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Gesundheitsmagazin

Haut & Allergie

Welche schädlichen Folgen die Verbreitung von Neophyten haben kann

Veröffentlicht am:01.09.2023

3 Minuten Lesedauer

Neophyten sind eingeschleppte, ursprünglich nicht heimische Pflanzenarten. Einige, etwa die Ambrosia-Pflanze, bedrohen das Ökosystem und lösen bei manchen Menschen starke Allergien aus. So verhindern Sie die Ausbreitung im eigenen Garten.

Ambrosia-Pflanzen, im Hintergrund eine Frau, die sich die Nase putzt.

© iStock / bluecinema

Was sind Neophyten?

Bei Neophyten handelt es sich laut Definition um sogenannte gebietsfremde Pflanzen. Sie gelangten in Folge der Entdeckung Amerikas 1492 in Gegenden, in denen sie von Natur aus nicht heimisch waren. Die Hälfte der bei uns bekannten Neophyten haben Menschen als Zier- oder Nutzpflanzen eingeführt. Die andere Hälfte kam unbeabsichtigt ins Land, etwa über Saatgut, das zufällig auch andere Samen enthielt. Sind die Bedingungen günstig, können sich manche Neophyten innerhalb kurzer Zeit stark ausbreiten und andere Arten verdrängen. Fachleute sprechen von sogenannten invasiven Neophyten. Zu den bekannten invasiven Neophyten in Deutschland gehören folgende Arten:

  • Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum, auch Herkulesstaude): ursprünglich aus dem Kaukasus
  • Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia, auch Beifußblättriges Traubenkraut): ursprünglich aus Nordamerika
  • Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera): ursprünglich aus dem Himalaya
  • Robinie (Robinia pseudoacacia): ursprünglich aus Nordamerika

Warum sind einige Neophyten ein Problem?

Viele bei uns heimische Nutz- und Heilpflanzen kommen ursprünglich aus anderen Ländern, etwa die Echte Kamille, Weizen, Walnuss, Kartoffel, Mais oder Kürbis. Neophyten sind nicht per se schlecht. Und nur ein kleiner Teil der neuen Pflanzen schafft es, sich dauerhaft in ihrem neuen Lebensraum anzusiedeln –durch gute Anpassung der Pflanze an das Klima oder weil Schädlinge fehlen.

Einige eingeschleppte Arten können aber zum Problem werden: Breiten sich Neulinge stark aus, verdrängen sie andere Arten oder richten als Unkraut großen Schaden an: Manche Neophyten verändern den Lebensraum, etwa indem sie den Boden mit Stickstoff anreichern, so dass dort lebende, zum Teil seltene Pflanzenarten nach und nach schlechtere Bedingungen vorfinden und lokal verdrängt werden. Manche Neophyten in Deutschland bergen Gefahren für die Gesundheit des Menschen, zum Beispiel die Ambrosia-Pflanze oder der Riesen-Bärenklau.

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Ambrosia und Riesen-Bärenklau: Warum sind sie gefährlich?

Die Blüten der Ambrosia produzieren extrem viele Pollen – bis zu einer Milliarde pro Pflanze. Dabei lösen bereits kleine Mengen der Ambrosia-Pollen stärkste Allergiesymptome aus. Zu den allergischen Reaktionen gehören unter anderem:

  • Heuschnupfen
  • Bindehautreizungen
  • allergisches Asthma
  • Hautprobleme

Hinzu kommt: Die Pflanze blüht erst im August/September und verlängert so die Pollensaison. Ambrosia wächst an Straßenrändern sowie in Gärten in der Nähe von Vogelfutter-Plätzen, denn viele Vogelfutter-Mischungen enthalten Ambrosia-Samen.

Auch der Riesen-Bärenklau führt zu Gesundheitsproblemen. Gelangt der Pflanzensaft auf die Haut und scheint die Sonne auf die betroffenen Hautstellen, können sich dort starke Verbrennungen mit Rötung und Schwellung bilden, zum Teil auch mit Quaddeln und Blasen. Ursache ist ein phototoxischer Stoff, das heißt, die Struktur dieser Substanz verändert sich unter Sonnenlicht und löst auf der Haut Reaktionen aus.

Ein Riesen-Bärenklau auf einer Waldlichtung – die Pflanze gehört zu den Neophyten.

© iStock / hansenn

Kommt die Haut bei Sonnenschein mit dem Pflanzensaft des Riesen-Bärenklaus in Berührung, können Verbrennungen mit Blasen entstehen. Daher beim Entfernen unbedingt Handschuhe tragen!

Gesundheitsgefährdende Neophyten im Garten – was kann man tun?

Nicht alle Neophyten müssen bekämpft werden. Wer jedoch gesundheitsgefährdende Arten wie die Ambrosia oder den Riesen-Bärenklau im Garten erkennt, sollte ihre weitere Ausbreitung verhindern. Diese Maßnahmen helfen:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren eigenen Garten, ob Ambrosia oder Riesen-Bärenklau dort wächst.
  • Kleinere Bestände im Garten können Sie selbst entfernen, indem sie die Pflanzen ausreißen – idealerweise bevor sie blühen. Unbedingt die Wurzel mit ausgraben, da die Pflanze sonst neu wächst. Beim Riesen-Bärenklau die Haut schützen und nicht bei strahlendem Sonnenschein arbeiten.
  • Tragen Sie sicherheitshalber Handschuhe. Bei regelmäßigem Kontakt kann ein Mundschutz während der Blütezeit helfen, damit Sie keine Pollen einatmen.
  • Ausgerissene Pflanzen(teile) entsorgen Sie am besten in einem geschlossenen Plastikbeutel im Hausmüll. Landen sie auf dem Komposthaufen oder in der Biotonne, können die Pflanzen wieder in die Umwelt gelangen.
  • Wer größere Bestände von Neophyten entsorgen muss, wendet sich an den örtlichen Stadtreinigungsdienst. Er gibt Auskunft darüber, wo eine Verbrennung gestattet ist.
  • Falls Sie außerhalb ihres Gartens größere Bestände gesundheitsgefährdender Neophyten bemerken, sollten Sie das dem örtlichen Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt melden.
  • Um eine Verbreitung der Ambrosia-Pflanzen zu vermeiden, sollten Sie Vogelfutter aus deutschem Anbau verfüttern.

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