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Schwimmabzeichen: Was muss man beachten?

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 29.06.2020

Der Erwerb des deutschen Schwimmabzeichens ist für viele ein großer Spaß – nicht nur für Kinder und Jugendliche. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten, bevor man zu Bronze, Silber oder gar Gold schwimmen kann.

Inhalte im Überblick

    Warum Schwimmabzeichen überhaupt sinnvoll sind?

    Schwimmabzeichen sind Auszeichnungen im Schwimmen. Auch wenn sie eine gute Motivation für kleine und große Wasserratten sind, so zeigen sie vor allem, über welche Fähigkeiten der Schwimmer verfügt. Das Seepferdchen ist für Kinder der erste Schritt.

    „Kinder, die diese Prüfung bestanden haben, können sich unter Aufsicht angstfrei im Wasser bewegen. Das bedeutet aber nicht, dass sie wirklich gut schwimmen können“, erklärt Felix Dürnberger von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) Bayern. Daher folgen auf das Seepferdchen noch drei weitere Abzeichen, die Auskunft darüber geben, wie es um die Schwimmqualitäten bestellt ist: das deutsche Schwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer), Silber und Gold.

    Seit dem 1. Januar 2020 gibt es hier keine Trennung mehr bei der Altersdifferenzierung zwischen Jugendschwimmabzeichen und Schwimmabzeichen. Die Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold gelten nun für alle Altersstufen.

    Warum ist Schwimmen lernen so besonders wichtig? Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland bezeichnet sich als schlechten Schwimmer. Problematisch ist das vor allem in Notlagen. Ungeübte Schwimmer überschätzen häufig ihre Kräfte. Lassen diese nach, dann geraten sie schnell in Panik und gefährden damit auch die Helfer. Mit dem Training auf ein Schwimmabzeichen können sich Kinder und auch Erwachsene zu sicheren Schwimmern ausbilden lassen und ihre Technik verbessern.

    Wer kann das deutsche Schwimmabzeichen machen?

    Jeder, der seine Schwimmfähigkeiten fördern will, kann ein Schwimmabzeichen ablegen. Voraussetzung ist eine bestandene Frühschwimmerprüfung mit dem Seepferdchen-Abzeichen.

    Wie viel kostet ein Schwimmabzeichen?

    Die Gebühren für den Erwerb eines Schwimmabzeichens können variieren, da sie nicht einheitlich festgelegt sind. Sie betragen aber in der Regel nicht mehr als fünf Euro.

    Was für Schwimmabzeichen gibt es und wo kann man sie machen?

    Es gibt neben dem Frühschwimmer-Abzeichen, dem Seepferdchen, noch die deutschen Schwimmabzeichen mit der Unterteilung in Bronze, Silber und Gold. Die Abzeichen kann man in unterschiedlichen Institutionen erwerben.

    Zur Abnahme der Prüfungen sind unter anderem staatlich geprüfte Schwimmlehrer und Schwimmmeister, Fachangestellte für Bäderwesen sowie Ausbilder oder Prüfer der DLRG berechtigt. Worauf es bei der Auswahl von Schwimmkursen ankommt sowie eine Checkliste finden Sie hier.

    Seepferdchen: Abzeichen für Frühschwimmer

    Das Seepferdchen gehört im engeren Sinne eigentlich nicht zu den sogenannten „Schwimmabzeichen“, sondern wird als Abzeichen für Frühschwimmer verstanden. Wer das Seepferdchen erhalten hat, hat die Prüfung zur Vorbereitung auf die Schwimmabzeichen erfolgreich absolviert.

    Es wird empfohlen, frühestens im Alter von fünf Jahren einen Schwimmkurs mit abschließenden Seepferdchen-Abzeichen zu beginnen, da in diesem Alter in der Regel alle Voraussetzungen (ausreichende Größe, kognitive Fähigkeiten) vorhanden sind. Wer die Prüfung zum Seepferdchen-Abzeichen bestehen möchte, muss unter anderem folgende Leistungen erbringen:

    • Grundkenntnisse der Baderegeln beherrschen. Diese werden zuvor spielerisch erarbeitet und anschließend abgefragt.
    • Sprung vom Beckenrand und anschließend 25 Meter Schwimmen, entweder in Bauch- oder Rückenlage. Hier sollten grobe Züge des Schwimmens erkennbar sein.
    • Aufheben eines Gegenstands (meist ein Ring) aus schultertiefem Wasser (je nach Größe des Schwimmers)

    Schwimmabzeichen Bronze: Voraussetzung für Freischwimmer-Abzeichen

    Das deutsche Schwimmabzeichen Bronze wird auch Freischwimmer genannt. Wer das Abzeichen erhalten will, muss einen theoretischen und einen praktischen Prüfungsteil absolvieren. Der theoretische Teil umfasst ähnlich wie beim Frühschwimmer-Abzeichen die Kenntnisse der Baderegeln. Anschließend erfolgt der praktische Teil der Prüfung. Die Schwimmer müssen in diesem:

    • mit einem Sprung kopfwärts vom Beckenrand insgesamt 15 Minuten durchgehend schwimmen. In dieser Zeit sollten mindestens 200 Meter zurückgelegt werden (150 Meter in Bauch- oder Rückenlage und 50 Meter in einer anderen Körperlage (Wechsel der Lage während des Schwimmens ohne Festhalten am Beckenrand).
    • circa 2 Meter tief Tauchen und dabei einen Gegenstand vom Beckenboden heraufholen (meist ein kleiner Ring).
    • einen Paketsprung vom Startblock oder vom Einmeter-Brett absolvieren.

    Silbernes Schwimmabzeichen: Praktische und theoretische Anforderungen

    Das deutsche Schwimmabzeichen Silber verlangt bei den praktischen und theoretischen Anforderungen noch ein wenig mehr Schwimmkenntnisse. Ein wichtiger Teil der Prüfung zum Schwimmabzeichen Silber: das richtige Verhalten zur Selbstrettung. Schwimmer, die das silberne Abzeichen erwerben wollen, müssen folgende Voraussetzung erfüllen:

    • die Baderegeln beherrschen.
    • sich theoretisch mit dem Verhalten zur Selbstrettung auskennen. Darunter das richtige Verhalten bei zunehmender Erschöpfung oder bei plötzlich auftretenden Krämpfen.
    • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und innerhalb von 20 Minuten 400 Meter schwimmen, davon 300 Meter in Bauch- oder Rückenlage und 100 Meter in einer anderen Körperlage, sodass während der 400 Meter die Schwimmart gewechselt wird, ohne sich am Beckenrand festzuhalten.
    • zweimal einen Gegenstand vom Beckenboden aus 2 Meter Tiefe heraufholen.
    • 10 Meter Streckentauchen mit Abstoßen vom Beckenrand im Wasser
    • einen Sprung aus 3 Meter Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus einen Meter Höhe absolvieren.

    Schwimmabzeichen Gold: Rettungshilfe für Anfänger

    Das goldene Schwimmabzeichen ist für echte Fortgeschrittene und bereitet im besten Fall auf den Rettungsschwimmer-Schein vor. Der Erwerb besteht ebenso aus einem theoretischen und praktischen Prüfungsteil. In der Theorie werden unter anderem erste Kenntnisse der Rettungshilfe erwartet. Voraussetzende Fähigkeiten für den Erwerb des goldenen Schwimmabzeichens sind:

    • Kenntnisse der Baderegeln
    • Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbstrettung und einfache Fremdrettung)
    • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 30-minütiges Schwimmen. Innerhalb dieser Zeit müssen mindestens 800 Meter geschwommen werden, darunter 650 Meter in Bauch- oder Rückenlage inklusive 150 Meter in einer anderen Körperlage (Wechsel der Schwimmart während des Schwimmens ohne Festhalten am Beckenrand
    • Startsprung und 25 Meter Kraulschwimmen
    • Startsprung und 50 Meter Brustschwimmen in höchstens 1:15 Minuten
    • 50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder Rückenkraulschwimmen
    • 10 Meter Streckentauchen aus der Schwimmlage (ohne Abstoßen vom Beckenrand
    • Einen Sprung aus 3 Meter Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus einen Meter Höhe
    • Dreimaliges Heraufholen je eines Gegenstands (Ring) aus zwei Meter Beckentiefe innerhalb von drei Minuten
    • 50 Meter Transportschwimmen durch Schieben oder Ziehen

    Der Erwerb der verschiedenen Schwimmzeichen kann einen großen Nutzen bringen, wenn es um die eigene Sicherheit, aber auch um die Sicherheit von anderen geht. Zudem macht es großen Spaß, den richtigen Umgang mit dem Wasser zu erlernen und so ohne Angst sich frei in den verschiedensten Gewässern bewegen zu können. Zudem gehört Schwimmen zu einer der gesündesten Sportarten, da sie auch im Alter noch gelenkschonend durchgeführt werden kann und den ganzen Körper gleichmäßig trainiert.

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