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GHB und GBL: die Gefahren von Liquid Ecstasy
Veröffentlicht am:04.11.2026
10 Minuten Lesedauer
GHB, auch bekannt als „G“ oder „Liquid Ecstasy“, ist eine Sex- und Partydroge. Ihre Wirkung kann der von Alkohol ähneln. Doch zwischen dem gewünschten Rausch und einer lebensgefährlichen Überdosierung liegt nur ein schmaler Grat.

© iStock / Sviatoslava Vysotska
Was ist GHB?
GHB ist die Abkürzung für Gamma-Hydroxybuttersäure. Die Substanz ist umgangssprachlich auch als G, Soap, Liquid X oder Liquid Ecstasy bekannt. Trotz dieser Bezeichnung ist GHB in seiner Wirkung und Zusammensetzung nicht mit Ecstasy vergleichbar.
GHB wird unter anderem als Partydroge konsumiert und ist als farblose Flüssigkeit, als Pulver oder in Tablettenform erhältlich. Aufgrund seiner sexuell anregenden Wirkung wird GHB auch in der Chemsex-Szene konsumiert. Als Chemsex wird der Konsum psychoaktiver Substanzen im Zusammenhang mit sexuellen Aktivitäten bezeichnet.
Ursprünglich wurde GHB in den 1960er-Jahren entwickelt und als Narkosemittel eingesetzt. Aufgrund seiner starken Nebenwirkungen wird es mittlerweile kaum noch verwendet. Seit 2002 fällt GHB unter das Betäubungsmittelgesetz. Der unbefugte Umgang mit GHB ist demnach strafbar.
GHB in K.-o.-Tropfen: Ein Nachweis ist schwierig
GHB kann missbräuchlich als K.-o.-Tropfen eingesetzt werden, um Menschen bewusstlos oder wehrlos zu machen und anschließend Raub- oder Sexualdelikte zu begehen. Der Einsatz von K.-o.-Tropfen ist eine Straftat.
Da GHB auch Gedächtnisverlust verursachen kann, können sich viele Betroffene später nicht mehr an das Geschehen erinnern. Ein Nachweis ist im Nachhinein zudem schwierig, da sich der Stoff innerhalb weniger Stunden im Körper abbaut. Bei einem entsprechenden Verdacht sollten Betroffene daher schnell zur Polizei gehen; ein Nachweis ist innerhalb von maximal 12 Stunden möglich. Um einer möglichen Verabreichung vorzubeugen, ist es ratsam, Getränke stets im Blick und in der Hand zu halten.
Was ist der Unterschied zwischen GHB und GBL?
GBL steht für Gamma-Butyrolacton und ist eine Vorstufe von GHB. In der Industrie wird es als Lösungs- und Reinigungsmittel eingesetzt, beispielsweise zur Entfernung von Nagellack oder Graffiti. GBL wird ebenso wie GHB missbräuchlich genutzt und zum Beispiel K.-o.-Tropfen beigemischt.
Gamma-Butyrolacton wird im Körper zu GHB umgewandelt. Die Wirkung von GHB und GBL ist daher identisch. GBL wird allerdings schneller vom Körper aufgenommen und ist daher noch schwieriger zu dosieren als GHB. Es gab bereits Todesfälle beim Konsum von GBL.
Im Gegensatz zu GHB fällt GBL wegen seiner industriellen Verwendung nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Seit 2026 unterliegt es jedoch dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG). Besitz und Handel sind demnach unter bestimmten Bedingungen verboten.
Welche Wirkungen und Gefahren kann GHB haben?
In geringen Dosen kann GHB ähnlich wie Alkohol wirken: entspannend, beruhigend, euphorisierend oder sexuell anregend. Es können jedoch auch Schläfrigkeit, Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen auftreten. Bei höheren Dosen verstärkt sich die einschläfernde Wirkung und kann bis hin zur Bewusstlosigkeit führen.
Mögliche weitere gesundheitliche Folgen sind Erbrechen, Kopfschmerzen, Krämpfe, Lähmungen, Schwindel, Muskelverspannungen, Bewegungsstörungen und ein Absinken des Blutdrucks. Bereits bei kurzfristigem, regelmäßigem Konsum kann eine physische Abhängigkeit entstehen. Mögliche Langzeitschäden sind noch nicht bekannt.
Die Wirkung von GHB setzt nach etwa 10 bis 30 Minuten ein und kann bis zu 3 Stunden anhalten. Wie sich der Rausch bemerkbar macht, ist von Person zu Person unterschiedlich und hängt unter anderem von der Dosis sowie dem psychischen Zustand ab.
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Was passiert bei einer Überdosis von GHB?
Schon bei einer geringen Überdosis von GHB kann es zu schweren toxischen und lebensbedrohlichen Wirkungen kommen. Größere Überdosierungen können einen Kreislaufkollaps, ein Koma, einen starken Blutdruckabfall, eine verminderte Atmung und im schlimmsten Fall den Tod verursachen.
Der Unterschied zwischen einer Dosis mit gewünschter Wirkung und einer Dosis, die zu einem Koma führen kann, ist sehr gering. Besonders problematisch ist, dass eine genaue Dosierung für die Konsumierenden kaum möglich ist, da die Menge des Wirkstoffs und die genauen Inhaltsstoffe meist unbekannt sind. Das Risiko einer Überdosierung ist daher hoch.
Erste Hilfe bei einem Drogennotfall
Im Zweifelsfall sollten Anwesende schnell ärztliche Hilfe holen. Sie können sich im Notfall an den Notruf (112) oder an die Polizei (110) wenden. Auch die Sucht- und Drogenhotline (01805 313031) oder Giftnotrufzentralen können weiterhelfen.
Wie gefährlich ist Mischkonsum mit GHB?
Der gleichzeitige Konsum von GHB und anderen Substanzen kann dazu führen, dass bereits geringe Mengen lebensgefährlich werden. Die Wirkungen der einzelnen Substanzen können sich gegenseitig verstärken. Dadurch erhöht sich das Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Folgen.
So verstärkt GHB beispielsweise die atemlähmende Wirkung von Opiaten. Dadurch kann es zu Atemnot oder einer Unterdrückung der Atmung kommen. Auch die Kombination mit Alkohol ist gefährlich. Alkohol hemmt zudem den Abbau von GHB im Körper.
Der Mischkonsum von GHB und weiteren Partydrogen wie Kokain, Speed, Ecstasy oder Ketamin birgt ebenfalls nicht abschätzbare gesundheitliche Gefahren. Das Risiko einer Überdosierung ist auch bei der gleichzeitigen Einnahme von GHB und Medikamenten wie Benzodiazepinen (Tranquilizer) oder Antihistaminika erhöht.
Was passiert beim GHB-Entzug?
Wer körperlich durch täglichen Konsum über einen längeren Zeitraum von GHB abhängig ist und die Droge plötzlich nicht mehr konsumiert, kann Entzugserscheinungen bekommen. Diese Symptome können unangenehm sein, aber auch sehr gefährlich.
Mögliche Entzugserscheinungen sind Zittern, Verwirrung, Verlust des Zeitgefühls, Gedächtnisausfälle sowie Panik, Anfälle oder Krämpfe. Ein schwerer Entzug kann, wie beim Alkohol, zu einem Delirium führen und lebensbedrohlich sein. In diesem Fall sollten Anwesende unbedingt einen Krankenwagen rufen.
Für wen ist GHB besonders riskant?
Bei bestimmten Vorerkrankungen sowie in besonderen Lebenssituationen können beim Konsum von GHB zusätzliche Risiken bestehen. Menschen mit erhöhtem Blutdruck, Epilepsie, Herz- und Kreislaufproblemen, psychischen Problemen wie Angst oder Unruhe sowie einer verlangsamten Herzfrequenz sollten auf keinen Fall GHB konsumieren. Das gilt ebenso für schwangere und stillende Frauen.
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Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / drugcom: GHB – Drogenlexikon.
Deutsche Aidshilfe:
Was mache ich, wenn jemand GHB/GBL-Entzugssymptome hat?
Bundesregierung (2026): Schärferes Recht gegen heimliche Betäubung.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (2022): Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB).
Deutsches Ärzteblatt (09/2026): Liquid Ecstasy: Berauschendes Reinigungsmittel.






