Pflegetipps
Pflegende Angehörige: Wie sie Pflegehandgriffe richtig ausführen
Veröffentlicht am:25.03.2022
aktualisiert am 17.09.2026
28 Minuten Lesedauer
Die Pflege von Angehörigen bringt Menschen oft an ihre psychischen und körperlichen Grenzen. Wer routinemäßige Handgriffe richtig ausführt, spart Kraft und schont den Körper. Tipps und Anleitungen für pflegende Angehörige.

© iStock / YakobchukOlena
Warum ist die korrekte Ausführung von Pflegehandgriffen so wichtig?
Für pflegende Angehörige ist es wichtig, die täglichen Handgriffe richtig ausführen. So gestalten sie die Pflege möglichst leicht und stoßen nicht so schnell an ihre körperlichen und mentalen Grenzen. Gerade das tägliche Heben und Tragen einer pflegebedürftigen Person ist anstrengend und kann zu Rückenschmerzen führen.
Aufstehen, Hinsetzen, Gehen: Diese Fähigkeiten nehmen mit zunehmendem Alter, durch Krankheit oder Unfälle ab und irgendwann können sie nicht mehr ohne Unterstützung ausgeführt werden. In vielen Fällen übernehmen Angehörige die Pflege.
Ende 2023 waren knapp 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. 86 Prozent wurden zuhause versorgt. Die Pflege zu Hause ist eine große Herausforderung und verändert das Leben und den Alltag.
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Was sollten pflegende Angehörige wissen?
Pflegende Angehörige stehen oft vor großen Herausforderungen und völlig neuen Aufgaben wie Körperpflege, Lagerung oder Versorgung bei Inkontinenz. Häufig müssen sie Pflege und Beruf miteinander vereinbaren. Für eigene Bedürfnisse und Interessen bleibt oft wenig Zeit.
Tätigkeiten wie Heben, Lagern und Stützen sind zudem körperlich sehr anstrengend. Wichtig ist, dass pflegende Angehörige auf die eigene Gesundheit achten und eine Überlastung vermeiden. Pflegekurse und -schulungen vermitteln Pflegewissen und praktische Tipps zur Mobilisation und Hebehilfen in der Pflege.
Sie können auch eine individuelle Pflegeschulung in Anspruch nehmen. Dann kommt eine geschulte Pflegefachperson zu Ihnen nach Hause, zeigt und erklärt Ihnen vor Ort, wie Sie die Pflege besser durchführen können.
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Angehörige pflegen: Wie führen Sie die Handgriffe richtig aus?
Bei der täglichen häuslichen Pflege Ihres Angehörigen gilt: Je mehr der oder die pflegebedürftige Person die Bewegungen mitmacht und Sie unterstützt, desto leichter wird es für Sie beide. Keinesfalls sollten Sie das Gewicht alleine stemmen.
Für manche pflegebedürftige Menschen kann es unangenehm sein, sich selbst die einfachsten Tätigkeiten abnehmen zu lassen. Deshalb sollten Sie ihnen Zeit geben, die Bewegungsabläufe selbst auszuführen, sofern sie dazu in der Lage sind – auch wenn das länger dauert und die Geduld strapaziert. Doch das eigenständige Handeln erhält das Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit.
In den folgenden Videos finden Sie Anleitungen, wie Sie die Handgriffe richtig ausführen.
Auf die Seite drehen und von der Bettkante auf den Stuhl setzen
Aufstehhilfe nach einem Sturz
Die richtige und einfühlsame Körperpflege
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Parkinson: Unterstützung beim Aufstehen, Setzen und Hinlegen
Pflegebedürftige mit Dekubitus richtig lagern
Hilfe beim Essen und Trinken im Bett
Warum ist Mobilisation so wichtig?
Mobilisation ist wichtig, um einem Dekubitus, einem Wundgeschwür, vorzubeugen. Regelmäßig sollte der Pflegebedürftige deshalb die Position wechseln. Pflegende Angehörige sind jedoch nicht immer in der Lage, einen Pflegebedürftigen oder eine Pflegebedürftige um 30 Grad zu drehen.
Häufig reicht schon ein kleiner Positionswechsel. Dazu legen Sie ein zusammengerolltes Handtuch unter die Schulter, Hüfte oder Ferse. Der Vorteil ist: Das kostet wenig Zeit und Kraft, hat aber große Wirkung. Diese Lagerung wird oft auch als angenehmer empfunden als auf der Seite zu liegen mögen.
Die Intervalle des Positionswechsels sollten den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen entsprechen. Manche können zwei Stunden auf der gleichen Stelle liegen, andere bekommen schon nach 30 Minuten rote Stellen und müssen umgelagert werden.
Wie unterstützt die AOK pflegende Angehörige?
Speziell für pflegende Angehörige bietet die AOK Pflegekurse, Schulungen in der Häuslichkeit oder Online-Schulungsprogramme an. Nicht nur die richtigen Handgriffe wollen gelernt sein, um den Anforderungen des Pflegealltags gerecht zu werden. Die Angebote helfen dabei, den Pflegealltag besser zu bewältigen und die eigene Gesundheit zu schützen.
In den Kursen und Schulungen werden nützliches Basiswissen und Pflegetechniken rund um die Pflege zu Hause sowie praktische Informationen zu Hygiene, Gesundheit und Betreuungsrecht vermittelt. Die Kurse sind kostenfrei.
Ziel ist es, pflegenden Angehörigen und ehrenamtlich Pflegenden das nötige Wissen und die praktischen Fähigkeiten in der Pflege zu vermitteln, damit diese zu Hause mit mehr Sicherheit und Kompetenz durchgeführt werden kann. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrer AOK vor Ort nach einem passenden Angebot und Pflegekurs in Ihrer Nähe.
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Bundesministerium für Gesundheit: Was belastet pflegende Angehörige?
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