Badegäste verletzt werden.

    • Regel Nr. 12:

      Tauchen Sie andere nicht unter. Wer unter Wasser gedrückt wird, kann in Panik geraten und Wasser einatmen. Das kann sogar zum Ertrinken führen.

    • Regel Nr. 13:

      Gefährden Sie niemanden durch einen Sprung ins Wasser. Schwimmen Sie nicht im Sprungbereich. Häufig ist das Springen vom Beckenrand nicht erlaubt, weil das Becken nicht tief genug ist oder weil Gefahr besteht, andere Badegäste zu verletzen. Für Bereiche, in denen es erlaubt ist sowie vom Sprungturm gilt: Nur springen, wenn niemand darunter schwimmt. Nach dem Sprung den Bereich sofort verlassen.

    • Regel Nr. 14:

      Verlassen Sie das Wasser sofort, wenn Sie frieren. Der menschliche Körper kühlt im Wasser schnell aus. Das kann zu einer Unterkühlung führen: Die Muskelkraft nimmt ab, der Kreislauf wird schwächer und es besteht Ertrinkungsgefahr.

    • Regel Nr. 15:

      Bewachsene und sumpfige Zonen sind gefährlich. Schwimmer können sich in Wasserpflanzen verfangen, in Panik geraten und dabei ertrinken.

    • Regel Nr. 16:

      Schützen Sie sich bei starker Sonne und halten Sie sich im Schatten auf. Die Mittagssonne, aber auch sehr hohe Temperaturen können zu Kreislaufproblemen und einem Sonnenstich führen. Im Schatten ist es meist kühler. Zudem schützt Schatten die Haut vor Sonnenbrand. Auf Sonnencreme darf dennoch nicht verzichtet werden.

    Baderegeln im Frei- und Schwimmbad

    Gehen Kinder zum ersten Mal in ein Frei- oder Hallenbad, sollte ein Erwachsener sie begleiten. Denn es ist wichtig, dass Kinder mögliche Gefahrenquellen sowie die Bade- und Hygieneregeln kennen. Darauf kommt es an:

    • Nur mit Badebekleidung

      Unterwäsche ist kein Ersatz für vergessene Badekleidung. Aus hygienischen Gründen geht es nur in Badekleidung ins Wasser.

    • Langsam gehen, im Schwimmbad ist es glatt

      Auf glatten und nassen Fliesen besteht Rutschgefahr! Wer auf dem nassen Fliesenboden stürzt, kann sich dabei sogar Knochen brechen. Deshalb im Schwimmbad niemals rennen.

    • Rechtsverkehr auf der Schwimmbahn

      Wer Bahnen zieht, sollte das möglichst rechts tun. So haben schnellere Schwimmer die Möglichkeit zu überholen. Das Bahnende ist übrigens nur zum Wenden gedacht. Wer eine Pause braucht, ruht sich am Beckenrand aus.

    • Nicht ins Becken urinieren

      Erklären Sie Ihrem Kind, dass es unhygienisch ist, ins Wasser zu urinieren. Zeigen Sie ihm, wo sich im Schwimmbad die Toiletten befinden, damit Ihr Kind diese im Notfall schnell findet.

    • Rücksicht aufeinander nehmen

      Das gilt sowohl im Schwimmbecken als auch an Spielgeräten wie Wasserrutschen & Co. Kinder können es oft nicht abwarten und fangen an zu drängeln. Da kann schnell mal was schiefgehen.

    Obacht gilt auch bei Ansaugöffnungen für Wasserstrahlanlagen, Strömungskanälen oder Ähnlichem. Sie können durch ihren Sog kleinere Kinder anziehen, die nicht die Kraft haben, wieder wegschwimmen zu können. Machen Sie Ihr Kind auf diese Gefahr aufmerksam. An den Sicherheitsverschlüssen darf deshalb keinesfalls gespielt oder manipuliert werden.

    Vorsicht in Naturgewässern

    Naturgewässer wie Seen und Flüsse sind sehr beliebt. Doch bei Freilandgewässern ist Vorsicht geboten. Dort zu baden ist viel gefährlicher als im Freibad, denn sie werden in der Regel nicht bewacht und bergen so manche Tücke.

    • Naturbadeseen mit bewachten Badestellen

      sind die sicherste Alternative zu Freibädern. Deshalb nur in Bereichen schwimmen, die freigegeben oder bewacht sind.

    • Am Ufer entlang schwimmen

      besonders bei längeren Schwimmstrecken. Im Notfall kann man sich dann allein ans Ufer retten oder an einem Ast festhalten.

    • Nicht in unbekannte Gewässer springen

      Unrat unter der Wasseroberfläche stellt ein hohes Verletzungsrisiko dar. Selbst bei bekannten Wasserstellen kann es sein, dass jemand am Vortag etwas ins Wasser geworfen hat, was beim letzten Bad noch nicht da war.

    • Nicht in der Nähe von Schiffen, Booten oder Surfern schwimmen

      Für Segler und Bootsfahrer gibt es zwar Ausweichregeln, doch nicht jeder Kapitän schafft es schnell zu reagieren. So können Schwimmer übersehen und lebensgefährlich verletzt werden.

    • Fließende Gewässer werden von Schwimmern oft unterschätzt

      In Flüssen können sich Strömungen und Fließgeschwindigkeit binnen weniger Meter ändern und den Schwimmer in Gefahr bringen. Bei Hochwasser verstärken sich die Druck- und Sogverhältnisse noch um ein Vielfaches. Schwimmer, die bei Hochwasser von der Strömung mitgerissen werden, können nur unter größter Kraftanstrengung an Land gezogen werden. Deshalb gilt: Bei Hochwasser nicht baden!

    • Nicht in kalte Gewässer springen

      Die Temperaturunterschiede können zu Krämpfen, Herz- und Kreislaufproblemen führen.

    • Warnhinweise beachten

      Steile Ufer, Strömungen, Untiefen, starker Pflanzenbewuchs oder Algenentwicklung können für Schwimmer gefährlich werden. Warnhinweise an Gewässern weisen meist darauf hin und sollten ernst genommen werden.

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