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Bindehautentzündung: Symptome und Ansteckungsgefahr

Ein Mann tropft sich Augentropfen in die Augen.

© iStock / Irina Tiumentseva

Lesezeit: 4 Minuten16.12.2021

Die Augen sind verklebt, sie jucken und tränen. Es fühlt sich an, als wäre ein Fremdkörper im Auge. Wenn man eine Bindehautentzündung hat, kann das sehr unangenehm sein. Mit der richtigen Behandlung heilt diese häufige Augenerkrankung aber meistens schnell wieder ab.

Inhalte im Überblick

    Was ist eine Bindehautentzündung?

    Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine dünne Schleimhaut, die den vorderen Teil des Augapfels und die Innenseite der Augenlider überzieht. Ist sie entzündet, kann das unangenehm sein. Mediziner nennen diese Erkrankung Konjunktivitis.

    Was sind Auslöser für eine Bindehautentzündung?

    Es gibt verschiedene Formen der Bindehautentzündung, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben. Das sind die drei wichtigsten:

    • Infektiöse Konjunktivitis: Diese Augenerkrankung kommt sehr häufig vor und wird durch Bakterien oder Viren ausgelöst, die ins Auge gelangen.
    • Allergische Konjunktivitis: Die Grunderkrankung ist bei dieser Bindehautentzündung eine Allergie, beispielsweise gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Die Konjunktivitis ist also ein Symptom, das sich im Zusammenhang mit der allergischen Reaktion bemerkbar macht. Ein typisches Beispiel ist Heuschnupfen, der häufig von juckenden und brennenden Augen begleitet wird.
    • Reizkonjunktivitis: Sie wird durch äußere Einflüsse ausgelöst, etwa wenn Fremdkörper oder Staub ins Auge gelangt sind. Eine weitere mögliche Ursache ist Zugluft, beispielsweise durch ein geöffnetes Fenster oder das Gebläse im Auto. Mitunter ist das Auge aus verschiedenen Gründen zu trocken, sodass der schützende Tränenfilm nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist und es schneller zu Reizungen kommt.

    Ist eine Bindehautentzündung ansteckend?

    Eine virale oder bakterielle Konjunktivitis ist tatsächlich ansteckend. Für die allergische Form oder eine Reizkonjunktivitis gilt das nicht. Erreger gelangen meist zunächst in ein Auge. Häufig kommt es vor, dass die Patienten Bakterien oder Viren mit den Fingern zum anderen Augen transportieren, was sich dann ebenfalls entzündet.

    Wichtig ist daher,

    • sich möglichst am erkrankten Auge nicht zu berühren beziehungsweise anschließend direkt die Hände zu waschen,
    • andere Personen im Haushalt nicht die gleichen Handtücher benutzen zu lassen, um eine Übertragung zu vermeiden.
    Eine Augenärztin untersucht das Auge eines Mannes.
    Lassen Sie die Bindehautentzündung ärztlich abklären, wenn Sie ein Fremdkörpergefühl im Auge haben, schlechter sehen können, lichtempfindlicher sind oder an starken Kopfschmerzen mit Übelkeit leiden.

    © iStock / Portra

    Was sind Anzeichen und Symptome einer Bindehautentzündung?

    Es gibt einige typische Symptome für eine Bindehautentzündung. Zum Teil weichen die Anzeichen, abhängig von der jeweiligen Ursache, leicht voneinander ab:

    Symptome der Bindehautentzündung

    UrsacheSymptome
    BakterienDie Augen sind bei bakteriellen Bindehautentzündungen rot, tränen und können sogar brennen und jucken. Wenn die Bindehaut wund ist, können Augenbewegungen auch schmerzen. Morgens haben die Betroffenen oft verklebte Lider – durch eine weißlich-gelbe Flüssigkeit, die die Augen absondern.
    VirenDie virale Konjunktivitis löst sehr ähnliche Beschwerden wie die bakterielle aus, jedoch ist die abgesonderte Flüssigkeit wässrig.
    AllergienHier sind immer beide Augen betroffen. Das typische Anzeichen einer allergischen Entzündung der Bindehaut ist Juckreiz. Die Augen sind gerötet und können tränen.

    Wie wird eine Bindehautentzündung behandelt?

    Oftmals heilt eine Bindehautentzündung nach einer Dauer von wenigen Tagen von selbst wieder ab. Eine umfangreiche Therapie ist nicht immer nötig. Dann helfen schon einfache Maßnahmen, um die Reizung zu lindern. Grundsätzlich hängt die Behandlung aber von der Ursache ab.

    Therapie der infektiösen Bindehautentzündung

    Wenn Erreger als Ursache vermutet werden, verschreiben manche Augenärzte direkt Antibiotika, obwohl diese Medikamente gegen Viren nichts ausrichten können.

    • Bei viralen Infektionen sollten Betroffene vor allem Geduld bewahren, denn meist klingt die Erkrankung nach wenigen Wochen von selbst ab.  Maßnahmen wie die Behandlung mit antibiotikafreien Tropfen oder auch mit feuchten Kompressen sind nicht ausreichend untersucht und es ist bisher unklar, ob diese hilfreich, nutzlos oder gar schädlich sind.
    • Anders sieht es aus, wenn Bakterien die Bindehautentzündung verursacht haben. Hier kann der Einsatz von Augentropfen oder Augensalben mit Antibiotika empfehlenswert sein. Bei bestimmten Bakterien (Chlamydien) verschreibt der Arzt gegebenenfalls sogar zusätzlich ein Antibiotikum zum Einnehmen.

    Behandlung der Reizkonjunktivitis

    Die Reizkonjunktivitis bessert sich normalerweise innerhalb weniger Tage von selbst. Wichtig ist, mögliche Auslöser wie Zugluft zu meiden. Kontaktlinsenträger sollten während einer Reizung auf die Linsen verzichten und eine Brille tragen.

    Das hilft gegen die allergische Konjunktivitis

    Wenn die Bindehautentzündung Symptom einer allergischen Reaktion ist, sollten Betroffene die Auslöser (Allergene) nach Möglichkeit meiden. Meistens klingen die Beschwerden dann recht schnell ab. Tritt das Symptom zum ersten Mal auf, dann sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

    Die akuten Symptome lassen sich mit Allergiemedikamenten lindern (Antihistaminika oder sogenannte Mastzellenstabilisatoren). Sie werden über Augentropfen angewendet. Bei starken Beschwerden können auch Allergietabletten helfen. Bei manchen Allergieformen ist es zudem möglich, sie durch eine Hyposensibilisierung dauerhaft zu behandeln, etwa bei Reaktionen auf Pollen und Hausstaubmilben. Dabei werden die Betroffenen über einen langen Zeitraum den Allergenen ausgesetzt, bis sich das Immunsystem an sie gewöhnt hat. Funktioniert diese Behandlung, tritt auch die allergische Bindehautentzündung nicht mehr auf.

    Wann sollte man mit einer Bindehautentzündung zum Arzt gehen?

    Wenn eine Bindehautentzündung zum ersten Mal auftritt, sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt besonders dann, wenn es keine offensichtlichen Auslöser wie starke Zugluft gibt und sich die Beschwerden nicht nach kurzer Zeit bessern. Denn für einen Laien ist es nicht möglich, die Symptome der Konjunktivitis von Anzeichen für andere, schwere Augenerkrankungen zu unterscheiden. Der Arzt wird also zunächst klären, ob es sich tatsächlich ausschließlich um eine Bindehautentzündung handelt oder eine andere Krankheit hinter den Beschwerden steckt.

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