Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Gesundheitsmagazin

Immunsystem

Blasenentzündung beim Mann erkennen und richtig behandeln

Veröffentlicht am:14.09.2022

3 Minuten Lesedauer

Eine Blasenentzündung tritt bei Männern seltener auf als bei Frauen. Trotzdem ist es wichtig, die Symptome zu kennen. So können Komplikationen vermieden und eine Behandlung frühzeitig begonnen werden.

Urologe erklärt seinem Patienten, wie eine Blasenentzündung beim Mann entsteht.

© iStock / Jan-Otto

Blasenentzündung beim Mann: Was sind die Ursachen?

Bei einer Blasenentzündung (Zystitis) entzündet sich die Schleimhaut der Harnblase. Ursache ist in der Regel eine Infektion mit Bakterien, die von außen über die Harnröhre in die Blase gelangen und sich dort vermehren. Meist handelt es sich dabei um Darmbakterien wie Escherichia coli oder Enterokokken. Männer leiden deutlich seltener an der auch als Blasenkatarrh bezeichneten Erkrankung als Frauen. Das liegt daran, dass die Harnröhre bei Männern länger ist und Krankheitskeime nicht so leicht bis in die Blase vordringen können.

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für eine Blasenentzündung beim Mann erhöhen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • eine vergrößerte Prostata (gutartige Prostatahyperplasie)
  • Nierensteine
  • gestörter Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus)
  • Multiple Sklerose
  • abnorme Verengung der Harnröhre (Harnröhrenstriktur)
  • Einsatz eines Blasenkatheters (Kunststoffschlauch, der den Urin aus der Harnblase ableitet)
  • ein kürzlich durchgeführter Eingriff an den Harnwegen
  • Geschlechtsverkehr, Analverkehr
  • Vorhautveränderungen
  • geschwächtes Immunsystem (etwa durch Medikamente oder bestimmte Erkrankungen)

Eine direkte Ansteckung mit einer Blasenentzündung kommt selten vor. Dennoch ist auch der vaginale Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Partnerin ein Risikofaktor, da es hierbei wahrscheinlicher ist, dass eine größere Anzahl an Bakterien in die Harnröhre gelangt. Ob auch Einflüsse wie eine Unterkühlung, Stress oder Flüssigkeitsmangel bei Männern eine Blasenentzündung fördern können, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Doc Felix erklärt, wie sich am besten einer Blasenentzündung vorbeugen lässt und wie sie behandelt werden kann.

Passende Artikel zum Thema

Blasenentzündung beim Mann: Welche Symptome gibt es?

Eine Blasenentzündung äußert sich bei Männern ähnlich wie bei Frauen: Typisch ist zum Beispiel, dass Betroffene häufig Wasser lassen müssen. In vielen Fällen kann das mit einem unangenehmen Brennen oder Kribbeln verbunden sein. Oft werden die Beschwerden stärker, wenn die Blase fast oder ganz geleert ist. Einigen Männern fällt es auch schwer, Wasser zu lassen – trotz des Gefühls, ständig auf die Toilette zu müssen. Das ist besonders dann der Fall, wenn gleichzeitig Prostatabeschwerden vorliegen.

Folgende weitere Symptome können auftreten:

  • verfärbter, trüber oder unangenehm riechender Urin
  • Blut im Urin
  • leichtes Fieber
  • allgemeines Krankheitsgefühl oder Abgeschlagenheit

Asymptomatische Bakteriurie

Mitunter kommt es vor, dass mittels Urintest Bakterien nachgewiesen wurden, es aber keine Beschwerden gibt.

In diesem Fall sprechen Fachleute von einer asymptomatischen Bakteriurie, die normalerweise harmlos ist. Sie kann beispielsweise ein Zufallsbefund sein, weil der Urin wegen einer anderen Erkrankung untersucht wurde.

Älterer Mann leidet unter einer Blasenentzündung und kocht sich einen Tee.

© iStock / Dean Mitchell

Wenn Mann unter einer Blasenentzündung leidet, ist viel Trinken angesagt. Am besten eignen sich Tee und stilles Wasser.

Blasenentzündung beim Mann: Was hilft?

Eine Blasenentzündung beim Mann wird immer als kompliziert eingestuft, da die Prostata in unmittelbarer Nähe zu den Harnwegen liegt und mit betroffen sein kann. Zudem können sich die Krankheitskeime auf die Nebenhoden oder die Nieren ausbreiten. Männer mit den genannten Beschwerden sollten also in jedem Fall ärztlichen Rat suchen. Auch bei einer sogenannten chronischen Blasenentzündung (öfter als dreimal im Jahr beziehungsweise öfter als zweimal innerhalb von sechs Monaten) empfiehlt es sich, weitergehende urologische Untersuchungen durchführen zu lassen, um die Ursache zu ergründen.

Wie lange die Blasenentzündung anhält, ist unter anderem davon abhängig, wie schwer die Infektion ist und ob sie auf weitere Organe übergegangen ist. Generell erfolgt die Behandlung einer Blasenentzündung mit einem Antibiotikum. Die Behandlungsdauer liegt dabei in der Regel zwischen drei und sieben Tagen. Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können zudem Schmerzen lindern.

Passend zum Thema

Betroffene können die Therapie zusätzlich mit Hausmitteln unterstützen. Dazu gehört es zum Beispiel, ausreichend zu trinken (mindestens zwei Liter pro Tag), wenn keine Gründe dagegensprechen – wie etwa andere Erkrankungen. Für die Anwendung von Heilpflanzen-Extrakten aus Preisel-, Moor- oder Moosbeeren in Form von Saft, Kapseln, Tabletten oder getrockneten Beeren gibt es keine wissenschaftlich gesicherte Empfehlung.

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?